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Bahnhof Praterstern, Montagmittag: Die Passagiere nehmen die Umstellung gelassen, nur wenige verlaufen sich.
Wien - Bahnhof Meidling, Montag um die Mittagszeit. Es herrscht geschäftiges Treiben. Dass auf den Geleisen gerade Revolutionäres im Gange ist, registrieren die meisten Fahrgäste nur am Rande. "Umstellung auf Rechtsfahren" geben ein ÖBB-Infoplakat sowie digitale Info-Screens Auskunft über die Tatsache, dass die Österreichischen Bundesbahnen AG (ÖBB) auch in der Ostregion ab sofort rechts statt links fährt. Nur auf der Südbahnstrecke wird es noch ein wenig länger dauern.
Die Umstellung kostet rund 16 Millionen Euro, 80 Bahnhöfe sind beteiligt. Als Grund gibt die ÖBB sicherheitstechnische Nachteile des Linksverkehrs sowie die optimale Eingliederung mehrerer Neubaustrecken und des zukünftigen Hauptbahnhofs an. Durch den Hauptbahnhof fuhren am Montag erstmals Züge durch - bis zum Fahrplanwechsel Ende 2012 jedoch ohne Halt.
"Keinerlei Probleme"
"Die Umstellung war uns schon länger bekannt und macht uns keinerlei Probleme", sagen mehrere Fahrgäste auf Nachfrage des STANDARD. Die Gründe der Umstellung kennen die meisten nicht genau. Nur ein älterer Herr brilliert mit historischer Sachkenntnis: "Weil die Engländer ursprünglich unser Schienennetz konstruiert haben." Das heimische Schienennetz ist seit dem 19. Jahrhundert zweigeteilt: Während in den frühen Eisenbahntagen englische Ingenieure die Südbahn auf Linksverkehr ausgelebt haben, fährt man auf der West- und Ostbahn traditionell auf der rechten Seite.
Das Schalterpersonal berichtete am Montag nur von wenigen Klagen. "Die Pendler wissen es eh schon länger, und die Touristen müssen sowieso nachfragen", meint ein ÖBB-Bediensteter. Auch bei der S-Bahn-Haltestelle Südbahnhof lassen die in neongelbe Westen gekleideten Info-Bediensteten wissen: "Alles kein Problem". Unterstützt werden sie hier, nebst den im gesamten Wiener Linienverkehr geschalteten Lautsprecherdurchsagen, von Bodenmarkierungen, welche auf die Umstellung hinweisen. Auch alle befragten Passagiere nehmen's gelassen. "A bissl desorientiert" ist eine Dame, gewusst hat sie von der Umstellung aber schon länger.
Verwirrung in den Stoßzeiten
Von hektisch ihren Bahnsteig suchenden Passagieren, vor allem zu den Stoßzeiten, berichten dagegen die zwei jungen ÖBB-Info-Mitarbeiterinnen in Meidling: "Es herrscht schon Verwirrung." Auch der Blick auf den Informationsmonitor bewahrt offenbar nicht immer vor der Wahl des falschen Bahnsteigs.
Die Frauen berichten auch, dass viele Passagiere die Info-Flyer ablehnten, die seit letztem Donnerstag verteilt werden. Viele hielten die Info-Broschüren wohl für Werbematerial und lehnten dankend ab: " Genau die Leute kommen dann und schimpfen, dass nirgends etwas steht." (Michael Schwendinger, DER STANDARD, 7.8.2012)
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Was sonst leider oft an Infos zuwenig weitergegeben wird, wurde meiner Meinung nach hier eindeutig zuviel Tamtam gemacht.
Daß sogar nun noch auf großen Wiener Bahnhöfen Servicepersonal bereit steht und den richtigen Bstg suchen/finden hilft, ist doch übertrieben.
Selbst als jahrelanger Zugfahrer schau ich dennoch bei jeder Fahrt zuvor auf den Abfahrtsmonitor.
Und das sollte eigentlich selbstverständlich sein - nicht das darauf Vertrauen, daß der Zug 100%ig immer am gleichen Bahnsteig abfährt.
Hier noch weitere Angebote, über welche man nach technischen Änderungen überaus gerne Schlagzeilen mit dem Anfang "Kaum Probleme mit..." sieht:
Verhütungsmittel
Flugzeuge
Massenvernichtungswaffen
Bremsanlagen diverser Fahrzeugtypen
Wingsuits und Fall- bzw. Gleitschirme
Antikorruptionsgesetze
Klettersportartikel
Medizinische Apparatur
Verkehrsregelung
Metalldetektoren
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