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Wolfgang Schüssel und Jörg Haider bildeten ein Tandem, das sich politisch enger abgestimmt hat, als man es in der Öffentlichkeit wahrnahm. Die Rettung des Kärntner Budgets durch eine von Schüssel gestützte Wandelanleihe im Jahre 2004 zeigt, dass der damalige Bundeskanzler und ÖVP-Chef in die Umgestaltung der Hypo Alpe Adria viel stärker involviert war als bisher angenommen. Einige der Vorgänge:
1. ÖVP-Landeschef Georg Wurmitzer wurde nicht nur einmal, sondern dreimal nach Wien zitiert. Um ihm zu verbieten, als Spitzenkandidat anzutreten. Oder auch nur, um ihm anzuschaffen, keine Pressekonferenz ohne Haider abzuhalten. Mit dem Effekt, "dass Haider immer redete und ich höchstens eine Minute" (O-Ton Wurmitzer).
2. Ohne die Landes-ÖVP zu verständigen, fuhr Schüssel gelegentlich nach Kärnten. Oder verließ einen Landesparteitag mit dem Vorwand, Termine in Wien zu haben. In Wirklichkeit fuhr er ins Bärental.
3. In der Kärntner ÖVP glaubt man, Hinweise gehabt zu haben, dass die von Schüssel geplante Inthronisierung von Karl-Heinz Grasser als Nachfolger an der ÖVP-Spitze gekoppelt sein sollte mit einer Listenverbindung zwischen Haiders Partei und der ÖVP in Kärnten.
Die Kärntner ÖVP war nie ein Ausbund an Stärke, obwohl sie in den 90er-Jahren mit Christoph Zernatto den Landeshauptmann stellte. Wären dessen Nachfolger so schwach gewesen, wie Peter Ulram am Freitag im "Kommentar der anderen" behauptete, hätte man den widerspenstigen Wurmitzer nicht dreimal nach Wien zitieren müssen.
Ein inzwischen verstorbener Spitzenbeamter der ÖVP im Wiener Regierungsbezirk bemerkte einmal, Schüssel habe den "ÖVPlern in Kärnten noch weniger getraut als Haider selbst". Deshalb habe er nach Mitteln gesucht, sie "an die Kandare zu nehmen". Wurmitzer dazu: "Dem Schüssel war Haider wichtiger als die ÖVP."
Er will früh gewusst haben, welche Figuren da in die Regierung gehievt wurden: "Ich erinnere mich noch gut, wie Schüssel im Bundesparteivorstand von einer handverlesenen Truppe gesprochen hat. Wie stehen die heute da?"
Das in diesen Tagen (beispielsweise in "News") plakatierte Sterben der ÖVP hat also bereits unter Schüssels "Leadership" begonnen. "Er hat sich ja auch um Wien überhaupt nicht gekümmert, Erneuerungen eher hintertrieben", sagt ein ehemaliger Spitzenfunktionär, der ungenannt bleiben will.
Wien hat sich in den letzten Monaten unter der neuen, hausgemachten Spitze etwas erholt. Die Kärntner Volkspartei ist laut Umfragen unter die Zehn-Prozent-Marke gerutscht. Keine guten Vorzeichen für die Nationalratswahl.
Die laut Eigenvermarktung Schüssels so erfolgreichen schwarz-blauen Regierungen (zuletzt wieder im Gesprächsbuch des abgetretenen Industriellen-Präsidenten Veit Sorger) haben der Bundes-ÖVP mehr geschadet als genützt.
Polit-Skandale rund um die Parteienfinanzierung hat es immer wieder gegeben. Das "System Haider" hat zum bisher größten geführt. Schüssel hat es politisch ermöglicht. (Gerfried Sperl, DER STANDARD, 6.8.2012)
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Was Sperl in seinem Artikel völlig verschweigt ist
die blau-rote CHIANTI-KOALITION in Kärnten.
Dummes Gerede von Duldung durch Schüssel erscheint dadurch in einem völlig anderen Licht.
Die SPÖ unter Ambrosy hat Haider über Jahre hinweg die Mauer gemacht. Als Haiders Schiff zu sinken begann, hat Schaunig das Schiff verlassen. Sicher
war es ein Fehler, dass die ÖVP unter Martinz, Haider
eine Mehrheit verschaffte.
dagegen wenn die ÖVP unter die 10% Marke fällt. Eine Partei die aus Österreich einen Polizei und Überwachungsstaat machen will, sollte nicht ein Land regieren!
Frag mich immer wieder warum die SPÖ ihnen so wichtige Ministerien wie Innen und Justiz überlässt.
Schüssel ist NUR und AUSSCHLIESSLICH Schüssel wichtig. Wer grade für Schüssel besser war, war der Held. Egal ob Haider, ÖVP oder sonst irgendwer.
Und so mancher Hilflose (wieso denk ich jetzt grade an Khol-Eintopf?) hat das noch immer nicht kapiert. Genauso wie der durchschnittliche ÖVP-Wähler.
diese angedachte listenvereinigung: erschreckend, wie leicht es ist, das zu glauben.
hätte für die vp auch in kärnten auf jahre (noch mehr) macht, geld und jobs gesichert --> zwingende gründe für einen wie schüssel und generell die vp, wie sie sich seit ihm präsentiert hat. oh, und auch heute noch, natürlich, ganz egal, wie tief enttäuscht der chef heute wieder sein wird von den gestern noch eisern verteidigten.
Diese undifferenzierte Betrachtungsweise ist natürlich
unzutreffend. Im Jahr 2005 hieß es in dtsch. Medien
(Spiegel, Stern und Zeit, alle nicht rechtslastig) u.a.
"Ö.,das bessere Deutschland." Grund war die hevorragende Standortpolitik, die Ö. über Jahr Vollbe-
schäftigung bescherte. Die schlechteste Regierung
seit 1945 war ohne Zweifel die rot-blaue Regierung
unter dem völlig überfordertem Duo Sinowatz/Steger.
hat es den links-linken Sozialisten gezeigt. Dafuer ist jedes Mittel recht. Er hat gezeigt, dass die OeVP den Kanzler stellen und die SPOe demuetigen kann. Es ist nicht so wichtig, dass unter seiner Amtszeit nichts geleistet wurde, und auch nicht, dass Freunde und Bekannte sich mit beiden Haenden am Staatsvermoegen bedient haben (und seien wir ehrlich, waer wuerd das nicht tun, wenn er die Moeglichkeit haett, ausser moralinsaure linksgruen-linke Gutmenschen vielleicht).
Wolfgang Schuessel hat die Reihe sozialistischer Kanzler durchbrochen und die Sozialisten durch originell-motivierte Willkuermassnahmen sechs wertvolle Jahre lang gedemuetigt - nur das zaehlt.
Nun Ihre Einstellung ist keine sehr demokratische.
Es ist ihr gutes Recht sich eine sozialistische Regier-
ung zu wünschen, aus welchen Gründen auch immer.
Aber als Demokrat muss man akzeptieren, wenn sich
eine Koalition findet, die eine Mehrheit hat.
Übrigens wäre es an der SPÖ gelegen, mit der ÖVP
2002 zu koalieren. Das wurde jedoch von allen maß-
geblichen Sozis, außer Gusenbauer, abgelehnt.
Fragen:
1. Was ist mit den "linken Sozialisten" oder den bloß Sozialisten? Von den Liberalen gar nicht zu reden ...
2. "Wolfgang Schuessel hat die Reihe sozialistischer Kanzler durchbrochen und die Sozialisten durch originell-motivierte Willkuermassnahmen sechs wertvolle Jahre lang gedemuetigt - nur das zaehlt."
Das heisst für die Demütigung von Sozialisten ist also jedes Mittel recht, auch Willkürmaßnahmen! Was ist dann der Unterschied zu den von Ihnen apostrophierten "links-linken Sozialisten"?
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