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Viele Mitarbeiter würden auf den Urlaub verzichten, meint die Obfrau der Handelssparte in der Wirtschaftskammer, und lieber das Geld ausbezahlt bekommen. Foto: Stephan Barth/www.pixelio.de
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"Kann man sich erholen, wenn man finanziell eingeschränkt ist, weil man zum Beispiel gerade beim Hausbauen ist?" Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch glaubt nicht an den Erholungsfaktor Urlaub. Zumindest nicht als alleiniges Ventil, um den Arbeitsdruck abzulassen: "Ich war bis jetzt heuer drei Tage auf Urlaub und fühle mich ausgesprochen wohl", sagt Lorentschitsch im Gespräch mit derStandard.at.
Ihren Vorstoß, angesammelten Resturlaub ausbezahlen lassen zu können, verteidigt sie: "Mir geht es um mehr individuelle Freiheit, um die Bedürfnisse der Mitarbeiter." Alles unter der Prämisse des Prinzips Freiwilligkeit: "Es sollte kein Zwang sein, sondern eine Vereinbarungsmöglichkeit."
Wie eine solche "Vereinbarungsmöglichkeit" im Detail aussehen könnte, darauf will sich die Salzburgerin nicht festlegen. Nur so viel: Es könnte etwa jedes zweite Jahr die Gelegenheit für monetäre Abgeltung geben, oder wenn das Konto des Resturlaubs eine gewisse Grenze überschreite. Hier spekuliert sie mit 20 oder 30 Tagen. Ihr Vorpreschen sei mehr den Bedürfnissen der Dienstnehmer und weniger den Wünschen der Firmen geschuldet, behauptet sie. "Ich habe die Rückendeckung vieler Mitarbeiter, die das so sehen", so Lorentschitsch, die seit 25 Jahren als Unternehmerin tätig ist, "da habe ich es öft gehört". In ihren Augen ist das Unverständnis über das Ablöseverbot weit verbreitet: "Es gibt einfach Menschen, die viel und gerne auf Urlaub sind, und Menschen, die gerne arbeiten, weil sie etwa die sozialen Kontakte im Betrieb schätzen."
Dass solch flexible Regelungen die Burn-out-Raten weiter in die Höhe treiben könnten, daran glaubt sie nicht: "Wir wollen ja keinen Urlaub streichen." Lorentschitsch ist überzeugt, dass Unternehmen keinen Druck auf ihre Mitarbeiter ausüben, auf Urlaube zu verzichten, sollte ihr Wunsch tatsächlich Gesetz werden. Auch nicht jene Betriebe, die sich eine Entschädigungszahlung leisten könnten. Die Kosten wären nämlich nicht unbeträchtlich. Zum normalen Gehalt würden noch Zulagen, Provisionen etc. kommen. Das heißt, die Tage müssten teuer abgekauft werden. Deshalb sei die freiwillige Basis wichtig, betont Lorentschitsch und berichtet von vielen Fällen mit 40 oder 50 Tagen an Resturlaub.
Ansprüche können auch verjähren. Und zwar zwei Jahre nach Ende des Urlaubsjahres, in dem der Urlaub entstanden ist. Bei jeder Konsumation wird immer der älteste noch offene Urlaub verbraucht.
Klare Ablehnung erntet Lorentschitsch von der Arbeiterkammer. Das Ablöseverbot des Urlaubs sei nicht verhandelbar, sagt Doris Rauscher-Kalod, Leiterin der Arbeits- und Sozialrechtsabteilung der Arbeiterkammer Niederösterreich. "Dem Gesetzgeber war immer schon klar, dass Urlaub ausschließlich dazu dient, dass Dienstnehmer sich regenerieren können und Zeit mit der Familie verbringen können", so Rauscher-Kalod gegenüber derStandard.at. Und fünf Wochen Urlaub pro Jahr seien ohnehin ein "gerade akzeptables Maß".
In einem aufrechten Dienstverhältnis ist es gesetzlich verboten, sich die Urlaubstage ablösen zu lassen. "Diese Bestimmung soll Dienstnehmer vor Dienstgeberbegehrlichkeiten schützen." Diese könnten, im Gegensatz zu Lorentschitschs Behauptung, sehr wohl Druck ausüben, warnt Rauscher-Kalod: "Wie oft haben wir in der Praxis gerade zur Urlaubszeit Anfragen von Dienstnehmern, weil der Chef aufgrund der schmalen Personaldecke nur Kurzurlaube zulässt oder Urlaubssperren verhängt oder überhaupt Betriebsurlaub verordnet."
Sollte eine Ablösemöglichkeit gesetzlich verankert werden, befürchtet sie massive Verschlechterungen für Arbeitnehmer: "Was wird dann der einzelne Urlaubstag netto wert sein, wenn der gesamte monatliche Auszahlungsbetrag für die Steuer herangezogen wird?" Deswegen deponiert sie ihr klares Nein zum Flexibilisierungswunsch: "Urlaub ist Freizeit und dient dazu, sich von der anstrengenden Arbeit zu erholen."
Handelsobfrau Lorentschitsch will trotzdem nicht lockerlassen, auch wenn ihre Position nicht einmal innerhalb der Wirtschaftskammer akkordiert ist. Das Thema Urlaub soll am Tapet bleiben. Das hofft auch die Gewerkschaft, allerdings mit einem Kontrastprogramm. Die Interessenvertreter fordern nämlich eine sechste Urlaubswoche für alle Angestellten. In manchen Kollektivverträgen ist es bereits Standard, die Gewerkschaft wünscht sich das flächendeckend. Dass es in typisch sozialpartnerschaftlicher Manier zu einem Kompromiss - sechste Urlaubwoche gegen ein Ende des Ablöseverbots - kommt, glaubt Lorentschitsch aber nicht: "Ich bin keine Freundin von Tauschhandel." (Oliver Mark, derStandard.at, 7.8.2012)
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sollte Arbeit über die 40 Stunden hinaus verboten werden - oder wann erholen sich Führungskräfte (in 5 Wochen Urlaub, den sie gar ned Konsumieren???).
Bestätigt sich da vielleicht das die oberereren Herr und Frauschaften gar ned so viel arbeiten ?
wer nicht am arbeitsplatz ist (bis jetzt war es krankheit, dann wird es auch urlaub sein), riskiert seinen arbeitsplatz zu verlieren!
warum gehen so viele mitarbeiter krank in die arbeit? die wneigsten, weil sie die arbeit so sehr lieben! pure angst um den arbeitsplatz!
wenn sie jetzt auf urlaub gehen, dann brauchen sie gar nicht mehr zu kommen!
ist nur ein weiteres stück, um die mitarbeiter mehr auszupressen.
"Ich habe die Rückendeckung vieler Mitarbeiter, die das so sehen", so Lorentschitsch, die seit 25 Jahren als Unternehmerin tätig ist, "da habe ich es öft gehört".
"Ich habe die Rückendeckung vieler Mitarbeiter, die das genaus nicht so sehen", so Freddie Freelaoder.
Und jetzt?
Das Thema CSR groß auf die Fahnen heften, aber den Mitarbeitern den Urlaub abkaufen wollen.
Das Argument vom armen Häuslbauer kommt auf sehr dünnem Eis daher.
Wenn man so in einer großen Firmengruppe verbandelt ist und in den Chefetagen umherwandert, dann entwicklet man vielleicht ein selektives Gehör.
Und bevor eine Vertreterin der WK weiter für die Arbeitnehmer spricht: Ich möchte Urlaub niemals an meinen Arbeitgeber verkaufen! Maximal umgekehrt. Für eine Familie ist wohl nichts wichtiger als gemeinsame Zeit und die bekomme ich nicht, wenn ich auch noch den Urlaub am Arbeitsplatz verbringe.
heute ist die gewerkschaft der grösste arbeitsplatzvernichter geworden.auf die barrikaden gehen sie nur mehr für die eigenen vorteile ( die ihrer funktionäre ) und die der altmitglieder vor allem der beamten.
sind in den chefetagen unterwegs.
Jeder halbwegs gutbezahlte Angestellte scheisst auf die Kohle und nimmt den Urlaub.
Nur die minder..bemittelten.. müssen schauen wie sie mit dem Geld zurechtkommen und tauschen im Notfall Urlaub gegen 'Geld.
... ich mich an. Die Zeit kann mir niemand ersetzen, ausserdem würde ich vermuten, dass die Ablöse des Urlaubs steuerlich nicht wirklich attraktiv sein wird.
Zum Beispiel Hausbau - wann bauen die meisten Häuslbauer denn ihr Haus, wenn nicht in 4 Wochen Urlaub im Sommer und den darauffolgenden Abenden und Wochenende (zumindest ist das in meinem Arbeitsumfeld und Bekanntenkreis so). Da scheint jemand noch nie ein Haus gebaut zu haben...
Das ganze widerspricht eigentlich dem Sinn eines Urlaub, nämlich die Erholung des Mitarbeiters bzw. der Mitarbeiterin.
Wäre natürlich andenkbar, wenn gelegentlich ein Urlaub nicht möglich wäre (Geldmangel, Krankheit etc.), aber Urlaub bedeutet ja nicht unbedingt eine teure Reise zu machen, schon allein zu Hause abzuhängen mit einem Buch etc. bedeutet heutzutage einen enormen Gewinn und Erholung.
Aber so wie wir alle die globalisierte Wirtschaft kennen, würde es ja nicht lange bei einer Freiwilligkeit bleiben, da würde auf kurz oder lang den Mitarbeitern empfohlen werden, auf einen Urlaub zu verzichten und wer da nicht mitspielt wird halt seinen Job verlieren. Kein Problem für die Wirtschaft, es gibt ja genug Leute die's billiger machen.
zum Schluß ist dann meist der Job weg, weilst nicht mehr funktionieren kannst!
Burn Out ist eine schwere, langwierige Erkrankung, die schleichend, fast unmerkbar kommt - weil das Gefühl für sich selbst immer mehr zurückgeht;
Familie, PartnerInnen, Freunde, andere Perspektiven im Leben - all das kommt zu kurz, wenn sich wer mit Haut und Haar der Firma verschreibt - und in seinen 40ern oder 50ern vor einem Scherbenhaufen steht - Job weg (wir haben dir eh gesagt, arbeit nicht soviel), ParternIn weg (gibt ja kein Beziehungsleben mehr) und Perspektive für die Zukunft bestenfalls "offen" - Jahre, Jahrzehnte wurden für "die Firma" geopfert, zum Schluß bleibst über ...
das "letzte Hemd" hat halt kein Säckel ...
Klingt jetzt vielleicht hart, aber zumindest einige Burn-Out Opfer sind ja wirklich selber schuld.
Es gibt auch selbstauferlegte Aufopferung für die Firma, es ist nicht immer der "böse Arbeitgeber" schuld. Auch wenn es da sicher genug Ausbeuter gibt..
Ansonsten darf nichts verhandelbar sein. Schon jetzt wird vielerorts schon mit sehr dünnen Personaldecken gearbeitet. Wenn jemand krank wird oder auf Urlaub geht, dann ist oft schon Feuer am Dach, weil für die Arbeit zu wenige Arbeitskräfte eingestellt werden.
Die Situation würde sich noch verschlimmern. Den gesamten Urlaub für jemanden auszubezahlen ist sicher immer noch billiger als zusätzlich wen einzustellen...
Wow !
Die Spartengeschäftsführerin in der Wirtschaftskammer goes Gewerkschaft !
Diese plötzliche Vertretung von Arbeitnehmerinteressen ist ja sehr interessant.
Was kommt als nächstes ?
Setzt sich der Foglar für eine geringe KÖSt ein ?
... wenn alle Mitglieder der "Sparte Handel" mal anfangen, Überstunden gesetzeskonform auszuzahlen, der Großteil der dort Beschäftigten auf einmal nicht mehr "so finanziell eingeschränkt ist" und genug Geld hat, um sich im Urlaub adäquate Erhohlung zu leisten...
Ein Hohn diese Argumentation, aber auch nicht mehr...
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