"Magische Arme" aus 3D-Drucker lassen krankes Mädchen spielen

  • Gedruckte Armstützen ermöglichen der zweijährigen Emma ein selbstständiges Spielen.
    screenshot: derstandard.at

    Gedruckte Armstützen ermöglichen der zweijährigen Emma ein selbstständiges Spielen.

Konstruktion mit wenigen Klicks an Wachstum anpassbar

Weil sie an einer angeborenen Gelenksteife (Arthrogrypose) leidet, hat die zweijährige Emma Lavelle die Fähigkeit verloren, ihre Arme selbstständig zu heben. Nun konnte moderne 3D-Drucktechnik dem kleinen Mädchen helfen.

Prototyp zu groß und schwer

"Wir erfuhren wir, dass eine Arthrogrypose-Konferenz stattfinden sollte und noch Plätze frei waren", sagte Emmas Mutter Megan. Auf just diesem Event stellte der Wissenschaftler Tariq Rahman vom Alfred-I.-duPont-Kinderspital in Delaware eine frühe Version des Wilmington Robotic Exoskeleton (WREX) vor. Das äußere Skelett ist dafür gedacht, die krankheitsbedingten Bewegungs- und Muskeldefizite auszugleichen.

Die Familie fand sich schließlich in Rahmans Workshop wieder, wo mit Hilfe der jungen Patientin das Konzept getestet wurde. Wenngleich ihr die metallischen Hilfen wieder ermöglichten, ihre Arme zu bewegen, waren sie aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts stationär an einen Standfuß befestigt.

Plastikkonstrukt macht Hilfe mobil

"Wir mussten nach etwas Leichtem und Kleinem suchen, das an ihrem Körper befestigt werden kann", so Rahman. Die Lösung fand man im hauseigenen Stratasys-3D-Drucker. Mit diesem wurde ein tragbares Exoskelett umgesetzt, das stabil genug für den mobilen Einsatz ist. Als Material wird Plastik eingesetzt, das jenem von Legosteinen ähnelt.

Als weiterer Vorteil lassen sich die Bestandteile des Konstrukts problemlos ersetzen, sollte etwas kaputt gehen. Auch die Anpassung an Emmas Wachstum ist mit wenigen Klicks im 3D-Modelling-Programm möglich.

Das kleine Mädchen kann dank des gedruckten Systems nun wieder selber essen und spielen. Für sie sind die Bewegungshilfen, die sie "magische Arme" getauft hat, ein unverzichtbarer Teil ihres Alltags geworden. (gpi, derStandard.at, 6.8.2012)

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