Nemo: Linux Mint spaltet GNOME-Dateimanager ab

Unzufriedenheit mit aktuellen Umbauten - Basiert auf Nautilus 3.4.2 - GNOME argumentiert für neues Design

Eigentlich war Linux Mint einmal als eine erweiterte Variante von Ubuntu entstanden, in den letzten Jahren beschreitet man aber zunehmend eigene Wege: Mit Canonicals Unity konnte man sich so gar nicht anfreunden, entschied sich lieber zunächst für eine angepasste GNOME Shell, um diese Modifikationen dann doch noch mit "Cinnamon" in ein eigenes Projekt zu verwandeln.

Nemo

Nun folgt der nächste Fork: Wie WebUpd8 berichtet, haben die Linux-Mint-EntwicklerInnen unter dem Namen "Nemo" eine Abspaltung des GNOME-Dateimanagers Nautilus vorgenommen. Auslöser für diesen Schritt waren die massiven Umbauten, denen der Nautilus im aktuellen GNOME-Entwicklungszyklus unterliegt, in deren Verlauf auch das eine oder andere Feature - etwa die "Split View" entfernt wurde.

Basis

Nemo nimmt in Folge den Nautilus 3.4.2 - und damit die aktuellste stabile Version der Software - als Basis für die eigene Entwicklung. Die Mint-spezifischen Modifikationen halten sich derzeit wie zu erwarten noch in engen Grenzen: Neben kleineren optischen Veränderungen wird nun die Pfadzeile von Haus aus angezeigt und zwar direkt unter der "Brotkrumen"-Darstellung derselben Informationen. Für die weitere Zukunft will man unter anderem die Konfigurierbarkeit des Dateimanagers weiter verbessern.

Argumente

Unterdessen geht GNOME-Designer William Jon McCann in einem aktuellen Blog-Eintrag ausführlich auf die aktuellen Umbauten und die dahinter stehende Motivation ein. Dabei betont er, dass es keineswegs einfach um das Entfernen von Funktionen geht, wie von Außen gerne interpretiert wird, sondern darum eine wirklich - auch mit anderen GNOME3-Anwendungen - konsistente Nutzungsweise zu finden.

Neue Funktionen

Ganz im Gegenteil erhalte der Nautilus mit der Version 3.6 eine ganze Reihe von neuen Funktionen, etwa die Möglichkeit ausgewählte Dateien rasch in ein neues Verzeichnis zu packen, oder auch Dateien mithilfe des Dateiauswahldialogs rasch an andere Stelle zu Verschieben oder zu kopieren. Dazu komme noch eine wesentlich mächtigere Suche, bislang sei dieser Bereich im Nautilus nur äußerst unbefriedigend abgedeckt gewesen. (apo, derStandard.at, 06.08.12)

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