PKK-Kämpfer sprengen Ölpipeline in der Türkei

Leitung von Kirkuk nach Ceyhan neuerlich unterbrochen

Istanbul - Kurdische Rebellen haben im Südosten der Türkei eine Ölpipeline gesprengt. Die vom nordirakischen Kirkuk zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan führenden Leitung sei seit der Nacht unterbrochen, berichtete das türkische Staatsfernsehen TRT am Montag. Der Anschlag, der dritte seit Jahresbeginn, ist demnach in der türkischen Provinz Mardin verübt worden, nördlich der Grenze zum Nachbarland Syrien. Die der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) nahestehende Nachrichtenagentur Firat berichtete, kurdische Kämpfer hätten den Anschlag verübt.

Im Osten der Türkei waren bei Gefechten zwischen PKK-Kämpfern und dem Militär mindestens 23 Menschen getötet worden, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi (AA) am Sonntag berichtete. In den vergangenen zwei Wochen wurden nach Angaben von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bei Kämpfen insgesamt 115 Angehörige der PKK getötet. PKK-Kämpfer haben in den vergangenen Tagen mehrfach Posten der türkischen Sicherheitskräfte angegriffen.

Die PKK hatte im April 2009 angekündigt, ihre bewaffneten Aktivitäten vorübergehend einzustellen. 2010 kündigte sie aber einen verstärkten Kampf gegen den türkischen Staat an und erklärte eine einseitig erklärte Waffenruhe für hinfällig. Die türkische Regierung sei wegen ihrer "Angriffe auf das kurdische Volk" verantwortlich für diesen Schritt, hatte es geheißen. Der vom türkischen Geheimdienst aus Kenia entführte PKK-Chef Abdullah Öcalan, der seit 1999 in Haft ist, war von einem Staatssicherheitsgericht zum Tod verurteilt worden. Sein Todesurteil wurde nach Abschaffung der Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt.

Die Türkei hatte ihr Veto dagegen eingelegt, dass die Vielvölkerstadt Kirkuk mit ihren Ölfeldern in das kurdische Autonomiegebiet im Nordirak eingegliedert wird. Ankara befürchtet, dass eine kurdische Kontrolle über die an Ölvorkommen reiche Region um Kirkuk zur Entstehung eines auch wirtschaftlich lebensfähigen kurdischen Separatstaates führen könnte. (APA, 6.8.2012)

Share if you care