Nemo: Linux Mint spaltet GNOME-Dateimanager ab

Andreas Proschofsky
6. August 2012, 11:14

Unzufriedenheit mit aktuellen Umbauten - Basiert auf Nautilus 3.4.2 - GNOME argumentiert für neues Design

Eigentlich war Linux Mint einmal als eine erweiterte Variante von Ubuntu entstanden, in den letzten Jahren beschreitet man aber zunehmend eigene Wege: Mit Canonicals Unity konnte man sich so gar nicht anfreunden, entschied sich lieber zunächst für eine angepasste GNOME Shell, um diese Modifikationen dann doch noch mit "Cinnamon" in ein eigenes Projekt zu verwandeln.

Nemo

Nun folgt der nächste Fork: Wie WebUpd8 berichtet, haben die Linux-Mint-EntwicklerInnen unter dem Namen "Nemo" eine Abspaltung des GNOME-Dateimanagers Nautilus vorgenommen. Auslöser für diesen Schritt waren die massiven Umbauten, denen der Nautilus im aktuellen GNOME-Entwicklungszyklus unterliegt, in deren Verlauf auch das eine oder andere Feature - etwa die "Split View" entfernt wurde.

Basis

Nemo nimmt in Folge den Nautilus 3.4.2 - und damit die aktuellste stabile Version der Software - als Basis für die eigene Entwicklung. Die Mint-spezifischen Modifikationen halten sich derzeit wie zu erwarten noch in engen Grenzen: Neben kleineren optischen Veränderungen wird nun die Pfadzeile von Haus aus angezeigt und zwar direkt unter der "Brotkrumen"-Darstellung derselben Informationen. Für die weitere Zukunft will man unter anderem die Konfigurierbarkeit des Dateimanagers weiter verbessern.

Argumente

Unterdessen geht GNOME-Designer William Jon McCann in einem aktuellen Blog-Eintrag ausführlich auf die aktuellen Umbauten und die dahinter stehende Motivation ein. Dabei betont er, dass es keineswegs einfach um das Entfernen von Funktionen geht, wie von Außen gerne interpretiert wird, sondern darum eine wirklich - auch mit anderen GNOME3-Anwendungen - konsistente Nutzungsweise zu finden.

Neue Funktionen

Ganz im Gegenteil erhalte der Nautilus mit der Version 3.6 eine ganze Reihe von neuen Funktionen, etwa die Möglichkeit ausgewählte Dateien rasch in ein neues Verzeichnis zu packen, oder auch Dateien mithilfe des Dateiauswahldialogs rasch an andere Stelle zu Verschieben oder zu kopieren. Dazu komme noch eine wesentlich mächtigere Suche, bislang sei dieser Bereich im Nautilus nur äußerst unbefriedigend abgedeckt gewesen. (apo, derStandard.at, 06.08.12)

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Capt'n Nemo oder findet Nemo? was ist näherliegend ;)

@redaktion

Sehr gut. Lasst euch die Diktatur von Ubuntu nicht gefallen - die wollen den Anwender aktiv verblöden.

...was hat Nautilus mit Ubuntu zutun?

Der Dateimanager ist fester Bestandteil des GNOME Desktops.

Mir gefallen die Änderungen und Aussichten auch nicht! Auch wenn ich Ubuntu inkl. Unity mag. Am Nautilus kann ich mich nicht erfreuen.
Und ich denke es wird bald eine Paketquelle für NEMO geben ;-)

scheint bei ihnen schon zu wirken.

gnome != ubuntu...

wie konnte man

bloß die split view entfernen? versteh ich echt nicht.

naja, das braucht man in Zeiten des Window-Tilings ja eigentlich auch nicht mehr...

so ein schachfug. windowtiling und splitview sind zwei paar schuhe. was stimmt ist: das splitview beim nautilus war so miserabel, dass man es mit windowtiling auch machen hätte können. ich hab keine möglichkeit gefunden, von haus aus zu splitten. genauswenig war es mir möglich die shortcuts zu definieren für kopieren und verschieben (F5 und F6 wäre da eigentlich schon ziemlich standard).
daher verwende ich nach wie vor einen echten dateimanager, eine software die diesen namen auch verdient. jeder mc in der console war dem nautilus überlegen. dafür kann der nautilus halt musikdateien vorschau. unnötig wie ein kropf.

Dass es _dir_ nicht möglich war, Shortcuts zuzuweisen, heisst nicht, dass es nicht geht, und es hat auch nichts mit der Implementierung in Nautilus zu tun. Das Zuweisen von Kürzeln ist ein Desktop-Feature. Folgendes ist zwar aus der Evolution Doku, gilt aber für Nautilus genauso: http://library.gnome.org/users/evo... ts.html.en

viel spass beim desktopweiten umstellen eines shortcuts der aus der taste F5 besteht.
die möglichkeit war mir bekannt, ich habe aber absichtlich die finger davon gelassen.

Äh - der Shortcut ist nicht desktopweit. Die Methode ihn zu setzen ist es.

anyway, wegen den ganzen unwägbarkeiten und unzulänglichkeiten von unity, gnomeshell, mate und cinnamon bin ich jetzt auf kde umgestiegen und hab die distri auch gleich mit gewechselt. opensuse ist halt von haus aus DIE kde distri schlechthin, und dort funktioniert wenigstens die win-ad authentifizierung mittlerweile oob. nix mehr winbind, pam, nsswitch, samba händisch rumdoktern. (obwohl das damals auf der 9.3er suse ganz gut funktioniert hat)

ok, dann eben nicht desktopweit. aber konkret sind f5 und f6 schon belegt in nautilus. und vermutlich auch f3 f4 und f7. und vermutlich ist auch strg+r schon belegt. und zwar alle samt mit aktionen die ich dort nicht will.
wieso sollte ich mir das antun, hier anpassungen im kreis vorzunehmen und mir einen wolf zu konfigurieren wenn es ein echter dateimanger von haus aus hat, und es sogar ein launchpad repo gibt? ich spreche von double commander.

Dann definier sie halt um. Das geht genauso. Bei mir funktioniert z.B. F5 für "Kopieren auf andere Seite" wunderbar.

Lustig, wie du dich windest, als sich eine Behauptung nach der Anderen als falsch herausstellt.

Mittlerweile ist dein einziges Argument: "Aber mein Lieblings-Shortcut XY ist nicht der Default."

nö, das hauptargument ist, dass es kein splitview mehr gibt,

und als es splitview noch gab (so lang gibt's das ja auch noch gar nicht in nautilus) war es nicht möglich automatisch in der splitview ansicht zu starten. (jaja, vielleicht gibt's da wieder irgendein script .. omg)
und die shortcuts sind einige, die ich da umarbeiten müsste. tab für pane-wechsel z.b. geht auch nicht oob.
wieso sollte ich mühsam stundenlang umkonfigurieren, scripts einbauen etc. wenn es wie gesagt eine vernünftige lösung gibt, die mit 3 mausklicks installiert ist??
wie gesagt, als norton-, midnight-, total-, double-commander fan (alles echte twinpane filemanager) sind nautilus und dolphin für mich nur netter klicki-bunti kram der zum echten arbeiten mit vielen dateien mehr schlecht als recht taugt.

Auf einmal ist dein Hauptargument, dass es keinen Split-View mehr gibt? Aber der war doch laut deinen Aussagen sowieso "miserabel", weil er angeblich dieses nicht kann und jenes nicht kann. Wie gesagt - angeblich. Und jetzt vermisst du ihn auf einmal?

Natürlich solltest du nutzen, was dir am Besten gefällt. Ich argumentiere nicht gegen Norton-Commander und Freunde - sind alles prima Programme. Ich berichtige lediglich deine (in harschen Worten ausgedrückten) Falschaussagen bezügl. Nautilus. Da reagiere ich bisweilen etwas genervt, insbesondere wenn es um Dinge geht, die aus meiner Feder stammen.

ich vermisse gar nix, da ich mittlerweile auf kde bin, und sowieso mit nautilus nix anfangen konnte.und ja, die splitview in nautilus war halbherzig umgesetzt, jeder der einen echten twinpane dateimanger verwendet wird dir das bestätigen (wie gesagt,

wenn ich einen tag lang umkonfigurieren muss, damit das ding annähernd so funktioniert wie das von den 100en (und das ist keine übertreibung) anderen twinpane managern bekannt ist, dann ist das KEINE lösung).
und genau diese leute haben ja solange nach splitview geschrien bis das in nautilus (ohne spezielle extension die es davor schon gab) integriert war. jetzt ist es halt wieder draussen. mich juckts nimmer, bin ja eh schon weg. ;)
trotzdem wird kritik erlaubt sein.
Und dass splitview im nautilus nie so funktionieren wird, dass die leute die es wollten befriedigt sind, wusste ich schon vorher, deswegen hab ich damals auch nicht geschrien. eine änderung aller shortcuts auf 'twinpane std' würde ja alle vergraulen die bisher zufrieden waren.

Du verwechselst da einiges. Ein Split-View ist ein Feature. Dinge wie Verzeichnisse vergleichen, oder ftp, oder was auch immer sind ebenfalls Features.

Die Umsetzung von Split-View bedingt _nicht_, dass das Programm auf einmal synchronisieren können muss. Es bedingt ebenfalls nicht, dass sich Tastenkürzel auf einmal wie beim Norton Commander verhalten müssen. Nautilus ist nach wie vor ein GNOME Programm, und soll sich bitte an GNOME konventionen halten.

Ich will aber den Dateiman nicht auf Vollbild hochgepusht haben und ich will auch keine 2 Fenster haben und anfassen müssen.

klar, da ist was dran. ich habe generell das gefühl, dass bei gnome3 die reise in richtung vollbildmodus für alle anwendungen geht. das 'global menu' für die neuen gnome anwendungen funktioniert auch dann nur ordentlich, finde ich.

Vollbild ist nicht der einzige Unterschied von Snapping zu Split View. Split View kann einfach mehr leisten.

Jein sag ich mal. Klar: Split View ist platzsparender, aber dafür kann ich z.B. beim Tiling viel besser mit der Tastatur zwischen den beiden Fenstern wechseln.

Es besteht kein Grund, warum Tiling das besser können muss - im Gegenteil (bei Split View kann man ein Kürzel für "Focus aus andere Seite" vergeben, während man beim WM in einem Wust die richtige Auswahl treffen muss).

Genau genommen war bei Nautilus F6 dafür vorgesehen (das ist in GTK Standard, um zwischen Panes zu wechseln).

der ordentliche dateimanager kann mit tab zwischen den splits wechseln. genauso wie shortcuts anlegen für kopieren (F5) und verschieben(F6) ins jeweils andere fenster. genauso wie verzeichnisse synchronisieren etc.
ganz ordentliche dateimanger können dann noch (s)ftp etc ...
wie schon oben geschrieben: zum wirklich dateien managen ist mir der mc lieber als der nautilus. am liebsten verwende ich unter linux aber doublecommander.

Dass Shortcuts vergeben werden können habe ich dir schon erklärt. (s)ftp etc kann Nautilus ebenfalls. Verzeichnisse synchronisieren nicht, das ist außerhalb des Scopes von Nautilus. Allerdings kann (bzw konnte) das Split-View seine Informationen an Nautilus Scripts weitergeben, also konnte man einfach externe Tools für sowas integrieren. Mein Nautilus kann z.B. mit einem einzige Shortcut ein Diff machen, und zwar je nach Selektion zwischen zwei Dateien im gleichen Ordner, jeweils einer Datei in unterschiedlichen Ordnern, oder zwei Verzeichnissen. Das Skript dazu ist trivial.

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