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Vizerektorin Karin Gutiérrez-Lobos wundert sich über die "verkorkste Diskussion".
Wien - Sexismus. Frechheit. Diskriminierung. Ein X zu wenig, um als Mann Medizin studieren zu können. "Frauen-Bonus", der als Malus empfunden wird: Die heuer erstmals genderspezifische Auswertung des Eignungstests für das Medizinstudium (EMS) an der Med-Uni Wien sorgt für Aufregung in Online-Foren wie medizinstudium.at, wo heftig nachgerechnet und diskutiert wird.
Nachdem sechs Jahre lang seit der Übernahme des Schweizer EMS-Tests an den Med-Unis Wien und Innsbruck (die Med-Uni Graz hat ein anderes Auswahlverfahren) der Anteil der Frauen, die zum Studium zugelassen wurden, immer deutlich niedriger war als der Anteil der angetretenen Frauen, entschloss man sich in Wien, mit einer neuen Auswertungsmethode auf diesen Gender-Gap zu reagieren. Für Frauen und Männer wurden dabei jeweils getrennt Mittelwert und Standardabweichung errechnet - anders als in den Jahren davor bzw. als in Innsbruck, wo beim gleichen Test die Werte für beide Geschlechter gemeinsam ermittelt werden.
Ergebnis: Der Frauenanteil an der Med-Uni Wien (4370 Bewerber für 740 Studienplätze) entspricht heuer in etwa jenem beim Test (56 Prozent). In Innsbruck (angetreten: 58 Prozent Frauen, zugelassen: 47 Prozent Frauen) und Graz (angetreten: 57 Prozent, zugelassen: 42 Prozent) waren die Frauen wie in den vergangenen Jahren deutlich weniger erfolgreich als Männer.
Die Medizin-Uni Wien hat sich jedenfalls mit ihrer Entscheidung für eine genderspezifische Auswertung des EMS-Tests den anonymen Unmut von vielen Postern, aber auch Eltern von nichtaufgenommenen Medizinstudenten in spe zugezogen. Die für Lehre zuständige Vizerektorin Karin Gutiérrez-Lobos wundert sich über die "verkorkste Diskussion" und verteidigt den "Versuch, Chancengleichheit herzustellen", sagte sie zum Standard.
Geschlechterunterschiede in solchen Tests seien bekannt, aber man könne sie "genderfair gestalten". In anderen Ländern sei die Diskussion um Testfairness schon lange im Gang. "Wenn eine Gruppe signifikant weniger gut abschneidet, dann ist offenkundig, dass etwas mit dem Verfahren nicht stimmt." Wobei, betont sie: "Der Test sagt nicht voraus, ob jemand ein guter Arzt oder eine gute Ärztin wird." Das sei das große Manko des EMS: soziale Kompetenz etwa, für den Beruf sehr wichtig, werde nicht getestet. Die drei Med-Unis planen daher schon für Sommer 2013 ein " gemeinsames, neues mehrstufiges Aufnahmeverfahren. Wichtig ist, dass man es möglichst breit macht, um möglichst viele Talente zu bekommen", sagt Gutiérrez-Lobos.
Etwaige Klagen gegen die genderspezifische Auswertung von sich zu Unrecht nicht zugelassen wähnenden Kandidaten hält Verfassungsjurist Theo Öhlinger für "nicht aussichtsreich, weil eine gewisse Berücksichtigung von Benachteiligungen zulässig ist - und die bisherigen Tests haben Männer bevorzugt, aber nicht, weil Männer besser für den Arztberuf geeignet wären, das wird heute ja wohl niemand mehr annehmen", sagte Öhlinger zum STANDARD. "Prinzipiell gibt es in der Bundesverfassung eine Ermächtigung zur aktiven Förderung von benachteiligten Gruppen, auch Frauen. Der Gesetzgeber hat hier Spielraum." Natürlich müssten die Maßnahmen "sachlich sein, nicht willkürlich".
Ist so eine gendergerechte Auswertung denn nun sachlich? Soziologin Helga Eberherr von der Abteilung für Gender und Diversitätsmanagement der WU Wien hält sie für einen "durchaus angemessenen Versuch, den in genderspezifischen Sozialisations- und Lernprozesse begründeten Verzerrungen in dieser Form systematisch entgegenzusteuern", sagte sie zum STANDARD.
Eberherr deutet damit in die Richtung, die man auch im Wissenschaftsministerium im Blick hat: die Schule. "Im Zentrum müssen künftig mehr Information und die verstärkte Kooperation mit den voruniversitären Einrichtungen stehen", heißt es im Büro von Minister Karlheinz Töchterle. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Med-Unis sowie aus dem Wissenschafts- und dem Unterrichtsministerium ist eingerichtet.
Hinweise, dass sich in der Schule Erklärungen für den EMS-Gender-Gap finden könnten, ergab 2007 eine vom damaligen Wissenschaftsminister Johannes Hahn in Auftrag gegebene Studie von Bildungspsychologin Christiane Spiel (Uni Wien). (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 7.8.2012)
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Frauen treten zum EMS in den meisten Fällen direkt nach der Matura an, Männer meistens nach einem Jahr Zivi oder Heer
Frauen sind damit im Schnitt um ein Jahr jünger.
Männer haben sich meistens monatelang auf den Test vorbereitet.
Der Anteil derjenigen, die 'es halt mal probieren' ohne zu wissen ob sie wirklich Medizin studieren wollen, ist aus genau dieser Situation heraus vielleicht auch bei Frauen höher (ich kenne jedenfalls eine ganze Reihe davon).
Sonst wäre es m.E. nicht erklärlich warum immer um ca 20% mehr Frauen zum EMS antreten als Männer. Wieviele % der Maturanten sind Frauen?
In Deutschland selbst: erstens, weil es dort keine Wehrpflicht mehr gibt. Und zweitens eben wegen dem Schulsystem. Aber statt das endlich zu korrigieren (Weitaus weniger Jungen als Mädchen schaffen es überhaupt durch die Schule), werden Männer nun als Dankeschön gleich noch einmal beim Medizintest diskriminiert.
Deutsche Frauen, die bei uns antreten: Weil die in die gleiche Gruppe der Männer nach dem Wehrdienst gehören: die, die es wirklich wollen.
Gibt es schon Untersuchungen über das Religionsbekenntnis der Antretenden?
Es wäre doch sicher nicht akzeptabel, dass (beliebige Glaubensrichtung hier einsetzen) bevorzugt oder benachteiligt wird - oder?
Immerhin ist das Religionsbekenntnis für das Ausfüllen eines anonymen Tests mindestens gleich relevant wie das Geschlecht des/der Ausfüllenden..
Diskriminierungsverbot im Zusammenhang mit einem Studium
§ 42. (1) Für Studienwerberinnen, Studienwerber und Studierende an Universitäten gilt ferner, dass sie auch im Zusammenhang mit ihrem Studium, insbesondere bei
1.
der Zulassung zum ordentlichen oder außerordentlichen Studium,
[...]
nicht unmittelbar oder mittelbar auf Grund des Geschlechtes, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder der Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung diskriminiert werden dürfen.
Klage nicht aussichtsreich????
.. der jahrelangen Bevorzugung der Mädchen in den Schulen. Mittlerweile ist es erwiesen, dass Mädchen bei absolut gleicher Leistung in der Schule bis zu 3 (in Worten DREI !!!) Noten besser bewertet werden als Buben. Wundert es da, dass dieselben Mädels bei dem ersten wirklich fairen Test plötzlich schlechter abschneiden ?
Welche angebliche Benachteiligung im Schulsystem sollen die Mädchen denn in der Schule erlitten haben?
Mittlerweile ist es nämlich auch erwiesen, dass der stundenlange Frontalunterricht besonders die Buben mit ihrem im Schnitt deutlich höheren Bewegungsdrang und nicht so lange anhaltenden Konzentrationsspanne deutlich benachteiligt werden! Und wie wird reagiert? Jetzt werden schlechter abschneidende Frauen bevorzugt! ...
Ähm, in den anderen Ländern ist dieser Test ausgewogen.
Nur bei uns sind die Bewerberinnen schlechter als in Deutschland oder der Schweiz. Das ist aber sicher nicht die Schuld des Tests.
Da Frauen durchschnittlich sogar die besseren Schulnoten haben, muss der Hund viel tiefer begraben liegen. Aber da wollen wir dann wohl doch nicht buddeln...
Ich denke die Mehrheit hat es satt sich von allen möglichen Genderbeauftragen und Gleichstellungskommisarinnen bevormunden zu lassen.
Viele Frauen haben schon überrissen dass es hier nur um Macht geht und niemand Fairness und Gerechtigkeit anstrebt.
Die Verantwortlichen gehören sofort abgelöst, das System geändert!
Was bringt es denn, wenn es dann künftig heißt, na ja von einer Frau lass' ich mich nicht behandeln, denn die musste ja nicht den gleichen Leistungsnachweis bringen, wie ihr männlicher Kollege.
Was kommt als Nächstes: Der einfachere Führerschein für Frauen, die billigere Matura, das billigere Strafrecht - das ist doch alles zum späteren NACHTEIL von Frauen, versteht ihr das nicht?
Wir kämpfen um Gleichberechtigung, nicht um eine Besserstellung um den Preis späterer irreversibler Diskriminierung !!!!!
Aber der frauenlastige Gendergap im Studium der Psychologie, Pharmazie oder Volkskunde ist uns egal, oder?
Hier die aktuellen Studierenden-Statistik der Uni Wien. Schauen Sie mal, wie viele Gendergaps in beide Richtungen es da gibt. Gaps, die offenbar niemanden kümmern
http://studien-lehrwesen.univie.ac.at/fileadmin... _2012S.pdf
Ich als Mann fühle mich schon lange unwohl, wie man versucht Frauen überall mit Zwang reinzudrücken. Deswegen haben in meiner Firma Frauen keine Chance mehr. Steigt auf die Barrikaden Männer. Man kann mit uns nicht machen was man will!!!
werden die Leute dann eben besser zu männlichen Ärzten gehen, weil diese tendenziell besser geeignet sein dürften (wenn sie es trotz offensichtlicher Benachteiligung geschafft haben). Dann gibt es den Zwang, zu einer Frau zu gehen, usw.; es ist eine nicht enden wollende Arbeit, diese Gleichmacherei der Geschlechter.
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