Rebellen in Aleppo setzen auf die Zitadelle

Im syrischen Aleppo versuchen die Rebellen, die Altstadt einzunehmen. Das Regime hat weitere Truppen zu der Metropole entsandt. In Damaskus haben die Aufständischen 48 Iraner entführt

Damaskus/Kairo - Aleppo, die Handelsmetropole im Norden, wird zur Bewährungsprobe für die bewaffneten Rebellen in Syrien. Trotz heftiger Bombardierungen durch die Armee des Regimes mit Artillerie und aus der Luft, konnte die Freie Syrische Armee (FSA) hier ihre Stellung halten und sogar noch ausbauen. Nach eigenen Angaben hat sie nun 60 Prozent des Stadtgebietes unter ihrer Kontrolle. Die Dörfer in der Umgebung der Stadt sind zum Teil in der Hand der Rebellen, andere in der Hand des Regimes.

In den von ihnen kontrollierten Gebieten engagieren sich die Aufständischen auch bei der Versorgung der Bevölkerung. Internet- und Telefonverbindungen sind seit Tagen eingeschränkt und behindern die Koordination und die Befehlsstrukturen der FSA.

Kurs auf Zitadelle

Am Sonntag stieß die FSA von ihrer wichtigsten Basis im Salaheddin-Quartier Richtung historische Altstadt vor. Ihr Ziel ist es, die mittelalterliche Zitadelle einzunehmen. Sie ist das Zentrum der Altstadt und gehört zum Unesco-Weltkulturgut. Die Rebellen erhoffen sich von der Einnahme dieses Burghügels, von dem aus man die ganze Stadt im Blick hat, dass sie ganz Aleppo kontrollieren können.

Die Unesco hat alle am Syrien-Konflikt beteiligte Parteien aufgefordert, die historischen Stätten zu schützen. Die Gefahr für diese Kulturgüter ist ganz real. Die syrische Armee hat am Sonntag neue Verstärkung um Aleppo zusammengezogen: Damit könnte ein langer, verlustreicher Straßenkampf unmittelbar bevorstehen.

In Damaskus haben die syrischen Truppen dagegen die letzten Bastionen der Rebellen am Wochenende gestürmt. Die staatlichen Medien verkündeten, dass die Hauptstadt nun ganz von "Terroristen" gesäubert sei. Allerdings flammen in einzelnen Stadtteilen immer wieder Kämpfe auf.

"Keine Pilger"

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi hat unterdessen die Türkei und Katar bei der Freilassung von 48 seiner Landsleute um Hilfe gebeten. Die Iraner waren am Samstag auf ihrem Weg zum Flughafen in Damaskus von Bewaffneten entführt worden.

Laut iranischen und offiziellen syrischen Quellen sind es Pilger. Laut Angaben der FSA habe man den Bus von einer Einrichtung des Geheimdienstes in der Nähe der schiitischen Pilgerstädte von Zayyida Zeinab verfolgt. Es handle sich bei ihnen nicht um Pilger, sondern um Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden, das würden ihre Ausweispapiere beweisen, erklärte die FSA, die auch ein Video verbreiten ließ.

Dass die Sanktionen des Westens, die nun auch den Ölsektor treffen, ihre Wirkung zeigen, beweist ein neues Abkommen mit Russland. Der Vertrag sieht vor, dass Syrien seinem Verbündeten Rohöl liefert und dafür raffinierte Produkte erhält, die notwendig sind, um seine Wirtschaft und seine Militärmaschinerie am Laufen zu halten. Russland und China haben bisher eine UN-Resolution verhindert, die allen UN-Mitgliedern solche Geschäfte verbieten würden.

Damaskus zeigt auch ganz offensichtliches Interesse, dass die Vermittlungsbemühungen der UN und der Arabischen Liga weitergehen. Sowohl in syrischen als auch in libanesischen Medien, die Syrien nahestehen, wurde wohlwollend vermerkt, dass der ehemalige spanische Außenminister Miguel Ángel Moratinos die Nachfolge von Kofi Annan übernehmen könnte. Moratinos genießt einen guten Ruf im Nahen Osten. Katar forderte, vor der Benennung eines neuen Vermittlers das Mandat grundlegend zu ändern. (afr, DER STANDARD, 6.8.2012)

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smells like zbigniew brzezinski

http://derstandard.at/plink/133... id25548170

je oefter sich geschichte wiederholt, desto mehr wird sie zur farce

die geopolitische gestaltung mittels "ngos", die der welt allerlei bunte "revolutionen" bescherte, stoesst auch auf grenzen, die man nur zu gerne mit handfesteren mitteln zu überschreiten gedenkt

die drecksarbeit auf dem wege nach moskau/peking, der no na net über teheran führt, hat man "outgesorcet" um sich die hände nicht offiziell dreckig zu machen

das problem ist nicht, dass assad ein bastard ist, er ist bloß nicht unser bastard

der geostrategischer us wolf, der einen demokratischen schafspelz trägt und humanitäre kreide gefressen hat, bleibt trotzalledem ein: geostrategischer wolf

Willy Wimmer war lange Jahre Helmut Kohls Ratgeber in militärischen Fragen. Heute ist die NATO für den langjährigen Staatssekretär ein Aggressionsbündnis geworden – und Russland eine Schutzmacht des Völkerrechts.

?Droht im Nahen Osten – Stichworte Syrien und Iran – ein großer Krieg?

Wimmer:
Bestimmte Kräfte mit den USA, Saudi-Arabien und Quatar an der Spitze, versuchen seit geraumer Zeit in dieser Weltregion eine Art „Flurbereinigung“.

Wer in Syrien „einsteigt“, zielt dabei auf der einen Achse über Teheran nach Urumchi und Peking.

Eine zweite Achse führt von Syrien aus über den Kaukasus nach Moskau.

?Hat sich der Charakter der NATO seit 1990 geändert?

Total, und daran besteht kein Zweifel.

Von einem in der eigenen Bevölkerung akzeptierten Verteidigungsbündnis ist die NATO zu einer Aggressionskoaltion mutiert.

Wer versorgt jetzt die Rebellen und damit auch die Al-Kaida mit Waffen ?

Die Russen.

War crimes...............

Die zitadelle von allepo ist ein UN world heritage sight.
Daher das besetzen dieser zitadelle, das natuerlich automatisch einen angriff heraufbeschwoert, waere als war cime zu bezeichnen.
Bin bloss gespannt auf die reaktionen der " tante hillary " und anderer " gutmenschen " wenn dieses herrliche bauwerk zertoert wird. Denn dass die regulaere armee diesem treiben nicht zusehen kann, das versteht sich von selbst.
Daher muessten auch die kommandeure der freischaerler/marodeure sowie die schreibtischhengste der syrischen opposition im exil
vom international criminal court in regards of war crimes angeklagt werden.
Aber dazu wird es ja NIE kommen.

Mir tun die Amerikaner leid. In ihrer Not nicht eingreifen zu dürfen wie sonst laufen die jetzt schon Zuhause Amok.

...das finde ich ziemlich überheblich - unsere Amokläufer (z.b. Guttenberg-Gymnasium) schon veressen? Geht es mal ohne die bösen Amis als Standard-Argument? Jaa es geht auch um Machtinteressen - Chinesen und Russen haben auch welche. Was soll`s das Regime wird fallen.

nein das habe ich nicht vergessen. Und ich bin ziemlich sicher das sind Auswüchse des verlogenen "Kampf gegen den terror"

...das Weltkulturerbe ist doch schon besetzt. Raten sie mal, wer von dieser Position aus nach unten schießt! Ihre Sorge um das Weltkulturerbe nehme ich ihnen nicht ab, sorry

wenigstens ist der rebell so markenbewusst, dass er adidas schuhe trägt.

nike wäre aber verfänglicher.

Ein Terrorkämpfer der Freien Syrischen Armee hat soeben miterlebt, wie ein weitere Terroristen Freund von gegnerischem Feuer tödlich getroffen wurde.

jetzt fangen die Terrorgruppen in Syrien Pilger und Zivillisten zu entführen, AL KAIDA und Taliban methoden eben, was solls so ist es immer wenn die am ende sind.

...tja mal sehen wer am Ende am Ende ist ;-)

hmmmm, aber sonst ist alles gut? In Syrien kämpfen - wenn man es nicht religiös sieht - Brüder gegen Brüder. Keiner von beiden hat die Kraft für den match tie break, was nun??

Dafür gibts eine Option auf Wiederaufbau, was in Falludja nach 8Jahren "Frieden" offenbar nicht so ist.

Ein SSG, ein Paradebeispiel für eine Defensivwaffe.

stimmt, ein t72 oder eine mig29 ist daher eine offensivwaffe.

Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee hat soeben miterlebt, wie ein Freund von gegnerischem Feuer tödlich getroffen wurde.

Eine ganz rührende Geschichte ... und fotografiert hamma das auch gleich...

ganz rührend, wirklich!

Und obwohl Assad keine Journalisten hereinlässt und man sich auf die Nachrichten der Londoner Dönerbude verlassen muss,

hat es der Reutersfotograf Goran Tomasevic geschafft gerade im richtigen Moment da zu sein den "Kämpfer" im Schmerz zu fotografieren.

So ein Glück, dass Goran gerade da war!

es ist ja wohl eine lüge, dass assad keine journalisten ins land lassen würde...der westen hat allerdings kein interesse dass sich dort kritische journalisten aufhalten...

der arme, missverstandene Assad... mir kommen die tränen

Wo leben sie denn?

Natürlich haben alle Welt- und Regionalmächte ihre Partikularinteressen in diesem Konflikt, und ab einem bestimmten Eskalationslevel gibt es auch keinen "sauberen" Freiheitskampf mehr - und die Gräuel nehmen auch auf der Seite zu, die am Anfang ausschließlich darunter zu leiden hatte.

Aber darüber hinweg zu sehen, dass Assad Krieg gegens eigene Volk mit unglaublicher Brutalität führt, weil ihm nicht passt, dass es zusehends politische Freiheit will - inkl. der Möglichkeit, ihn abzusetzen - ist schon reichlich daneben.

Journalisten dürfen offenkundig ins Land

oder kommen auch über die türkische grenze ins Land.
wobei ich das mit dem londoner auch schon seit langem als sehr fragwürdig für die journalistische Recherche und Berichterstattung halte ...besonders die Erwähnung "Menschenrechte"..und das mit dem Goran ... muss man nicht so ernst nehmen . Reuters ist halt so Propagandamaschine des pentagon mit boulevard stil.

Lieber Medienskeptiker,
manchmal kann ich nachvollziehen, was sie meinen....oft aber auch nicht. Das ist inzwischen ein Bürgekrieg ohne Gnade. Masakriert wir auf beiden Seiten. Und, wie geht es weiter??

wenn Sie mich fragen,wie es weitergeht???

keine Ahnung...
das wahrscheinlichste Ergebnis scheint mir leider die Irak Situation zu sein.Saudi Arabien und USA übernehmen die so wichtige macht über die pipelines vom Golf zum Mittelmeer(sehr wichtig um gewappnet zu sein wenn die Strasse von Hormus unsicher wird) und im land sitzt eine Pseudoregierung die sich permanenten Blutvergiessen gegenübersieht.
In jordanien sitzen neben den Palästinensern dann auch noch christen und Alawiten als Flüchtlinge und die Attentate weltweit werden noch intensiver.In diesem Stellvertreterkrieg geht es nicht um Freiheit und Demokratie- es geht um Weltmachtpolitik.Energie und Petrodollar.

Wenn du schreibst das Journalisten nicht reingelassen wurden dann lügst du.

Assad hat sogar die UNO ins Land gelassen.

Die UNO hat sich dann selbst wieder feig zurückgezogen.

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