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vergrößern 500x362Vier Fäuste für ein Halleluja: Russlands Jelena Saweljewa (re.) gewinnt die Premiere gegen Nordkoreas Kim Hye-song.
vergrößern 500x340Die 17-jährige Claressa Shields aus Flint, Michigan, trägt die boxerischen Hoffnungen der USA.
In der roten Ecke die Russin Jelena Saweljewa, 28 Jahre alt und 1,68 Meter groß, in der blauen Ecke die Nordkoreanerin Kim Hye-song, 27 Jahre alt, 1,63 Meter groß. So hat es die Auslosung gewollt, jetzt stehen sie in der South Arena 1 des Londoner Excel Centers. Doch was heißt stehen? Sie schwingen die Fäuste und tänzeln und klammern. Sie liefern am Sonntag Historisches ab. Den ersten Frauenboxkampf in der Geschichte der Olympischen Spiele.
Ring frei also, lange genug hat's gedauert. Das Boxen, seit 1904 im Programm der Spiele, war quasi eine Philharmonie des olympischen Sports, die letzte Männerdomäne. Machos pudeln sich darüber auf, dass es Frauendomänen weiterhin gibt, siehe Rhythmische Sportgymnastik, siehe Synchronschwimmen. Doch liegt deren Ausnahmestellung wohl eher daran, dass sich keine breite männliche Masse für ihre Ausübung begeistern kann.
Sigi Bergmann ist kein Macho, sondern Kommentatorlegende, London ist sein 20. Olympia-Auftritt. "Ich freu mich, dass die Frauen endlich dabei sind", sagt er. "Sie haben lange dafür gekämpft, und sie haben sich in den letzten Jahren wirklich stark verbessert." Allerdings sind nur drei Klassen olympisch, und dort drängt sich jetzt alles, was Rang und Namen hat. Einige haben Gewicht gemacht, also abgenommen, um nach London zu kommen. Medaillen gibt es im Fliegengewicht (48 bis 51 kg), im Leichtgewicht (57 bis 60 kg) und im Mittelgewicht (69 bis 75 kg). Pro Klasse haben sich zwölf Boxerinnen qualifiziert. Heute, Montag, stehen die Viertelfinalkämpfe an, Finaltag ist der Donnerstag.
Das Wochenende bleibt den Männern vorbehalten, zu viel Aufmerksamkeit wollte der Amateurbox-Weltverband (AIBA) den Frauen denn doch nicht geben. Im Olympia-Vorfeld hatte die AIBA die skurrile Forderung erhoben, die Boxerinnen sollten Röckchen statt der klassischen Hosen tragen. Eine Welle der Empörung folgte, die Kämpferinnen drohten gar mit Streik, da machte der taiwanesische AIBA-Boss Wu Ching-Kuo einen Rückzieher, stellte die Wahl des Beinkleids frei.
Sexisten und Machos haben die Frauensportentwicklung stets behindert. 404 vor Christus wollte sich eine gewisse Kallipateira, als Trainer ihres boxenden Sohnes verkleidet, bei den Olympischen Spielen einschleichen. Sie wurde ertappt, fürderhin mussten nicht nur Sportler, sondern auch Trainer antreten, wie die Götter sie geschaffen hatten.
Daran orientierte sich Pierre de Coubertin, der Erfinder von Neuzeit-Olympia und ein erklärter Gegner des Frauensports. Er jammerte über eine "Fehlentwicklung", als bei den dritten Spielen (1904) erstmals Frauen an den Start gingen. Doch damals hatten die Veranstalter, in diesem Fall St. Louis, noch mehr zu reden als das IOC, das seine Zustimmung verweigerte. Und die Schweizer Gräfin Helene de Pourtales, eine gebürtige US-Amerikanerin, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem Neffen im Boot Lerina saß und einen von elf Segelwettkämpfen gewann, wurde die erste Olympiasiegerin.
Den Schweden, die Frauen 1912 in Stockholm doch tatsächlich schwimmen ließen, warf das IOC "Feminismus" vor. Zwar sportelten adelige Frauen schon im 19. Jahrhundert, doch verlangte der Anstand langes Beinkleid. So waren zunächst vor allem Tennis, Golf und Bogenschießen in Mode. 1928 sah Olympia die ersten Leichtathletinnen, auf neun Sportler kam immerhin eine Sportlerin. IOC-Präsident Avery Brundage konnte zwar Karl Schranz nach Hause schicken, gegen die Frauen war er machtlos gewesen. Der Brundage-Antrag, die olympischen Frauenbewerbe wieder abzuschaffen, stieß 1952 auf Ablehnung.
Der Reihe nach fielen die Bastionen. 1964 war Volleyball der erste Frauen-Teamsport bei Olympia, seit 1984 laufen Frauen Marathon, seit 1996 kicken sie, seit gestern boxen sie.
Gespannt ist man in London vor allem auf das Mittelgewicht. Die Britin Savannah Marshall ist regierende Weltmeisterin und Favoritin. Die USA, deren Männern ein Debakel ohne eine einzige Medaille droht, hypen die erst 17-jährige Claressa Shields aus Flint, Michigan. Sie hatte zwar bei der WM das Achtelfinale verpasst, aber dennoch das Ticket nach London gelöst, weil ihre Bezwingerin Marshall den Titel holte. In der ersten Olympia-Runde hatten beide ein Freilos, im Semifinale könnten sie einander begegnen.
Nach viermal zwei Minuten in der South Arena 1 reißt die algerische Ringrichterin Kheira Sidi-Yakoub den Arm von Jelena Saweljewa in die Höhe. Vier Punkterichter und eine Punkterichterin haben den Kampf mit insgesamt 12:9 gewertet, die russische Fliegengewichtlerin ist die erste Siegerin in einem olympischen Boxkampf. Dass Saweljewa und auch die unterlegene Kim Hye-song im Ring die Hosen anhatten, versteht sich von selbst. (Fritz Neumann, STANDARD, 6.8. 2012)
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3 Runden treibt der Aussenseiter den Ukrainer vor sich her, der sich nicht zu helfen weiss, und wird jeweils mit Punktegleich gewertet !!!
Zum drüberstreuen wird der Ukrainer noch als Sieger gesehen !!
Für jeden nicht gewerteten, bzw zu viel für den Ukrainer gegebenem Punkt, sollte der Franzose den Richtern eine scheuern dürfen !
Das Ergebnis wäre rasch richtiggestellt !
Sigi Bergmann macht noch immer Spaß, auch wenn schon manches Satzerl mit ihm in die Jahre gekommen ist :-)
boxen bei olympia, egal ob männer oder frauen, ist boxen, wie es sein sollte. nämlich fliegende fäuste und sigi bergmann. alles andere ist rtl-event-boxen.
bergmann ist übrigens promovierter historiker. (dissertation: Die Religionspolitik und die kirchlichen Reformversuche Ferdinands I.) was sind denn die herren der jungen orf-riege?
.... hätte ich an rein gar nichts gemerkt dass das Frauen sind. Die waren angezogen als kämen sie gerade von der letzten Verteilung der Wohltätigkeits-Kleidersammlung. Diejenigen aber, die darauf bestehen dass sich Frauen so bekleiden, haben nicht verdient, dass Frauenboxen olympisch wird. Da ist ja die Alice Schwarzer im Vergleich dagegen noch gut angezogen und hipp hergerichtet. Einfach nur grauslich war das zum Zusehen.
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