Mindestens sechs Tote bei Angriff auf ivorische Armee

6. August 2012, 14:29

Unbekannte stürmten Militärstützpunkt in Abidjan

Abidjan - Bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt in der westafrikanischen Republik Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) sind mindestens sechs Menschen getötet worden. In verschiedenen Teilen der Militärbasis in der Wirtschaftsmetropole Abidjan waren insgesamt sechs Leichen zu sehen, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Montag berichteten. Boden und Wände waren mit Blut bespritzt. Wer die Angreifer waren, war zunächst unklar. Nach Angaben von Bewohnern stürmten sie den Stützpunkt am frühen Morgen und schossen aus automatischen Schusswaffen und Kalaschnikows um sich. Die ivorische Armee habe anschließend Stellung um die Basis bezogen und Kontrollen vorgenommen.

Am Sonntag waren bei einem Angriff auf ein Polizeirevier und einen militärischen Kontrollposten in Abidjan fünf Soldaten der ivorischen Armee getötet worden. Seit dem Ende des blutigen Machtkampfes an der Staatsspitze, bei dem zwischen Dezember 2010 und April 2011 rund 3000 Menschen getötet worden waren, beruhigte sich die Lage weitgehend. Es gibt aber immer wieder teils tödliche Zwischenfälle angesichts ethnischer Spannungen.

Gbagbo erkennt Niederlage nicht an

Der frühere ivorische Präsident Laurent Gbagbo hatte sich geweigert, seine Niederlage bei der Präsidentenwahl vom November 2010 anzuerkennen. Der von Gbagbo-Gefolgsleuten dominierte Verfassungsrat hatte eine halbe Million Stimmen mit der Begründung annulliert, dass in den Hochburgen seines Widersachers Alassane Ouattara im überwiegend muslimischen Norden Anhänger Gbagbos an der Stimmabgabe gehindert worden seien. Der darauffolgende monatelange Machtkampf endete mit der Gefangennahme Gbagbos, bei der die frühere Kolonialmacht Frankreich die Hände im Spiel hatte. Gbagbos Anhängerschaft, aber auch afrikanische Politiker wie Ruandas Präsident Paul Kagamé haben Frankreich vorgeworfen, "seinen" Kandidaten Ouattara mit militärischer Gewalt durchgesetzt zu haben.

Nach Erkenntnissen von Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch (HRW) wurde auch unter Ouattara weiter hemmungslos gefoltert und gemordet. HRW warf den Sicherheitskräften Ouattaras blutige Vergeltungsaktionen gegen wirkliche oder vermeintliche Gbagbo-Anhänger vor. Die Elfenbeinküste, die gemeinsame Grenzen mit Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana hat, nimmt in der Kakaoproduktion weltweit den ersten Rang ein. (APA, 6.8.2012)

"Frankreich vorgeworfen, "seinen" Kandidaten Ouattara mit militärischer Gewalt durchgesetzt zu haben."

Jetzt wo Gbagbo in Den Haag sitzt, kann man sowas ja mal schreiben...

Vorher nur "Frankreich unterstützt rechtmäßigen Wahlsieger". Widerlich.

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