"Magische Arme" aus 3D-Drucker lassen krankes Mädchen spielen

6. August 2012, 10:29
  • Gedruckte Armstützen ermöglichen der zweijährigen Emma ein selbstständiges Spielen.
    screenshot: derstandard.at

    Gedruckte Armstützen ermöglichen der zweijährigen Emma ein selbstständiges Spielen.

Konstruktion mit wenigen Klicks an Wachstum anpassbar

Weil sie an einer angeborenen Gelenksteife (Arthrogrypose) leidet, hat die zweijährige Emma Lavelle die Fähigkeit verloren, ihre Arme selbstständig zu heben. Nun konnte moderne 3D-Drucktechnik dem kleinen Mädchen helfen.

Prototyp zu groß und schwer

"Wir erfuhren wir, dass eine Arthrogrypose-Konferenz stattfinden sollte und noch Plätze frei waren", sagte Emmas Mutter Megan. Auf just diesem Event stellte der Wissenschaftler Tariq Rahman vom Alfred-I.-duPont-Kinderspital in Delaware eine frühe Version des Wilmington Robotic Exoskeleton (WREX) vor. Das äußere Skelett ist dafür gedacht, die krankheitsbedingten Bewegungs- und Muskeldefizite auszugleichen.

Die Familie fand sich schließlich in Rahmans Workshop wieder, wo mit Hilfe der jungen Patientin das Konzept getestet wurde. Wenngleich ihr die metallischen Hilfen wieder ermöglichten, ihre Arme zu bewegen, waren sie aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts stationär an einen Standfuß befestigt.

Plastikkonstrukt macht Hilfe mobil

"Wir mussten nach etwas Leichtem und Kleinem suchen, das an ihrem Körper befestigt werden kann", so Rahman. Die Lösung fand man im hauseigenen Stratasys-3D-Drucker. Mit diesem wurde ein tragbares Exoskelett umgesetzt, das stabil genug für den mobilen Einsatz ist. Als Material wird Plastik eingesetzt, das jenem von Legosteinen ähnelt.

Als weiterer Vorteil lassen sich die Bestandteile des Konstrukts problemlos ersetzen, sollte etwas kaputt gehen. Auch die Anpassung an Emmas Wachstum ist mit wenigen Klicks im 3D-Modelling-Programm möglich.

Das kleine Mädchen kann dank des gedruckten Systems nun wieder selber essen und spielen. Für sie sind die Bewegungshilfen, die sie "magische Arme" getauft hat, ein unverzichtbarer Teil ihres Alltags geworden. (gpi, derStandard.at, 6.8.2012)

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16 Postings

Wird sie dann zum Updaten per USB angeschlossen oder? ;-)

Es ist schön, dass ...

... es noch Nachrichten in dieser Rubrik gibt, die einen wirklich freuen und an Technik glauben lassen können.

Wunderbar, dann kann sie damit ja auch die selbstgedruckten Pistolen abfeuern.

Allmächtiger, was für ein Satan

Nein.

gut das Apple (noch) kein Patent darauf hat

weil dann ist Schluss mit lustig

Sei so lieb,

und poste das hier:
http://bit.ly/R9CV9J
und hier:
http://bit.ly/RKUXwx
und dort:
http://bit.ly/RlxGRy
und natürlich hier auch noch hin:
http://bit.ly/PQ04d1

Weil dort passt es garantiert genauso gut hin wie hier.

Er hat Jehova gesagt!

Also die Geschichte gefällt mir besser als jene, die beschrieb wie man Gewehrteile nachgedruckt hatte.

super!!!

das ist ja mal wirklich schön!

DAS ist mal wirklich wieder lesenswert!

Schön zu sehen, wenn Technik wirklich helfen kann!

Passiert eh viel öfters als dem Mainstream überhaupt bewußt ist, dem immer noch inhärent eine gewisse Fortschrittsfeindlichkeit innewohnt.

Fortschrittsfeindlichkeit

Liegt doch auch in der mangelhaften Aufklärung seitens der Mainstreammedien. Da wird vorab schon entschieden, was wissenswert ist, und was man den Massen lieber vorenthaltet. Hätte man schon früher über die Möglichkeiten von Touchscreens und flachen mobilen Geräten berichtet, wären die Grabenkämpfe Apple-vs-Samsung/Google das was sie wirklich sind: lächerlich!

Das Übliche...

Gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten,
Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.

In dem Falle glaub ich aber, dass es umgekehrt ist!

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