Deutsche kaufen Ferienhäuser wie nie

6. August 2012, 09:45
  • Die Preise von Ferienhäusern auf Mallorca (Bild) sind längst schon wieder auf das Niveau von 2008 gestiegen.
    foto: putschögl

    Die Preise von Ferienhäusern auf Mallorca (Bild) sind längst schon wieder auf das Niveau von 2008 gestiegen.

Spanien und Österreich liebste Auslands-Destinationen - Trend zum "Zweit-Ferienhaus", "Run" auf Tiroler Landhäuser in Kitzbühel

München/Wien - Die Deutschen kaufen derzeit Ferienimmobilien wie noch nie zuvor. Am liebsten im eigenen Land, was nach einem Bericht des "Focus" vorerst einmal so bleiben wird: 53 Prozent der Deutschen haben ihre Ferienimmobilie oder ihr Ferienhaus "um die Ecke". Mit einigem Abstand folgen Spanien (11 Prozent) und dann gleich Österreich (9 Prozent). In Österreich sind im Hochpreissegment Tiroler Landhäuser beliebt, allen voran in den Kitzbüheler Alpen.

Trend zum "Zweit-Ferienhaus"

Das deutsche Magazin beschreibt in seiner aktuellen Ausgabe unter Bezug auf die Immobilienfirma Engel & Völkers (Hamburg) und eine Onlineumfrage des Ferienhausvermieters Fewo (Frankfurt), wo die Deutschen kaufen und wie sich die Preise für Ferien-Immobilien entwickelt haben.

180.000 Euro geben die Deutschen im Schnitt für ihr Ferienheim aus, heißt es vorweg. Eine Ferienimmobilie sei demnach kein Reichen-Hobby. Lehrer, Bankangestellte und Handwerksmeister kauften ebenso wie Unternehmer, Vorstände und Promis. Dennoch: Nicht weniger als 20 Prozent der Ferienhaus-Eigner schauen sich derzeit nach einer zweiten Urlaubsadresse um. Makler in Sylt oder am Tegernsee machten das Geschäft ihres Lebens, schreibt das Magazin.

Preise in Kitzbühel verdoppelt

In Kitzbühel treibe der Mix aus geringem Immobilienangebot und großen Vermögen die Preise. In den vergangenen vier Jahren hätten sich die Preise teilweise verdoppelt. Am begehrtesten seien Tiroler Landhäuser - vor allem mit Blick auf Hahnenkamm und Wilden Kaiser. Das koste extra. Wolfgang Böhm, der das Engel & Völkers Büro in Kitzbühel führt, sagt: "Für bestausgestattete Häuser in Top-Lagen werden 4 bis 20 Millionen Euro gezahlt". Selbst für in die Jahre gekommene Höfe ohne Blick auf die Gipfel müssten Käufer 1,2 Millionen hinlegen - meist mehr.

Die begehrtesten Ecken: Sonnberg, Griesenau, Aschbachbichl, Kapserfeld, Bichlalm, Kochau, Lebenberg, Lutzenberg, Steuerberg. Für Edelwohnungen im Dorf seien Wohlhabende bereit, bis zu 15.000 Euro pro Quadratmeter auszugeben. Für gute Lagen würden Preise von 4.000 bis 7.000 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Außerhalb von Kitzbühel reduzierten sich die Preise schnell auf die Hälfte.

In Mayrhofen im Zillertal seien Ferienwohnungen in mittleren Lagen schon ab 1.700 Euro pro Quadratmeter zu haben. Für bessere Standorte zahlten Käufer teilweise bis zu 4.500 Euro pro Quadratmeter. Ein attraktives Haus koste um die 500.000 Euro, schreibt Focus. Wer "überschaubarer" urlauben will: In ganz Tirol ließen sich Berghöfe auch im Jahresrhythmus pachten.

Sylt ist am teuersten

Begehrt wie nie sind deutsche Nobellagen wie Sylt. Die Insel führt auch mit Quadratmeterpreisen bis zu 35.000 Euro die Luxuskategorie an.

Wer im Mittelmeerraum und im Süden auf Schnäppchen hoffe, werde enttäuscht sein, gibt "Focus" gleich zu bedenken. Die Preise an der Côte d'Azur seien seit der Krise 2008 schon wieder gestiegen. In Griechenland seien die Preise zwar massiv gefallen, aber wegen der aufgeheizten Stimmung wolle dort kaum ein Deutscher kaufen. Zwei Prozent der Deutschen mit Urlaubsdomizilen unterhalten dort ein Ferienhaus, wie im Übrigen auch in Kroatien und Portugal.

Auf Mallorca seien die Preise von guten Immobilien längst wieder auf das Niveau von 2008 gestiegen. Allenfalls an der spanischen Küste und in Portugal ließen sich Häuser und Wohnungen teilweise noch 30 Prozent günstiger kaufen als vor vier Jahren. (APA, 5.8.2012)

Share if you care
8 Postings
"wie nie"

na servus, diese überschrift ist auch sensationell.

Sie lesen eine bezahlte Werbeeinschaltung des Verbandes der Immobilienmakler.

Ich hab mich schon lang nicht mehr beim lesen eines *öhm* "Artikels" derart verschluckt vor lachen....

===Eilmeldung direkt hier aus Malle===
Die Immobilienpreise befinden sich weiterhin im freien Fall. Verkauft wird so gut wie gar nichts mehr, ausser zu absoluten Schnäppchenpreisen.
Persönlich bekanntes Beispiel: Villa, absolut beste Lage, Schätzwert 2006 noch 6,5 Mio - kürzlich verkauft für 2 Mio (und der Verkäufer ist glücklich es doch noch geschafft zu haben.)

....bloß die Makler wollen das partout nicht wahr haben und versuchen mit verzweifelten Aktionen wie dieser "Pressemitteilung" die Preise = Provisionen & Beteiligungen am Mehrerlös oben zu halten. 90% der (wenigen) Deals laufen hier daher auch bereits privat ab.

Natürlich kann man Spanien nicht mit Wien vergleichen, die Nachfrage ist nach wie vor hoch. Dennoch habe ich bei der Wohnungssuche den Eindruck, dass die Hysterie künstlich geschürt wird, um Abschlüsse zu einfach überzogenen Preisen zu machen.

und lassma uns das jetzt widerspruchslos gfallen oder wie?

Und Wertzunahmen bei Immobilien werden versteuert!

Ich weiss nicht wo Ihr Problem liegt?
Ärgern sie sich weil sie sich keine Wohnung mit Kaiserblick mehr leisten können?
Habe nichts davon gehört dass die Immobilienpreise in Kaisermühlen durch die Decke gehen. Und dort an der Donau ist es doch sehr schön. Viele wären glücklich in der Nähe der Donau wohnen zu können.

Leider gehen die (annoncierten) Preise auch in Kaisermüheln durch die Decke. Gerade gesehen: 123m2 mit mittlerer Terasse (kein Wasserblick) in Kaisermühlen 500 000,--. ;-o

So ein Häuschen in Kitzbühel möchte ich nicht mal geschenkt!

Verstehe eh nicht wie man sich in dieser hässlichen Stadt ein Haus kaufen kann. Kitz ist ein Loch was nichts zu bieten hat. Es gibt halt genug dumme Leute, die für ein hässliches Landhaus im häßlichen Kitzbühel Millionen ausgeben, wo sie für weitaus weniger einen geilen Vierkanthof irgendwo im Weinviertel bekommen würden, dort ist man genauso am Arsch der Welt wie in Kitzbühel.

Sie sind selbst Deutscher, nicht wahr?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.