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Die Geschichte der menschlichen Bekleidung

4. August 2012, 17:05

Eine Modeschau, die die textilen Geheimnisse der Vergangenheit auf den Laufsteg brachte. Kathi Kamleitner erzählt uns über Blümchenmuster, Schnürröcke und weiße Spitze.

Romantische Blümchenmuster und weiße Spitze. Color-Blocking, oder doch lieber Monocolor. Auffällige (Statement-) Halsketten und Accessoires/Schuhe auf Leder. Lagenlook oder Skinnyjeans. Body Harness, also Körperschmuck, und ungewöhnliche Materialien.
Liest sich wie die Auflistung der aktuellen Modetrends aus London, Mailand und Paris? Schon möglich; wir sprechen hier aber nicht über über gegenwärtige Laufstegpräsentationen, sondern über den historischen Werdegang der menschlichen Bekleidung.

In Kooperation mit dem Museumsquartier zeigte vergangenen Samstag die prähistorische Forschungsabteilung des Naturhistorischen Museums unter der Projektleitung von Karina Grömer und Helga Rösel-Mautendorfer 60 Kostüme von der Altsteinzeit bis zum Barock.

Weit entfernt von (filmischen) Klischees - wir werden an den zerfetzten Fred Feuerstein erinnert - werden die textilen Geheimnisse der Vergangenheit auf den Laufsteg gebracht. Kritik an jeder Art von Historienfilmen wird laut, denn meist wird zwar auf die Kostüme besonders viel Wert gelegt, aufgrund der Modernisierung oder Anpassung an gegenwärtige Konventionen, diese erinnern dann aber oft an Faschingspartys.

Grömer und Rösel-Mautenhofer betonen in ihren informativen Kommentaren die Authentizität der Kleidungsstücke. Alle Einzelteile werden von Hand vom Forschungsteam hergestellt. Hinweise über Materialien, Farben und Formen geben archäologische Funde - Kleidung aus Grabstätten, Abbildungen auf Bronzegefäßen, Metallgegenstände wie Fibeln oder Schmuck.

Und trotzdem könnten viele der vorgestellten Kleidungsstücke, Stoffe oder Accessoires leicht aus dem Atelier eines aktuellen Designers stammen. Wer träumt nicht von einem frühsteinzeitlichen Schnurrock mit Golddetails, einem Taillengürtel aus prachtvoll bestickter Borte im Hippielook, oder einem Kleidertraum aus weißer Spitze.

So lang vergangen manch Silhouette sein mag, befinden wir uns doch in einer Zeit der absoluten Vielfalt. Jedes Jahr wird eine andere Dekade des 20. Jahrhunderts neu entdeckt. Vergangene Formen der Mode erleben Revivals: Elemente aus der Antike (man denke an den Troja-Hype), genauso wie aus dem Rokoko (Hände hoch, wer sein Hinterteil mit dem Peplumtrend aufbessert). Die Modenschau in die Vergangenheit ist nicht nur eine Präsentation der Modegeschichte, sondern auch als eine informative Reise zu den Ursprüngen unserer modernen Modetrends zu sehen.

Aufgelockert wurde die Vorstellung durch den Einsatz von Laienmodels von jung bis alt, die sich teilweise so gut in ihre Rolle als Steinzeitmensch oder Hunne einlebten, dass man das Gefühl hatte, sie wollten sich gar nicht mehr von ihrem Kostüm trennen.

 

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    foto: kathi kamleitner
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