Einigung zwischen Sudan und Südsudan: Fragile Hoffung

Kommentar | Julia Raabe, 5. August 2012, 18:48

Ein Zeichen für den beiderseitigen Friedenswillen

Mit der verkündeten Einigung im Streit um die Öl-Transitgebühren sind Sudan und Süd-Sudan dem Ende ihrer Feindseligkeiten möglicherweise einen Schritt näher gekommen. Doch ein solches Abkommen hat kaum einen Wert, wenn nicht die anderen Klippen im Konflikt zwischen den beiden Staaten überwunden werden.

Dazu zählt zum einen die genaue Festsetzung der Grenzen, die auch ein Jahr nach der Unabhängigkeit des Südens noch offen ist. Zum anderen die Sicherheit in der Grenzregion, vor allem in Süd-Kordofan und Blue Nile, wo Soldaten Karthums gegen Rebellen kämpfen, von denen angenommen wird, dass sie vom Süden unterstützt werden. Die Lösung der Sicherheitsfrage hat der Norden bereits zur Bedingung dafür erklärt, das Öl-Abkommen überhaupt umzusetzen - was zeigt, wie fragil der verkündete Erfolg ist. Jeder Zwischenfall im Grenzbereich kann sämtliche Vermittlungsbemühungen wieder zunichtemachen.

Dennoch ist die Einigung ein erstes konkretes Zeichen dafür, dass beide Seiten den bekundeten Friedenswillen in die Tat umsetzen wollen - freilich befördert durch die massiven wirtschaftlichen Probleme, die der monatelange Öl-Stopp ausgelöst hat. Der Sicherheitsrat und die US-Regierung haben zuletzt erfolgreich Druck auf beide Seiten ausgeübt, unter anderem mit einem Ultimatum und Sanktionsdrohungen. Dieser Druck muss aufrechterhalten werden. Sonst verläuft die Einigung, wie oft zuvor, im Sande. (Julia Raabe, DER STANDARD, 6.8.2012)

Ich lese aus einer solchen Einigung eigentlich nur

den großen Geldbedarf beider Regierungen heraus.
Dieses Geld wird dann wieder erstens in die Taschen der Machthaber und zweitens in den Grenzkonflikt gesteckt.
Den Optimismus, das sei ein Hoffnungsschimmer, kann ich nicht teilen.
Ein Hoffnungsschimmer wäre etwa ein Verhandlungstermin zu den Grenzfragen unter Hinzuziehung eines Vermittlers.

solange es geld gibt, kann man damit waffen kaufen und den konflikt am laufen halte. das lenkt dann ab, wenn man sich die taschen vollstopft (süden & norden), um dann nach ein paar jahren ins exil zu verduften.

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