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"Pulse", Montag auf Arte.
Das Geräusch, mit dem dieser Film beginnt, ist irgendwie vertraut und fremd zugleich. Vor nicht allzu langer Zeit gehörte es vorübergehend zum Alltag: Das heisere Knistern und Krachen und das federnde Pling-Plong begleiteten den Einwahlvorgang ins Internet. Damals, rund um die letzte Jahrtausendwende, war auch die Zeit, als uns japanische Filmemacher im Kino (wieder) das Fürchten lehrten, indem sie bedrohliche Phänomene in Häuser, Geräte oder (Video-)Bilder einziehen ließen.
In Kiyoshi Kurosawas Pulse aus 2001 haben sich solche Geister im World Wide Web versteckt: Zu Beginn bleibt ein Computerexperte plötzlich tagelang unauffindbar. Als eine besorgte Kollegin nach ihm sucht und ihn in seiner Wohnung antrifft, verschwindet er in einem Nebenraum und erhängt sich mit einem Kabel.
Schnell wird klar, dass der junge Mann nicht der einzige ist, der sich wie auf Geheiß einer unsichtbaren Macht das Leben nimmt. Wie es sich für einen Horrorfilm gehört, folgt Pulse dem Gesetz der Serie oder verwendet archetypische Bilder wie jenes vom Dunkel am Ende eines Flures, das Personen schluckt. Allerdings wirkt der Film, der allmählich ein apokalyptisches Szenario enthüllt, dabei sehr distanziert und ruhig. Die Kamera vollführt nur punktuell elaborierte Bewegungen. Es wird mit den unterschiedlichen Bildtypen und Medien (Webcam) gespielt, aber auf vordergründige Hektik oder Schockeffekte verzichtet.
Neben Grusel und Schauder weckt diese schnörkellose Geistergeschichte zehn Jahre später auch etwas Nostalgie: Was war das für eine Zeit, als das Wissen um die Benutzung eines Browsers noch Experten vorbehalten war. Arte, 22.10 (Isabella Reicher, DER STANDARD, 6.8.2012)
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