EZB-Anleihenprogramm ruht weiter

Es gab auch keine Bondkäufe in der Vorwoche. Ökonomen erwarten aber ab September Kauf italienischer und spanischer Staatsanleihen

Frankfurt/Berlin - Die EZB hält sich weiter von den Anleihemärkten fern. Wie die Europäische Zentralbank EZB am Montag in Frankfurt mitteilte, wurden in der vorigen Woche erneut keine Bondkäufe abgewickelt. Das im Mai 2010 gestartete Programm zum Ankauf von Staatsanleihen im Volumen von bisher 211,5 Mrd. Euro ruht bereits seit März. Die EZB dürfte nach Einschätzung von Ökonomen allerdings im September mit dem Kauf von italienischen und spanischen Staatsanleihen beginnen.

In einer jüngst veröffentlichten Reuters-Umfrage zeigten sich die Volkswirte überzeugt, dass die Notenbank die Ankäufe erst in die Wege leiten wird, wenn die Regierungen der Euro-Zone die Rettungsschirme am Anleihenmarkt aktiviert und die kriselnden Länder Hilfe angefordert haben. Im Kampf gegen die Schuldenkrise hatte EZB-Chef Mario Draghi die Bereitschaft der Zentralbank zu massiven Eingriffen unterstrichen. (APA/Reuters, 6.8.2012)

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10 Postings
irgendwie kann ich das nicht so recht glauben...

Seit zwei (Börsen-)tagen steigen die Kurse, insbesondere die der Banken, massiv. Etwas in meinem Bauch sagt mir, daß am Freitag Schritte beschlossen wurden die uns viel kosten und den Banken viel nutzen werden... Tenor: "der Markt hat immer recht"... die wissen also etwas, das die Öffentlichkeit noch nicht weiß.

Ach was die Berliner Kaltmamsell wird's zu verhindern wissen.

Nix passiert bis zur Währungsreform. Schon bald.
http://www.fuw.ch/article/n... er-stelle/

Der freie Wirtschaftskapitalismus verbietet natürlich das die EZB Staatsanleihen kauft. Sonst wäre es möglich, dass die Nationalbanken Staatsanleihen kaufen, d.h. sich der Staat selbst finanziert.
Aber natürlich will die kapitalistische Bankenwirtschaft den Ertrag aus den Staatsbürgern rauspressen. Diese kann ja zu 0,0%/0,75% Geld bei der EZB leihen und dann z. B. österreichische Staatsanleihen mit 3,4% Verzinsung kaufen.
Staatsbürgern zahlen die Zinsdifferenz für diese wirtschaftliche Leistung.

Mit AT-Anleihen ist kein Geschäft zu machen

Eine 3-jährige AT-Anleihe bring derzeit die Rendite von 0,2%. Das ist weniger als die Banken für EZB-Geld zahlen, welches ebenfalls auf 3 Jahre befristet ist.

Befristungen von EZB-Krediten umgehen die Banken durch gegenseitigen Austausch von Krediten ;-)
Bank A zahlt an Bank B, Bank B tilgt den Kredit bei EZB und nimmt daraufhin wieder einen EZB-Kredit, den sie zur Tilgung an Bank A zurückzahlt, die wiederum ihren EZB Kredit tilgt. Durch die Zinsdifferenz zwischen den Banken erhöht sich die "Geldsumme" (ergibt sich wiederum Gewinn für die Banken). Deshalb auch die Panik der Liquidität, wenn sich Banken untereinander keine Kredite geben ;-)

So funktioniert das nicht. Warum sollten die Banken gegenseitig Kredite austauschen, solange sie das Geld von der EZB bekommen. Keine Bank gibt sich mit wertlosen Sicherheiten zufrieden.

Nach 3 Jahre wird die EZB wieder Geld verteilen. Ungewiss sind jedoch die Konditionen.

Druckt endlich Geld!

Umso schneller ist es mit dieser Esperantowährung endlich vorbei!

Der EZB wird wohl gerade auch das Geld ausgehen...

Die EZB hat angekündigt nur für Staaten unter dem Schutzschirm zu intervenieren, womit der Ball bei den maroden Staaten liegt. Nachdem Griechenland gegen den Willen Deutschlands geholfen wurde (neue Linie) würde ein Abgehen von diesem Grundsatz einen massiven Konflikt mit dem wichtigsten Zahler Deutschland auslösen. Es stellt sich allerdings überhaupt die Frage, wie weit die Deutschen bereit sind sich zugungsten der maroden Staaten zu verpflichten?

Kommt es jetzt endlich auch in Österreich zu einer längst überfälligen angemessenen Rücktrittskultur, wenn Politiker schwerwiegende Verfehlungen begehen oder durch Fehlentscheidungen einen Milliardenschaden für den Steuerzahler verursachen?

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinu... n/gastkomm

Deutschland hängt doch letztendlich genauso drin. Glaubt wirklich irgendwer, dass ein Staaten- und Bankendomino in den Südländern keine fatalen Auswirkungen auf DE, AT, usw hätte?

Meiner Ansicht nach sollte die EZB aber eben *nicht* nur in den Problemländern einspringen, sondern wenn dann Staatsanleihen breit gestreut und unverzinst kaufen - beispielsweise aufgeteilt nach Bevölkerung.

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