Es gibt keine Enkel vom Mundl seinem Opa

5. August 2012, 17:51
  • Kasachstans Ilja Iljin pulverisiert den Weltrekord in der Klasse bis 94 Kilogramm und holt zum zweiten Mal nach Peking 2008 die Goldmedaille.
    foto: dapd/groll

    Kasachstans Ilja Iljin pulverisiert den Weltrekord in der Klasse bis 94 Kilogramm und holt zum zweiten Mal nach Peking 2008 die Goldmedaille.

Österreich, ein Land mit großer Gewichthebertradition, exportiert dafür seine Muskelmänner. Dem Mundl sein Herrgottswinkerl verödet

London - Olympia ist, das ist eben das Sportliche am Business, auf eine bestechend watscheneinfache Weise komparativ. Im ökonomischen Bereich mag das eher wenig durchschaubar sein. Bei Olympia gilt: citius, altius, fortius. Und das heißt: schneller, höher, weiter ... äh.

Der fatale Übersetzungsfehler - warum hat niemand in der BSO wegen dem Mundl seinem Stemmer-Opa Sackbauer nachgefragt? Das wäre die dem Darabos in den Mund zu legende Frage an den Genossen Wittmann! - der Übersetzungsfehler hat dazu geführt, dass in Österreich keine starken Männer mehr irgendwas zur Strecke, geschweige denn Hochstrecke bringen.

Dagegen die Kasachen (die freilich auch einen Weltraumhafen haben)! Und seit Samstag hat das große Land in der weiten Steppe einen ganz bemerkenswerten Doppelolympioniken. Ilja Iljin heißt er, Goldener aus Peking 2008 war er, Fabelgoldener mit herkulischer Hochstrecke ist er seit London.

Die Gewichtsklasse heißt "bis 94 Kilogramm", gemeint ist da allerdings das Lebendgewicht des Iljin. Das Totgewicht im Stoßen (Absatzpause am Schultergürtel) war iljinerseits am Samstag 233 Kilogramm, ein Kilogramm über dem bisherigen Weltrekord.

Im sogenannten Reißen - von oben bis ganz hinauf ein einziger eleganter "Riss" - waren es 185, sodass der Zweikampfweltrekord nunmehr auf 418 Kilogramm steht, sechs mehr als bisher - und das von einem Mann, der als ein Nasser keine 100 wiegt.

Schneller, höher, stärker. Stärker! Man hört das nicht so gern. Muskelmänner sind hierzulande ja nicht erst seit dem Schwarzenegger Arnold eher dubiose Figuren. Deshalb wandern viele lieber aus, und sei es nach Deutschland, wo sie selber auch keine Fortiusse haben.

Matthias Steiner ist so einer, der dem Mundl seinem Stemmer-Opa hätte nahekommen können. In Peking hatte er zwar Gold geholt, aber eben für Deutschland, obwohl er unbestritten eh ein Ösi wäre. Aber eben, ja: zu stark!

Am Dienstag greift dieser Muskelösi mit deutschem Pass im Superschwer ein ins Geschehen. Wie und was ist diesbezüglich schwer zu sagen: "Ich weiß nicht, was mich erwartet." Seine Jahresbestleistung liegt bei zweikampfbasierten 424, weshalb er es taktisch so anlegen möchte, "das Feld von unten" anzugreifen.

Ein Zukunftssteiner

Zuversicht wäre trotz Blessuren und grippalen Belästigungen im Vorfeld da: "Insgesamt ist die Form besser als erwartet, ich habe Vertrauen in mich, die Physis ist da." In den Tagen bis zum Wettkampf am Dienstag will sich Steiner schonen. "Nur im Bett liegen werde ich aber auch nicht."

Das tut auch Sargis Martiro syans nicht. Er gilt als Österreichs möglicher künftiger Steiner, ist aber dummerweise ein Armenier. Seit 2005 lebt er hier, im Süden Wiens, sieben Jahre später hat sich immer noch niemand für ihn stark gemacht. Gleichwohl macht er es sich für Österreich: "Ich bin ein Kämpfer. Irgendwann werde ich ganz oben stehen - für Österreich."

Das Ziel wäre Rio de Janeiro. Der Weg dorthin ist lang, beschwerlich und mit guten Vorsätzen gepflastert. "Im Reißen will ich EM-Gold 2013", ruft der 25-Jährige mit schönem Selbstbewusstsein. Ja: "Auch der Weltrekord ist möglich." (wei, DER STANDARD, 6.8. 2012)

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Österreich ist ein Land der Waschlappen, da bleibt kein Platz für Sport und andere gscheite Dinge

außer dem mundl

Österreich ist kein Land von Fittnesfreaks, man braucht nur einmal mit der U3 zu fahren um zu sehen das der Durchschnittskörperfettgehalt der Österreicher ca. 50% beträgt. Kein Wunder das die Bodybuilder, Gewichtheber usw. auswandern.

Ich bezweifle, dass Sie einen Matthias Steiner in der Ubahn als Fitness-Freak identifizerien würden.

wenn Sie unbedingt in einem Land der Bodybuilder/Fitnessfreaks leben wollen ... :) auf geht's

Gewichtheber sind vieles, aber nicht schlank. Und Gesund ist sowieso etwas Anderes.

Xünder als der normale Lebensstil der Österreicher

ist Gewichtheben allemal.
Siehe unten: Ehemaliger Weltklassegewichtheber - heute einer der besten Radfahrer seines Alters:
http://www.teambenefit.at/bilder/ne... G_7174.JPG

Und das führen Sie auf sein Leben als Gewichtheber zurück?

Leistungssport ist niemals wirklich gesund, vor allem nicht auf Olympia-Niveau.

Bei allem Respekt vor den Leistungen dieser Sportler, wenn ein Mathias Steiner 145 kg wiegt, ist das für seine Gelenke mit Sicherheit nicht gesund.

Darüber bin ich mir sehr wohl im Klaren. Ich hab auch mehr an die Gelenke gedacht und die entsprechende Ernährung (Cholesterin) um diese Muskelmasse aufzubauen.

hat er was von schlank gesagt?

Körperfettgehalt!
Und der ist - außer in der Superschwergewichtsklasse - bei den Gewichthebern sehr niedrig.
Ivan Stoitsov (bis77kg):
http://images.t-nation.com/forum_ima... oitsov.jpg

Ganz links Dmitry Klokov (bis105kg)
http://70sbig.com/wp-conten... 8310_n.jpg

Nur:

wenn man wie Schwarzenegger in die USA auswandert, wo der Durchschnittskörperfettgehalt nochmals höher liegt, wo ist da die "Verbesserung"?

Nein, nein, ausgewandert wird, weil's wo anders bessere Voraussetzungen gibt (entweder für den sportlichen Erfolg, siehe Steiner, oder für's Abkassieren, siehe Arni). Der Körperfettgehalt hat damit nix zu tun (sonst müßte es in Richtung Asien gehen - oder nach Afrika).

er sollt sich das gut überlegen. die trainingsbedingungen in armenien sind sicher bessere als im süden wiens

Die Lebensumstände auch?

Dann hin mit Dir. Und tschüss.

Ein böser Piefke-Ausdruck von dir? Na huiwui!!!

Doping

Da kann man sehen, was strenge Dopingkontrollen in Österreich bringen. - Keine Medaillen mehr bei int. Wettkämpfen - . Das macht den Sport zwar sauberer hier, aber chancenlos gegenüber dem Rest der Welt. Und wer glaubt, dass die nicht gedopt sind, schlafe ruhig weiter auf der Insel der Seeligen.

harharhar...

sie werdens kaum glauben

aber in olympia gibts auch doping kontrollen und man kann alles nachweisen, auch nach monaten.

"...man kann alles nachweisen, auch nach monaten."

na, kann man nicht.

Und was ist jetzt so schlimm dran, dass österreichische Sportler keine Medaillen ergattern konnten?

Geht dadruch unsere Lebensqualität flöten? Werden wir jetzt von einer Rating-Argentur runtergestuft? ;-)

Ich bin für Einbürgern!!

Stellt euch vor welche Medikamente der kennt, wahrscheinlich einige von denen wir bis jetzt mnoch nichts gehört haben. Auch Chinesinnen würde ich weiter einbürgern, da schwimmen die Fraue schneller als die schnellsten Männer der Welt, was für ein Zufall.
Mir ist wirklich schlecht und könnte kotzen wenn ich daran denke wie man bei uns so kleine Dopingsünder zu Lebenslänglich verdonnert!

So stellt sich der kleine Brandl die große Gewichtheberwelt vor - paar Tabletterl einwerfen und schon schiesst das Gewicht von selber in die Höh!

Na das eigene Gewicht schießt auf jeden Fall auch ohne Tabletten ganz einfach in die Höhe. *eg*

Muskelmänner sind hierzulande ja nicht erst seit dem Schwarzenegger Arnold eher dubiose Figuren. Deshalb wandern viele lieber aus

Das kann ich nur bestätigen, ich betreibe seit einiger Zeit Bodybuilding und die grundlose Abneigung oder Ausgrenzung von Kraftsportlern oder Bodybuildern ist in Österreich geradezu greifbar.
Österreich war noch nie für seine Toleranz bekannt.

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