Der Koloss, der mit der Society abgeschlossen hat

David Krutzler
6. August 2012, 18:09

Gedanken an seinen Olympiatriumph in Peking sind erlaubt. "Natürlich bleiben die Erinnerungen für immer in meinem Kopf, die verdränge ich auf keinen Fall", sagt Matthias Steiner. Über die emotionalen Momente will der 29-jährige Gewichtheber aber kaum mehr sprechen. "Die Geschichte ist auserzählt." Neuen Gesprächsstoff soll London liefern.

Vor vier Jahren brachte Steiner im Zweikampf 461 kg zur Hochstrecke. Sein folgender Jubelausbruch ist legendär, mit Bundestrainer Frank Mantek hüpfte der 145-kg-Koloss wie ein Michelin-Männchen durch die Halle. Als Steiner bei der Siegerehrung mit Tränen in den Augen ein Foto seiner ein Jahr davor verstorbenen Frau Susann in die Kameras hielt, war das für Millionen von TV-Zuschauern der Augenblick der Spiele. Der gelernte Installateur aus Obersulz im Weinviertel, der sich nach einem Streit 2005 vom österreichischen Verband lossagte, kam als Superstar zurück nach Deutschland - und das in einer Randsportart.

Steiner wurden rote Teppiche ausgebreitet, Fernsehstationen rissen sich um seine Geschichte. Der Superschwergewichtler erzählte sie gerne, auch wenn das Training darunter litt. Die Heirat mit seiner zweiten Frau, der TV-Moderatorin Inge Posmyk, sorgte für weitere Schlagzeilen, im März 2010 wurde Sohn Felix geboren. "Ich wollte lange nicht wahrhaben, ein Boulevardsportler geworden zu sein", sagt Steiner, der heute mit der Society-Welt abgeschlossen hat.

Mit Ausnahme des Vizeweltmeistertitels 2010 blieben die Erfolge aus. Im September 2011 riss er sich die Quadrizepssehne im linken Bein, er investierte sieben harte Monate in sein Olympia-Comeback. Bei der EM 2012 in Antalya wurde er mit seiner Jahresbestleistung von 424 kg Zweiter. In Ruhe und Abgeschiedenheit bereitete sich Steiner zuletzt im steirischen Schielleiten auf sein Ziel London vor. "Ich träume von einer Medaille", sagte Steiner vor seinem Wettkampf am Dienstag (20, ORF eins). "Das Feuer brennt." (David Krutzler, DER STANDARD, 07.08.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 47
1 2

Wenn er keine Medaille holt, ist er bei den österreichischen Medien eh wieder ein Deutscher.

die österr. Medien zälen nicht. Er ist in den deutschen Medien wieder ein Österreicher

armer Teufel

lass den Blödsinn liegen, Matz, lebe!

"Ich träume von einer Medaille", sagte Steiner vor seinem Wettkampf am Dienstag (20, ORF eins). "Das Feuer brennt."
vs
"Jetzt habe ich mein Ziel eigentlich schon erreicht, das Semifinale kann ich jetzt wirklich genießen."
Wer wird wohl mehr erreichen?

haha, da bist aber jetzt ordentlich eingefahren!
und das mein ich natürlich rein auf schrott bezogen!
sie hat ihre chancen realistisch eingeschätzt und trotzdem das unmögliche erreicht

diesen weg sollten eigentlich alle athleten gehen die ihren sport ernsthaft betreiben wollen! überall anders sind die strukturen um ein vielfaches besser als in absurtistan! eigentlich müssten sich unsere olympia teilnehmer genieren, für ein land zu starten, wo sport von den politikern belächelt und nicht ernst genommen wird!

Noch so einer, der aus diesem Sumpf fliehen musste, dass aus ihm ein international anerkannter Sportler wird, wenn er nicht gerade Skifahrer ist...

Ich freu mich für ihn! Go for Gold!

Meines Wissens war der Hauptgrund für den Wechsel dass man ihn beim österreichischen Verband nicht mit den (Ex)DDR-Betreuern zusammenarbeiten lassen wollte die er unbedingt haben wollte.

gold wird sich nicht ausgehen, bronze könnte möglich sein, er ist 5-10% unter seiner höchstleistung.

em und wm zweiter ist aber auch eine spitzenleistung.

Nicht zu vergessen, dass der österreichische verband, nachdem Steiner bekannt gegeben hatte künftig für Deutschland zu starten, per presseaussendung erklärte, es sei egal, ob er künftig für Deutschland oder Teppichland antrete.

Diese Teppichländer haben mehr Medaillien als wir.

ICH trete bei den olympischen Spielen nicht an. Also haben WIR schon mal gar keine Medaillen.

Wenn Sie mein Posting aufmerksam lesen (und des sinnerfassenden Lesens fähig sind), werden Sie erkennen, dass Sie Ihre Nachricht besser an den österreichischen Verband als an mich richten.

Habe das nicht an / gegen Sie gerichtet. Es ist nur eine Feststellung die ich, wie Sie richtig bemerken, an die Ö Verbände richte.

das rot von mir, leider vertippt, wollte natürlich x-mal grün geben. mea culpa.

Macht nix - ich ignoriere diese Bewertungen prinzipiell.

Wenn mir jemand etwas zu sagen hat (beispielsweise, dass er mit dem Inhalt meines Postings nicht übereinstimmt), soll er es sagen bzw. schreiben. Mit Mitpostern, die es nicht schaffen, das in Worte zu fassen und argumentativ zu untermauern, setze ich mich nicht auseinander. Dieses Gestrichel finde ich eher infantil.

Diese Bewertungsbuttons...

...sind ja auch nur für diejenigen, die glauben, mit dem Zeigefinger ein ebenso starkes Statement abgeben zu können, wie es dem Mittelfinger vorbehalten ist...

österreich ist und bleibt eben ein Land, in dem die Dümmsten am lautesten schreien und wirklichen Talenten den Weg verbauen - Und noch dazu ein goldenes Salär beziehen und keinen Finger rühren...

Das ist im Sport so, in der Politik, im normalen Geschäftsleben,...

"die Erfolge blieben aus..."

Nach seiner Goldmedaille 2008 war er Vizeweltmeister 2010, dann hat er sich die Quadrizepssehne gerissen (an alle Sesselfur*er hier, das is der große Muskel vorn am Oberschenkel, beim Herrn Steiner ein ziemlich großes Ding), und danach wurde er Vizeweltmeister 2012.

Na aber echt, so ein Verlierer!

2012 wurde er EM-2. nicht WM. Aber ansonsten stimme ich ihnen natürlich voll zu.

haben eigentlich ALLE österreichischen und halbwegs erfolgreichen Sportler einen Streit mit dem jew. Verband?
Wenn ja, dann sollte das dem Darabos ein wengerle zu denken geben.

beim darabos is besser, wenn er net denkt.

Stimmt schon, beim Heer war er nicht erfolgreich. Aber vielleicht ist er kein Totalversager - obwohl, Politiker, Minister, Sozialdemokrat, ...

Die Chance dass Sie recht haben, die ist sehr hoch :-)

ich kenne nur die vereinsstrukturen des ÖWK (kletterverband) und wenns wo anders genauso ist wie dort, dann wundert mich gar nichts. johanna ernst (weltcupgesamtsiegerin, weltmeisterin, europameisterin im sportklettern - bouldern) hat beispielsweise ziemliche probleme mit dem verband.

Wie gerade im ORF erwähnt..die Russen sind die konsequent. Wenn das Medaillenziel nicht erreicht wird, werden gleich mal ein paar Funktionäre rausgeschmissen. So sollte es auch bei uns sein, und so ist es im übrigen ja auch in jedem ernsthaft geführten Betrieb.

österreich: 8mio einwohner
russland: 8+x mio einwohner

Posting 1 bis 25 von 47
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.