In den letzten Monaten hielt "Opportunity" einsam die Stellung

  • Bisher hielt "Opportunity" einsam die Stellung auf dem Marsboden. Das Kombinationsbild, ein "Selbstporträt", entstand aus Aufnahmen der Panoramakamera "Pancam".
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    foto: reuters/nasa/jpl-caltech/cornell/arizona state university

    Bisher hielt "Opportunity" einsam die Stellung auf dem Marsboden. Das Kombinationsbild, ein "Selbstporträt", entstand aus Aufnahmen der Panoramakamera "Pancam".

  • Drei Mars-Rover-Typen waren/sind bisher erfolgreich auf dem Roten Planeten im Einsatz: Unten links ist der erste erfolgreiche Mars-Rover "Sojourner" zu sehen (1997 im Rahmen des Programms "Mars Pathfinder"). Links oben befindet sich das Modell der Gefährte "Spirit" und "Opportunity" (2004 auf dem Mars gelandet). Rechts im Bild ist das Modell des rund 900 Kilogramm schweren, sechsrädrigen Forschungslabors "Curiosity" zu sehen.
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    illu.: reuters/nasa/jpl-caltech

    Drei Mars-Rover-Typen waren/sind bisher erfolgreich auf dem Roten Planeten im Einsatz: Unten links ist der erste erfolgreiche Mars-Rover "Sojourner" zu sehen (1997 im Rahmen des Programms "Mars Pathfinder"). Links oben befindet sich das Modell der Gefährte "Spirit" und "Opportunity" (2004 auf dem Mars gelandet). Rechts im Bild ist das Modell des rund 900 Kilogramm schweren, sechsrädrigen Forschungslabors "Curiosity" zu sehen.

  • Die Räder, die auf dem Mars zum Einsatz kamen (von oben nach unten): "Curiosity", "Spirit"/"Opportunity", "Sojourner".
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    foto: reuters/danny moloshok

    Die Räder, die auf dem Mars zum Einsatz kamen (von oben nach unten): "Curiosity", "Spirit"/"Opportunity", "Sojourner".

  • Die "Mars Odyssey" diente als Kommunikationsrelay bei der Landung "Curiositys".
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    illu.: reuters/nasa-jpl

    Die "Mars Odyssey" diente als Kommunikationsrelay bei der Landung "Curiositys".

  • Das "Mars Science Laboratory" (grün) im Anflug auf das Landegebiet und der "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO)
    screenshot nasa tv

    Das "Mars Science Laboratory" (grün) im Anflug auf das Landegebiet und der "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO)

  • Die Kommunikation wurde im JPL während des Livestreams zur Landung als "ins Detail choreographiert" bezeichnet - zur Erde funkte die "Mars Odyssey" (rechts im Bild).
    screenshot nasa tv

    Die Kommunikation wurde im JPL während des Livestreams zur Landung als "ins Detail choreographiert" bezeichnet - zur Erde funkte die "Mars Odyssey" (rechts im Bild).

Nun sind auf dem Mars zwei Rover im Einsatz - drei Orbiter umkreisen unseren Nachbarplaneten

Mit der Landung des Mars-Rovers "Curiosity" am 6. August hat der Rover "Opportunity" Unterstützung in High-Tech-Form bei der Erkundung des Roten Planeten bekommen. 2004 waren die baugleichen Gefährte "Spirit" und "Opportunity" auf dem Mars gelandet - und hatten alle Erwartungen übertroffen. Die beiden solarbetriebenen Rover sollten ursprünglich nur rund drei Monate die Marsoberfläche erkunden, doch wurde ihre Mission ein ums andere Mal verlängert, bis die beiden schließlich Kultstatus erlangten.

Entsprechend groß war die Trauer, als "Spirit" im Mai 2011 offiziell aufgegeben werden musste. Zuvor hatte es bereits über ein Jahr keinen Kontakt mehr zu ihm gegeben. Dem zwischenzeitlich im Sand steckengebliebenen Rover dürfte es nicht mehr gelungen sein, den Staub von seinen Sonnensegeln abzuschütteln und seine Batterien wieder aufzuladen. Durch die kalten Innentemperaturen des Rovers wurden laut NASA wahrscheinlich wichtige Teile beschädigt.

Jubiläum

Sein Zwillingsrover aber hielt durch: Ende Jänner erst feierte die NASA "Opportunitys" Jubiläum. In den acht Jahren hatte der kleine Rover etwa 34 Kilometer auf dem Roten Planeten zurückgelegt. Nicht mehr alle Messgeräte funktionieren zu 100 Prozent und auch in seiner Beweglichkeit ist der Rover inzwischen eingeschränkt - alles in allem jedoch funktioniert er noch gut.

Rover-Facts


Opportunity/Spirit Curiosity
Missionsname Mars Exploration Rover (MER) Mars Science Laboratory (MSL)
Gewicht 185 kg 900 kg
Länge 1,6 m 3 m
Breite 2,3 m 2,8 m
Höhe 1,5 m 2,1 m
Reichweite des Roboterarms ? 2,1 m
Höchstgeschwindigkeit auf hartem, ebenem Terrain 5 cm/Sekunde 4 cm/Sekunde
Durchschnittliche Geschwindigkeit 1 cm/Sekunde weniger als 2 cm/Sekunde
Missionskosten 820 Mio. Dollar, plus 106 Mio. Dollar, plus mind. 20 Mio. Dollar 2,5 Mrd. Dollar
Geplante Mindestlänge der Mission 90 Erdentage 687 Erdentage
 Wissenschaftliche Instrumente
 5 kg bzw. 5 Instrumente
 75 kg bzw. 10 Instrumente

Orbiter

In Umlaufbahnen um den Mars befinden sich derzeit drei Orbiter, die den Roten Planeten erforschen. Sie haben zudem die Daten der "Curiosity"-Landung aufgezeichnet. Die Hauptkommunikation des kritischen Landemanövers am 6. August erfolgte über die NASA-Raumsonde "Odyssey". Die Daten der erfolgreichen Rover-Landung wurden zuerst an die Antennen des Deep Space Network in der australischen Hauptstadt Canberra weitergegeben - und erreichten von dort das Kontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratorys (JPL) in Pasadena (Kalifornien). Um in einer besseren Position für diese Aufgabe zu sein, war die Umlaufbahn der "Mars Odyssey", die den Mars seit Oktober 2001 umkreist, im Juli entsprechend angepasst worden. Ohne das Manöver hätte sich "Odyssey" erst zwei Minuten nach der Landung über der Landeregion befunden.

Die anderen zwei Orbiter, die in der Lage waren, die Radioübertragung des "Mars Science Laboratorys" (mit Rover) beim Abstieg zu empfangen, waren der "Mars Reconnaissance Orbiter" der NASA, der den Roten Planeten im März 2006 erreicht hat, und der "Mars Express" der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Laut NASA konnten beide Sonden die Rover-Landung aber nur aufzeichnen und die Daten nicht unmittelbar in Richtung Erde übertragen. Der "Mars Express" ist seit Dezember 2003 im Forschungseinsatz.

Der europäische Orbiter hatte sich "in einer idealen Position zur Aufnahme von Signalen des NASA-Landegeräts" befunden, "so dass Wissenschaftler mit seiner Hilfe die Eintritts- und Landephase in ihren Einzelheiten nachvollziehen und somit eine genauere Kenntnis der Marsatmosphäre erlangen können", gab die ESA bekannt. (red, derStandard.at, 6.8.2012)


Nachlese
"Es ist beinahe so, als wäre man dort und genieße die Aussicht" - im Juli veröffentlichte die NASA Bilder von "Opportunitys" Winterpause

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9 Postings
PS:

Bei JPL nennen Sie ihn inzwischen "Oppy".

gute idee. durch die serienproduktion würden die

dinger sicher wesentlich billiger (skaleneffekte) und man könnte gleich google maps vom mars erstellen :-)

Sehe aber Probleme bei Rückrufaktionen ...

'google maps vom Mars' - sowas gibt's schon:
http://www.google.com/mars/
(Versuch mal "Gale Crater" einzugeben...)
;)

warum schickt man eigentlich nicht gleich 100 dieser teile rauf?

vielleicht weil es an menschlicher infrastruktur fehlt ?

ich mein schweinbauer kann ja schnell jemand werden, aber spezialist um an solchen missionen vernünftig teilnehmen zu können ?!
also von jetzt an, minimum 10-15 jahre.

Weil die Menschheit ihre Milliarden lieber in Bankenrettung investiert.

plus waffen,

um sich selbst abzumurksen...

Wenn die NASA/JPL das Budget und Personal für 100 hätte

würden sie es mit Sicherheit anders einsetzen.

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