Andy Murray, Federers Olympia-Albtraum

  • Andy Murray glückte die Revanche für die Niederlage gegen Roger Federer in Wimbledon vor vier Wochen.
    foto: epa/andy rain

    Andy Murray glückte die Revanche für die Niederlage gegen Roger Federer in Wimbledon vor vier Wochen.

  • Bitteres Ende für den Goldfavoriten Roger Federer.
    foto: epa/andy rain

    Bitteres Ende für den Goldfavoriten Roger Federer.

  • Strahlemann Murray.
    foto: reuters/stefan wermuth

    Strahlemann Murray.

  • Glückliche Williams-Schwestern.
    foto: ap/ tom curley

    Glückliche Williams-Schwestern.

Erster großer Titel für den Schotten just in London nach klarem Dreisatzsieg in Wimbledon - Bronze an Del Potro

London -  Der Jubelsturm im Londoner Südwesten dürfte selbst im Olympic Park im Osten zu hören gewesen sein. Auf der Tribüne des Centre Courts fielen sich die Fans in ihren rot-weiß-blauen Outfits in die Arme, unten auf dem ramponierten Rasen weinte Andy Murray. Als erster Brite seit 76 Jahren hatte der 25-Jährige ein Tennisturnier in Wimbledon gewonnen.

Murray revanchierte sich im olympischen Traumfinale gegen Roger Federer beeindruckend für die Niederlage bei den All England Championships und gewann das erste britische Tennisgold seit 92 Jahren. "Das ist der größte Tag meines Lebens, es ist großartig, einfach großartig, einfach unglaublich", sagte Murray sichtlich aufgewühlt, nachdem er auf die Tribüne in seine Box geklettert war und Freunde und Verwandte geherzt hatte.

"Bisschen langsam" und flottes Ende

Federer gratulierte fair. "Andy war heute viel besser als ich. Mein Ziel war eine olympische Einzelmedaille, daher ist es trotzdem ein Sieg für mich", sagte der 30-Jährige: "Ich war heute ein bisschen langsam und habe ein paar falsche Eintscheidungen getroffen."

Nach nur 1:56 Stunden verwandelte Murray seinen ersten Matchball zum verdienten 6:2, 6:1, 6:4. Federer verpasste dagegen seinen Traum, die einzigartige Karriere bei seinen vierten Olympischen Spielen mit dem ersehnten Einzelgold zu krönen. Nach Doppelgold in Peking gewann der Weltranglistenerste aus der Schweiz mit Silber allerdings seine erste Einzelmedaille.

Als hätte auch der Himmel hinter Murray und Großbritannien gestanden, verschwanden die dicken Wolken über heiligen Rasen unmittelbar vor dem ersten Ballwechsel. Zuvor hatte es stundenlang wie aus Gießkannen geschüttet, an ein Spiel unter freiem Himmel war kaum zu denken.

Dach ohne

"Rasentennis sollte draußen, an der frischen Luft gespielt werden. Unter dem geschlossenen Dach sind die Bedingungen perfekt, dadurch wird es ein anderes Match. Ich hoffe einfach nur, dass es trocken ist", hatte Murray vor dem Finale gesagt und sich dabei an das Endspiel vor vier Wochen erinnert, als mit dem Regen auch Federers große Zeit kam. Schon damals hatte Murray in Führung gelegen, am Ende jedoch in vier Sätzen verloren.

Tränen ware geflossen, beim Schotten, bei seiner Mutter Judy, bei seiner Freundin Kim und bei der ganzen Nation. Murray verlor ein Spiel, gewann jedoch die Herzen der britischen Fans - genau diese Erfahrung machte nun den Unterschied. "Nach dem Finale musste ich erst einmal nachdenken, meine Lehren daraus ziehen und schnell darüber hinwegkommen", sagte Murray. Die Euphoriewelle auf der das ganze Team GB durch die Olympischen Spiele in London getragen wird half ihm dabei.

Tatsächlich spielte Murray befreit wie selten auf. In seinem ersten Aufschlagspiel wehrte er zwei Breakbälle ab und wurde fortan mit "Andy, Andy"-Rufen nach vorne gepeitscht. Eine solche Stimmung hatte der altehrwürdige All England Club noch nie erlebt. Federer stemmte sich gegen die Niederlage und hatte zu Beginn des zweiten Satzes die Chance, zurück ins Spiel zu kommen. Mit Hilfe des Publikums wehrte Murray jedoch sechs Breakbälle ab.

Bereits zuvor hatte auch der Argentinier Juan Martin Del Potro mit einem 7:5,6:4-Erfolg über den Serben Novak Djokovic das Spiel um Bronze gewonnen und ebenfalls für eine Überraschung gesorgt.  Vieleicht ein Lohn für das große Match gegen Federer, als sich Del Potro im Halbfinale am Freitag erst nach 4:26 Stunden mit 17:19 im dritten Satz hatte beugen müssen.

Silberne Zugabe im Mixed

Am Abend legte Murray noch mit Silber nach: An der Seite von Laura Robson trat er im Endspiel des Mixed-Wettbewerbs gegen die topgesetzten Max Mirnyi/Wiktoria Asarenka (Weißrussland) an, das britische Duo unterlag 6:2, 3:6, 8:10 im Match-Tiebreak.

Williams-Schwestern im "Goldrausch"

Mit einem 6:4, 6:4-Erfolg über das tschechische Duo Andrea Hlavackova/Lucie Hradecka haben die Schwestern Serena und Venus Williams am Sonntag ihren olympischen "Goldrausch" perfekt gemacht. Serena, die jüngere der beiden US-Amerikanerinnen, hatte am Vortag mit einer Demonstration im Einzel-Finale Maria Scharapowa nur ein Game überlassen und als zweite Spielerin nach Steffi Graf (1988) den "Golden Slam" geschafft. Nun rundete sie ihren Erfolgslauf mit dem dritten Doppel-Gold an der Seite ihrer Schwester und dem insgesamt vierten Olympiasieg ab.

Und wieder hüpften Serena und Venus Williams Seite an Seite vor Freude. Schon vor vier Wochen in Wimbledon hatten sie die "Generalprobe" für die Olympischen Spiele gewonnen, ebenso wie Serena im Einzel schaffte das Duo auch im Doppel den zweiten Triumph auf dem "heiligen Rasen" in so kurzer Zeit. Nach Sydney 2000 und Peking 2008 durften sich die US-Superstars zum dritten Mal die Goldmedaille für den Doppel-Triumph umhängen lassen und da Venus 2000 auch das olympische Einzel gewonnen hat, haben nun beide Schwestern je vier. Dieses Kunststück hat vor ihnen noch kein Sportler im Tennis geschafft. (sid/APA/red, derStandard.at, 5.8.2012)

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Happy Birthday, silberner Roger!

^^

Eines zeigt die mediale Berichterstattung ganz klar

Federer ist endgültig in seiner eigenen Welt angekommen und wird nur noch an seinen Maßstäben und Zielsetzungen gemessen und nicht mehr an der Konkurrenz.

Bei welchem Sportler (vor allem Tennisspieler!!!) gilt der Gewinn einer Goldmedaille im Doppel (2008) und Silbermedaille im Einzel als Albtraum?? Für jeden anderen Tennisspieler wäre das ein Riesenerfolg.

Nur zum Vergleich: das Ausscheiden von Djokovic,der auf dem Höhepunkt seiner Karriere steht, ohne Medaille ist nur eine Randnotiz wert. Und als Fahnenträger, der bei jeder Gelegenheit herausstreicht wie wichtig es ihm ist für sein Land zu spielen, wollte er Gold sicher genauso wie Federer und Murray.

Für alle Tennis begeisterten Sport 1+ überträgt Toronto live

Melzer spielt gerade im 1ten Satz.

Und da ja noch Olympia ist, weiß jemand warum es für das Turnier überhaupt Punkte gab,kenne sonst keine Sportart für die es bei Olympia Punkte gibt. Hatten sie Angst, dass sonst keiner hinfährt? ;)

In D gab es ja einen großen Aufschrei, weil sich die deutschen Topherren nicht für Olympia interessierten.

Und wie kommt man auf 750 Punkte, war zwar noch nie ein Fan von Tennis bei Olympia,aber wenn schon Punkte,dann doch bitte mehr als ein Masters 1000, vllt 1250, 250 mehr als bei einem 1000er und 250 weniger als bei ATP Finale.

Freu mich trotzdem für Murray und Federer hat auch seine Einzelmedaille, wenn schon ein Finale verlieren,dann bei Olympia, hat man zumind Silber ;)

ich kenne den genauen grund für die weltranglistenpunkte bei olympia (erst seit 2004) auch nicht. m.E. kanns nur mit der spielbeteilignung zu tun haben, da im tennis parallel zu olympia auch "normale" turniere stattfinden (da fällt mir sonst keine sportart ein). gäbe es keine punkte, würden vielleicht manche spieler, obwohls gegen den olympischen gedanken spricht, z.B. washington bevorzugen.

Wer weiß, vielleicht hat es auch etwas Gutes gehabt, dass Federer sich jetzt nicht auch noch Olympia-Gold geholt hat.

Hätte er auch noch diesen allerletzten kleinen weißen Fleck auf seiner gewaltigen Erfolgs-Landkarte beseitigt, wofür hätte es sich dann noch zu kämpfen gelohnt?

So hat er eine klare Niederlage gegen einen an diesem Tag eindeutig besseren Gegner bezogen und ist wieder auf den Boden der Realität geholt worden. Vielleicht ist dies eher ein Ansporn für ihn, weiter zu kämpfen, sich noch weiter zu verbessern, und vielleicht ist damit eher gewährleistet, dass seine Fans auch in Zukunft einen nach Siegen hungrigen Federer erleben können.

bla bla bla alles schönreden! :P

find's ja sehr lustig! nach wimbledon u vor olympia hieß es hier in jedem 2. posting hier:

bester, schönster, geilster aller zeiten....keiner kann ihm das wasser reichen!!! er ist wieder dort wo er hingehört u eigentlich eh immer war.

jetzt nach dem dämpfer plötzlich: naja, olympia zählt eh nix!

:)

Du bist in deiner Verbohrtheit offenbar nicht einmal mehr fähig, zu differenzieren oder sinnerfassend zu lesen Ich habe nirgends geschrieben "Olympia zählt nichts", ganz im Gegenteil, Federer hat immer deutlich zu verstehen gegeben, dass ihm Olympia-Gold sehr wichtig gewesen wäre. Ich rede diese Niederlage daher auch nicht schön, für Federer war das sicher eine große Enttäuschung.

Aber offenbar geht es dir gar nicht mehr um eine differenzierte Auseinandersetzung, sondern nur mehr um eine Glorifizierung Nadals und um eine mehr oder weniger subtile Verhöhnung und Verunglimpfung von allem, was irgendwie positiv für Federer rüberkommt. So gesehen schade drum...

da verwechselst du mich mit deinen kollegen! Wollte nur nochmals drauf hinweisen, wie sich hier einige alles infantil zurechtbiegen. Wann u womit glorifizierte ich nadal? Wenn ich auf so manche nadal-dauerverhöhnung von den üblichen hardcore-RF-groupies kontere u der meinung bin, dass sich auch seine leistungen respekt verdient haben, kommt das wohl nur durch die RF-brille einer glorifizierung gleich.

Als grosser RF Fan hätte ich es ihm natürlich gegönnt, die Goldene zu gewinnen, aber natürlich gönne ich es auch Murray. Er hat genug lange gewartet für einen grossen Titel, und für Roger war es das ganz bestimmt. Hat er ja schon jahrelang gesagt, nun wurde es halt "nur" Silber.

Ich hoffe, dass er im US Open wieder beweisen kann, was er kann und als #1 in die Winterpause geht.

Und jetzt raus aus dem Olymp. Programm

Manche hängen schon sehr an Olympia, wenn auch erst sei dem Erfolg 2008 ;)

Mimimimimi....

;-)

soviel zum thema, nadal reißt nix auf hartplatz:

08: olympia
09: AO
10: UO

finale:
11: UO
12: AO

DAS war allerdings nicht das Thema ;-) aber wurscht, Hauptsache Nadal ist wieder das Thema ;-)

RG ist halt nicht so objektiv wie andere User ;)

Ohne Nadal geht es halt nicht.

Man errinnere sich doch blos an lästige Postings von der Tennisanlage als Nadal in Paris mal ein wenig erfolgreicher war als sonst-

Egal wer am Platz stand, es kamen Texte im Stile des folgenden:

"Ist doch egal wer gewinnt, gegen meinen Nadal haben Sie alle keine Chance!!!"

und worauf - glaubst du - bezieht sich makro 24/7 ständiger ach-so-luster-hinweis auf 2008 inklusive smiley? (siehe oben)

"Manche hängen schon sehr an Olympia, wenn auch erst sei dem Erfolg 2008 ;)"

Also auf das Thema "Nadal und Hartplatz" bezieht sich dieser "Hinweis" wohl eher nicht. Aber was Makro 24/7 betrifft, bist sicher eher du der Experte ;-)

nix wissen, aber dreinposten!!! ;)

zur erklärung:
diese "2008-postings" sind makros neuester gag, weil wahrscheinlich irgendjemand mal gepostet hat, dass nadal seit 08 dominiert bzw. federer überholte.

sein kommentar oben bezieht sich im speziellen auf nadals olympiasieg von 08.....den er auf hartplatz holte, worauf sich wiederum ich mein posting bezog! alles unklar? :)

Uii, warum so aggressiv? Durchlebst du gerade schlechte Zeiten?
Ich bleibe dabei (trotz deiner etwas paranoiden Erklärung): das Posting von makro oben (Text: "Manche hängen schon sehr an Olympia, wenn auch erst sei dem Erfolg 2008 ;)" hat sich nicht im Speziellen auf Nadal und Hartplatz bezogen, das wolltest nur du daraus herauslesen bzw. bist wieder mal ein (sinnlosen) Provokation auf den Leim gegangen.

Spätestens seit dem Überjahr des Djokers und einen topgefährlichen Ü30-Federer sind die Nadalfans hochnervös und reagieren sogar auf objektive Posting sehr empfindlich.

war überhaupt nicht aggressiv gemeint! siehe smiley!

nochmals:
makro fing (unterschwellig) mit dem thema nadal an.

wenn ich dann was draufposte (mit der ergänzung 'hartplatz'), bin wieder ich der, der überall nadal ins spiel bringt.

kleiner tipp: lies dir mal genau durch, was makro hier so postest! so gut wie jedes seiner postings enthält einen "lustigen" seitenhieb bzw. bezug auf nadal.

schön langsam glaube ich, dass er der allergrößte RN-fanboy ist! ;)

Solang es nur lustige Seitenhiebe bleiben ^^

Olympia ist vorbei... Zum Glück

Lächerliche 750 Punkte für den Sieger, 450 Punkte für den Runner-UP. (Für diesen Krampf)
Ein wichtiger Titel ist nun wirklich nicht vergeben worden.

Das Olympische Turnier ist völlig überbewertet. Wahrscheinlich haben Djokovic, Federer und auch Murray zuviel Kraft gelassen. Der lachende Vierte könnte nun Nadal heissen, wenn die Karten an den US-Open neu gemischt werden.
2004 / 2008 ist Federer (zum Glück) früh bei Olympia ausgeschieden und hat dafür den Titel beim letzten GS geholt.
Wegen dieser Silbermedaille fehlt ihm vielleicht diesmal die Kraft dazu.

mit verlaub, das ist schwachsinn.

das olympische tennisturnier war noch nie so wichtig wie heuer, da es in wimbledon stattfand.
irgendwo weiter unten war das masters als gradmesser erwähnt, ich halte es heuer für sogar noch wichtiger (also die #5 im kalender)
und daß mit murray ein brite gewonnen hat, machts noch wichtiger, m.e.

in vier jahren wird es nicht mehr den stellenwert haben, das kann sein, das hat allerdings nichts mit den teilnehmern zu tun

aha die Wichtigkeit eines Turniers hängt also davon ab wo es durchgeführt wird. Lustig so was zu lesen.

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