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Im Frühjahr 2011 trifft sich der damalige Europaparlamentarier Ernst Strasser (ÖVP) mehrmals mit Journalisten der englischen "Sunday Times", die sich als Lobbyisten getarnt haben. Die Enthüllung der Gespräche, in denen der ehemalige Innenminister erklärt, für seine Klienten bei "kritischen Inhalten" Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen, führt zum Rücktritt Strassers. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Bestechlichkeit, demnächst wird über eine Anklage entschieden.
Der "Kurier" veröffentlichte kürzlich eine Übersetzung der Gespräche, die Strasser mit den Journalisten führte. Hier ein "Best-of" der Strasser-Sager. (red, derstandard.at, 6.8.2012)
"Angemessene Strafe gefunden" - Strafmaß kann sich nun nicht mehr erhöhen
Manche Juristen meinen, das Urteil gegen Strasser sei zu streng, andere halten es für angemessen
Ehemaliger Rechnungshof-Präsident lobt Korruptionsstaatsanwaltschaft - Strasser-Verteidiger: Man hätte ihn freisprechen müssen
Richter: Kein Zweifel, dass Strasser eine monetäre Leistung für Einfluss auf Gesetzgebung gefordert hat - Elektronisch überwachter Hausarrest ausgeschlossen, Urteil nicht rechtskräftig
Oberster Gerichtshof entscheidet über Nichtigkeitsbeschwerde - Schriftliches Urteil Mitte März
Für Gesetzgeber in Straßburg gelten höhere Ansprüche
Nicht nur über eine mögliche Anklage Karl-Heinz Grassers könnte demnächst entschieden werden - auch gegen andere Ex-Minister wird ermittelt
Alle schwarzen Regierungsmitglieder halten sich bedeckt zum Strasser-Urteil
400 mitgehörte Telefonate des Ex-Innenministers wurden verschriftlicht - Urteil nicht rechtskräftig
Der 48-jährige Georg Olschak führt straffe Verfahren
Am Freitag wurde noch einmal Strassers Geheimdienst-These überprüft
Von Witzen über "Ernst-Haft" bis zu seriösen Beiträgen
Animalisch ging es am Freitag im Wiener Landesgericht her: Beim Bestechungsprozess gegen Ernst Strasser schilderte dessen Lebensgefährtin, warum der Exinnenminister auf Agentenjagd gehen wollte.
31-Jährige hatte bestritten, nach Auffliegen der Bestechungsaffäre noch Kontakt zu Strasser gehabt zu haben - Telefonprotokolle beweisen das Gegenteil
Nach Videokonferenz mit als Lobbyisten getarnten Journalisten soll Verfahren in erster Instanz abgeschlossen werden
Damit verschiebt sich auch die geplante Urteilsverkündung
Videobefragung am 11. Jänner bleibt für Medien und Zuschauer unsichtbar - Urteil für selben Tag geplant
Staatsanwältin Maruna vermutet, dass Strasser-Assistentin "nicht unbeeinflusst" ausgesagt hat, und fordert neue Ladung
Anklägerin misstraut Zeugin, Ex-Minister attackiert Staatsschutz
Früherer Rivale im EU-Parlament, der EP-Abgeordnete Othmar Karas, belastete Strasser schwer
Ex-Fraktionskollege: Wie keiner zuvor habe der frühere EU-Mandatar wegen eines Antrags interveniert
Frühere Büromitarbeiterinnen Strassers und Verfassungsschutz-Chef Gridling waren geladen
Juristen sind uneins, was die Bewertung der Strasserschen Interventionen betrifft
Britische Journalisten wurden für 13. Dezember erneut geladen
Strasser ist das fleischgewordene System Pröll.
Ernst Strasser gilt als Pröll-Erfindung. Er hat ihn 1992, als Pröll ÖVP-Landeschef wurde, in die Landespolitik geholt. Und der gebürtige Oberösterreicher machte im Pröll-Team schnell Karriere. Strasser begann als Landesparteisekretär, es folgten Bestellungen zum Landtagsabgeordneten, Klubobmann und als Höhepunkt dann die KÜR zum Innenminister, schreibt "Österreich".
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