Jessica Ennis

  • Siebenkämpferin Jessica Ennis hat den Heimtriumph geschafft.
    foto: dapd / de olza

    Siebenkämpferin Jessica Ennis hat den Heimtriumph geschafft.

Super Jess und dieser eine Siebenkampf-Moment

Drei britische Goldene innert nur 47 Minuten konnten die 80.000 Zuschauer am Samstagabend im Olympiastadion bejubeln. Kein Sieg wurde frenetischer beklatscht als der Triumph von Jessica Ennis im Siebenkampf. Die medialen Hymnen folgten auf dem Fuß. "Super Jess!", schrieb der Sunday Mirror. "Das Golden Girl hielt alles, was es versprochen hat - und noch mehr", meinte der Sunday Telegraph und kürte sie zur "Königin der Laufbahn".

Die 26-Jährige aus Sheffield glänzte mit Bestleistungen, war nah dran an 7000 Punkten. Am Ende war es mit 6955 Punkten neuer britischer Rekord, damit ist sie Fünfte der Weltbestenliste. Den Weltrekord hält Jackie Joyner-Kersee (7291, 1988 in Seoul). "Ich wusste, es gibt nur diesen einen Moment, um es zu Hause vor meinen Leuten zu schaffen", sagte die Weltmeisterin von 2009 in Berlin. Die 18-jährige Oberösterreicherin Ivona Dadic zeigte einen beherzten Wettkampf, verpasste als 25. mit 5935 Punkten ihren Rekord nur knapp.

Als Zehnjährige nahm Ennis an einem Leichtathletik-Bewerb für Hobbysportler teil. Ihr Vater Vinnie, ein Künstler aus Jamaika, und ihre Mutter Alison, eine Sozialarbeiterin, hatten die Schülerin in den Ferien ins Sheffielder Don Valley Stadium mitgenommen. "Ich glaube, meine Eltern wollten mich aus dem Haus haben", erinnerte sie sich. Ennis gewann ein Paar Laufschuhe und entdeckte ihre Begeisterung für den Sport.

Ennis, die Psychologie studierte und 2007 graduierte, verpasste die Spiele 2008 in Peking, weil sie sich beim Meeting in Götzis am rechten Knöchel verletzte. 2010, 2011 und 2012 gewann sie in Vorarlberg. Der olympische Heimtriumph war die Krönung.

Zum Auftakt des Siebenkampfes lief sie die 100 m Hürden in 12,54 Sekunden. Es war exakt die Zeit, die Dawn Harper aus den USA im Einzelbewerb 2008 zu Gold gereicht hatte. Ennis verzichtet aber, in London über die Spezialstrecke anzutreten. "Ich will den Moment genießen, so lange ich kann." (David Krutzler, DER STANDARD, 6.8. 2012)

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