Mali-Rebellen sollen Kinder als Soldaten missbrauchen

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Expertin Juliane Kippenberg: "Die Lage ist dramatisch"

Bamako/Paris - Massive Verletzungen der Menschenrechte von Kindern und Frauen im Norden Malis werden von Human Rights Watch (HRW) angeprangert. Kinder ab zwölf Jahren, vielleicht sogar jünger, seien dort als Kindersoldaten rekrutiert worden, sagte die für Kinderrechte zuständige Expertin der Menschenrechtsorganisation, Juliane Kippenberg, am Montag. "Die Lage der Kinder in Mali ist dramatisch." Nach einem Putsch in Bamako im März hatten islamische Rebellen und Tuareg-Kämpfer die nördlichen Gebiete Malis erobert. Dort herrschen seither Islamisten mit Verbindungen zur Terrororganisation "Al-Kaida im Islamischen Maghreb" (AQMI).

"Im Norden Malis entsteht eine außerordentlich gefährliche Situation", schreibt die französische Zeitung "Le Monde". "Die Brutalität der neuen Herren der Region destabilisiert die Länder der Sahel-Zone. (...) Der Norden Malis könnte ein Rückzugsgebiet für Terrorgruppen werden, die Anschläge gegen europäische Länder planen." Nach Einschätzung von Jacques Attali, dem langjährigen Berater und Vertrauten des verstorbenen französischen Präsidenten Francois Mitterrand, könnte die Ex-Kolonie Mali für Frankreichs Sicherheit zu einem noch viel gefährlicheren Problem werden als Afghanistan. Die Sezession des Nordens mit der Bezeichnung "Azawad" könne die ganze Sahara- und Sahel-Region von Senegal und Mauretanien bis zum Tschad destabilisieren, schrieb der ehemalige Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). (APA, 6.8.2012)

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