Schlägerei nach Tierschützeraktion gegen Fiaker in Rom

6. August 2012, 10:19

Chaos vor Spanischer Treppe - Fünf Verletzte und drei Festnahmen

In Rom laufen Tierschützer wieder einmal Sturm gegen die bei Touristen beliebten Fiaker: Cirka 30 Aktivisten, die am Samstagnachmittag vor der Spanischen Treppe den Zustand von sechs Pferden kontrollieren wollten, die in brütender Hitze auf Touristen warteten, wurden von Fiakern beschimpft. Dies löste eine Riesenschlägerei vor den Augen verblüffter Touristen aus, die das Chaos fotografierten.

Tierschützer und Fiaker gingen mit Flaschen, Stöcken und Fäusten aufeinander los. Fünf Personen wurden verletzt, drei weitere festgenommen, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag.

Kampagne gegen Kutschenpferde

Seit Jahren führen italienische Tierschützer eine Kampagne gegen die Kutschenpferde. "Unseren chaotischen Verkehr und die Sommerhitze kann kein Pferd ertragen", behaupten sie. Sie glauben, dass die Fiaker die Tiere dopen, damit sie die Anstrengung und die Temperaturen von über 35 Grad aushalten. Vergangene Woche war ein Pferd auf dem Asphalt zusammengebrochen.

Bürgermeister Gianni Alemanno: "Wir haben neue Regeln auch für die Gesundheit der Tiere aufgestellt." Die Fiaker selbst wollen nicht aufgeben und auch nicht, wie vorgeschlagen, auf elektrisch betriebene Kutschen umsteigen.

50 Fiaker nehmen in Rom den täglichen Kampf um die Gunst der Touristen auf - vor 30 Jahren waren es noch mehr als dreimal so viele. Die motorisierte Konkurrenz durch Taxis, Touristenbusse und Leihmopeds ist nicht nur stärker, sondern auch viel billiger. (APA, 6.8.2012)

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In Rom kann man zu allen Sehenswürdigkeiten zu Fuß gehen. Das hab ich selbst auch schon gemacht. Da braucht man kein Fiaker! (Und die U-Bahn auch nur, wenn man faul ist.)

Man kann zu Fiakern stehen wie man will, aber wenn zu mir irgend ein selbsternannter Sheriff kommt und was kontrolliert, dann könnte ich genervt reagieren.

Wenn ich auf der Straße einem Tier begegne dem es nicht gut zu gehen scheint, geh ich auch hin und schau genauer nach. Sie etwa nicht??? Immerhin handelt es sich um ein Lebewesen, auch wenn es einem Menschen rechtlich als "Besitz" zugeschrieben wird.

Ich muss sagen, ich steh zu den Fiakern so: Es ist sehr traurig, was da mit den Pferden gemacht wird, und es sollte wirklich viel strengere Auflagen geben, sogar ein generelles Verbot würde ich begrüßen. Nur irgendwie finde ich die "Kontrollen" durch irgendwen Dahergelaufenen auch den falschen Weg. Da KANN gar nichts Gescheites dabei herauskommen, weil sich kaum einer einfach so kontrollieren lässt, und Streit eigentlich vorprogrammiert ist.
Ich bin aber kein Aktivist, und Sie vermutlich auch nicht. Für einen Aktivisten scheint "vorprogrammierter Streit" nicht unbedingt was Schlechtes zu sein (kommt mir so vor...sorry guys! still love you!) Dadurch kommt man in's Gerede ...q.e.d. ... und nur wenn geredet wird, werden Änderungen erzielt.

Eh. Die Viecher stehen sicher mit Freuden mitten in der Stadt mit Abgasen, Lärm, Hitze von oben und unten ... für Pferde sind das ja quasi optimale, natürliche Bedingungen.

Dann sollt man aber eher den Autoverkehr einschränken statt jetzt auch noch diese Tradition einfach zu verbieten

also ich bin jetzt kein pferdefachmann aber

würd sich das pferd auf dem bild nicht auch über einen sonnenschirm freuen - so wie der bemützte fiaker?

uawg

warum ?
auf wikipedia nachzulesen:
"Als Lebensraum bevorzugen Pferde offenes Gelände, sie finden sich in Savannen und Steppen, aber auch in trockeneren Habitaten wie Halbwüsten und Wüsten. "

hmm
und dort stehen sie dann in der direkten sonne so ca. 1-2 stunden beinahe regungslos da?

also ich als pferd würd mir da einen baum mit schatten suchen oder eine wasserstelle ...

in der wüste?

pferde sind ja nicht hilflos, die könnten sich schon davon machen wenn es ihnen nicht passt.

ein bild was pferde früher stundenlang machten:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... den%29.jpg

fiakerfahren ist dagegen wie daumendrehen.

die schienen haben eine sehr niedrige rollreibung, das ziehen von so einem wagen ist nicht dramatisch (sonst ginge es nicht mit 2 pferden).

in osteuropa wird teilweise noch immer mit pferd oder ochse vor dem wagen gepflügt. das ist schwerstarbeit.

leider fehlt da den tierschützern das publikum, um was zu machen, daher rennts dort auch weiterhin.

Feldarbeit ist sicher auch für Pferde schwer, aber wenn sie nicht überfordert und richtig gehalten und behandelt werden, erreichen sie trotzdem ein höheres Alter als wildlebende Pferde. Ich sage das nicht nur so, sondern habe das in meiner Familie bei zwei Pferden erlebt, die beide trotz langjähriger (wenn auch nicht lebenslanger) halbtägiger Feldarbeit über dreißig Jahre alt wurden (für große Pferde ein Methusalem-Alter). Da hätte sie in der Steppe längst ein Raubtier gerissen oder sie wären an Kälte bzw. Futter- und Wassermangel zugrunde gegangen. Daher halte ich den tierschützerischen Impuls gegen Einsatz von Pferden als Nutztiere schlechthin für eine ziemlich alberne Sentimentalität.

"Früher" war auch Sklavenhaltung trendy...

Das "früher wars schlimmer" Argument ist ein Nicht-Argument, also eines, das den jetzigen schlechten Zustand nicht zu entkräften vermag.

Nur weil es jetzt "besser" ist als früher, heißt das noch lange nichts.

es war früher nicht schlimmer, sondern die leute haben damals noch ahnung von den tieren und die tiere nicht vermenschlicht.
einen fiaker zu ziehen ist sogar für menschen nicht schwer.

Sehr gut, ich stell Sie als Zugmensch ein.

Aber freien Tag gibt's keinen, nur um das vorweg klarzustellen.

Und was zur Hölle verstehen Sie unter 'vermenschlichen'? Tiere müssen leiden, weils keine Menschen sind, liest man da raus, nur zur Info... Vermenschlichen ist da wohl eher, dass man denen Frisuren macht und Kleider/Schmuck anlegt, und dass sie in ner Stadt leben müssen.

Und weils früher so war muss das immer so bleiben.

Mit dem Standpunkt kann man auch Elektrizität, Kanalisation und befestigte Straßen abschaffen. Das Zeug verweichlicht in Wirklichkeit nur.

entschuldigung

aber

man entschuldigt keinen fehler durch einen noch größeren fehler.
ob das vorspannen von pferden vor einer pferdetramway jetzt einer ist oder nicht lass ich mal links liegen ...

prinzipiell bleibt es aber dabei. ein fehler bleibt ein fehler. er wird nicht dadurch besser oder richtiger (nicht einmal ein bisserl) nur weil es einen anderen noch größeren fehler gibt.

Ja und dort stehen sie dann den ganzen Tag....

Fiaker sind anachronistischer Blödsinn, bei dem systematisch die Städte zugeschissen werden. Kein Mensch braucht sowas und die Tiere leiden.

Und mit Autos werden die Städte zugedröhnt und vergiftet, von Unfällen gar nicht zu reden ....

Also, wenn es Ihnen darum geht, dass wir ALLE auf Pferde (mit und ohne Fiaker) umsteigen und das Straßennetz diesen neuen Bedingungen angepasst wird (Pferdetränken, eventuell sogar schattige Stellplätze für die Pferde ... andere Bodenbeschaffenheit ....) dann können wir ja nochmal darüber reden.

ahnungslosigkeit und gewaltbereitschaft ist wohl das einzige was man braucht, um zum "tierschützer"" zu werden.

Gut, dass dir die Gewaltbereitschaft fehlt!

... teilt uns die korrupte ÖVP-Regierungsriege mit.

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