Schrott im Halbfinale - Mayer out

6. August 2012, 12:26
  • Beate Schrott auf dem Weg ins Semifinale.
    foto: ap/ anja niedringhaus

    Beate Schrott auf dem Weg ins Semifinale.

  • Es hat nicht gereicht.
    foto: epa/okten

    Es hat nicht gereicht.

Insgesamt 20-beste Zeit bei sehr unterschiedlichen Windbedingungen - Medizin-Studentin: "Mein Soll ist erfüllt". Mayer als 24. out

London - Geschlafen hat sie nicht viel, putzmunter war sie dennoch. "Mein Herz hat so gepumpert. Von Mitternacht bis heute früh", erzählte Beate Schrott, nachdem sie die große Nervosität vor ihrem Olympia-Debüt meisterhaft weggesteckt hatte und mit einem Vorlaufsieg in das Halbfinale über 100 m Hürden in London eingezogen war. Diskuswerfer Gerhard Mayer hingegen verpasste die Finalqualifikation als 24. deutlich.

ÖLV-Rekordlerin Schrott reichte ein lockerer Lauf in 13,09 Sekunden, die zweitplatzierte Belgierin Eline Berings kam erst nach 13,46 über die Ziellinie. "Ich war schnell weit vorne, das kam mir ein bisschen komisch vor. Ein Vorlaufsieg ist unglaublich - was will ich mehr", sagte die Medizin-Studentin, die mit ihrer Zeit unter 48 Läuferinnen an die 20. Stelle kam. Schnellste war die Australierin Sally Pearson in 12,57 vor der US-Amerikanerin Lolo Jones mit 12,68.

Im Halbfinale der Top-24 wird Schrott mit Sicherheit mehr gefordert werden, das Rennen will sie einerseits mehr genießen, andererseits hat sie noch Großes vor. "Ich habe mein Soll mit dem Aufstieg erfüllt. Aber ich will noch schneller laufen. Eine 12,9 setze ich mir als Ziel, denn das habe ich drauf", meinte die 24-Jährige, die erst am 17. Juli in Luzern ihren österreichischen Rekord auf 12,82 gedrückt hatte.

Enges Feld

Schrott ist im ersten der drei Läufe auf Bahn sechs am Start (20.15 Uhr MESZ). Sie hat knapp die schwächste Saisonbestleistung, allerdings liegt das Feld mit Zeiten von 12,65 bis 12,82 eng zusammen.

Schrott hatte sich am Sonntagabend im Olympischen Dorf am Fernseher die Leichtathletik-Bewerbe angesehen. "Ich konnte dann lange nicht einschlafen, hatte ständig Bilder von Bolt und den 400 Metern im Kopf. Im Zimmer war es heiß und draußen laut, also habe ich mir dann meine großen Kopfhörer aufgesetzt und damit geschlafen", erzählte die Athletin von Union St. Pölten.

Mayer ausgeruht ausgeschieden

Mayer störte der Lärm im Dorf nicht, er kam ausgeruht zum Wettkampf in das schon bei der Vormittagssession mit 80.000 Zuschauern voll besetzte Stadion. Sein weitester der drei Versuche ging auf 60,81 m, das war in dem Weltklassefeld zu wenig.

"Ich war beim Einwerfen ganz locker. Dann hat es bei meinem ersten Versuch zu nieseln begonnen und ich habe den ganzen Druck reingelegt, hatte aber leider etwas Rückenlage. Vielleicht wollte ich etwas zu viel", sagte der EM-Achte von Helsinki, der in Finnland im strömenden Regen überzeugt hatte und dieses Kunststück in England wiederholen wollte. Bester war der Este Gerd Kanter mit 66,39 vor dem Deutschen Robert Harting mit 66,22.

Für den Aufstieg wären 63,55 Meter notwendig gewesen - unerreichbar an diesem Tag für Mayer. "Das ist der stärkste Wettkampf, an dem ich bis jetzt teilgenommen habe. Nach Peking 2008 sind noch einmal starke Leute dazugekommen." Der Franzensdorfer war in China an die 18. Stelle gekommen, seinen größten Wurf landete der österreichische Rekordhalter bisher bei den Freiluft-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin, als er Achter war. Mayers Saisonbestleistung 2012 steht bei 63,33 m. (APA, 6.8.2012)

DAMEN - 100 m Hürden, Vorläufe (Top 3 plus 6 Zeitschnellsten im Halbfinale am Dienstag):

1. Lauf: 1. Alina Talay (BLR) 12,71 Sek. - 2. Jessica Zelinka (CAN) 12,75 - 3. Tiffany Porter (GBR) 12,79 - 4. Anne Zagre (BEL) 13,04

2. Lauf (+ 0,1 m/Sek.): 1. Beate Schrott (AUT) 13,09 - 2. Eline Berings (BEL) 13,46 - 3. Ivanique Kemp (BAH) 13,51. Nicht angetreten: Jessica Ennis (GBR), Latoya Greaves (JAM)

3. Lauf: 1. Kellie Wells (USA) 12,69 - 2. Tatjana Dektjarewa (RUS) 12,87 - 3. Lucie Skrobakova (CZE) 13,01 - 4. Cindy Roleder (GER) 13,06 - 5. Shermaine Williams (JAM) 13,07

4. Lauf: 1. Nevin Yanit (TUR) 12,70 - 2. Dawn Harper (USA) 12,75 - 3. Jekatarina Galizkaja (RUS) 12,89 - 4. Derval O'Rourke (IRL) 12,91 - 5. Nikkita Holder (CAN) 12,93

5. Lauf: 1. Sally Pearson (AUS) 12,57 - 2. Reina-Flor Okori (FRA) 13,01 - 3. Carolin Nytra (GER) 13,30

6. Lauf: 1. Lolo Jones (USA) 12,68 - 2. Phylicia George (CAN) 12,83 - 3. Marzia Caravelli (ITA) 13,01 - 4. Julia Kondakowa (RUS) 13,10

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6 Postings

Ist ein Wahnsinn. Talent. Der Mayer rennt zuerst oesterreichischen Marathonrekord und dann wirft er auch noch olympisch. Obwohl ja aber leider auch gesagt werden muss, dass er der Dopingkueche leider durch den Wintersport halt auch recht nahesteht. Owa, Urbursch, im Winter und im Sommer. Bei den naechsten Spielen in 2015 wird er es besser machen.

Im ORF-Beitrag heute wurde erwähnt, dass Mayer für das Diskuswerfen eigentlich 10-15 cm zu klein und und 10-20 kg zu leicht ist. Mir ist völlig schleierhaft, warum ein Sportler mit Steuergeldern finanziert wird, der für die von ihm ausgewählte Sportart nicht einmal die körperlichen Voraussetzungen mitbringt.

allesfürnHUGO ist ein echter Horst

glaub net alles was der ORF sagt.

Der Weltrekordler und Olympiasieger Schult hatte ca die gleichen Maße

"Mir ist völlig schleierhaft..."

....bestimmt nicht nur in der Sache.

Österreichischer Rekord muss drin sein.

Gratuliere! Tolle Leistung.
Viel Glück noch fürs Halbfinale morgen.

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