Birnbacher-Prozess: Montags in Klagenfurt

Kommentar |

Uwe Scheuch entschlägt sich, Stefan Petzner ist empört und Harald Dobernig schätzt das Gericht gering

Uwe Scheuch ist zwar so was von unschuldig, dass es kaum wer glauben mag, aber zur Sicherheit entschlägt er sich beim Birnbacher-Prozess der Aussage. Zu verbergen hat er natürlich nichts, weil da gibt es nichts, sagen mag er aber auch nichts, er könnte sich nämlich belasten. Unschuldig wie er ist.

Der andere Zeuge war erst gar nicht gekommen. Landesrat Harald Dobernig war zwar geladen, hatte aber Wichtigeres vor. Ihn riefen überraschend die Amtsgeschäfte: Lindwurm streicheln oder Jörg-Haider-Statue polieren, man weiß es nicht. Die Botschaft war eindeutig: Herr Dobernig sch..., ja doch, er schätzt das Gericht gering.

Immerhin war Stefan Petzner erschienen. Der Boulevard trommelte ja bereits seit Tagen, dass es zu unfassbaren Enthüllungen kommen werde. Petzner sagte dann aus, dass er zur fraglichen Zeit Jörg Haiders Pressesprecher war, dass er eigentlich nichts Genaues weiß und sagen kann. Immerhin sei er auch empört über das, was da geschehen sei.

Josef Martinz gab am Montag im selben Gerichtssaal dem Richter ein Sparbuch (der Hypo Alpe Adria) mit 65.000 Euro. Schwarzgeld, "Schandgeld", sagte Martinz, das er vom Steuerberater Dietrich Birnbacher aus dem Hypo-Honorar bekommen hat. Und angeblich im Wahlkampf für Getränke ausgegeben hat. Wem es jetzt gehört? Das fragt sich auch der Richter.

Das ist Kärnten. In echt. Kein Witz. (Michael Völker, DER STANDARD, 7.8.2012)

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