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"Jeder ist lernfähig. Das gilt auch für Kurt Scheuch. Wir - Politik und Medien - brauchen wieder eine Abrüstung der Emotionen und Worte."
STANDARD: Herr Landeshauptmann, wann gibt es in Kärnten Neuwahlen?
Gerhard Dörfler: Ich habe immer gesagt, für mich gilt das Triple-A: aufklären, abrechnen, abstimmen. Ich will, dass jetzt überall, bei Rot, bei Blau und bei Schwarz aufgeräumt wird. Außerdem müssen zuvor neue politische Rahmenbedingungen geschaffen werden.
STANDARD: Welche denn?
Dörfler: Ich will einen plakatfreien Wahlkampf, eine drastische Kürzung der Wahlkampfkosten und ein Demokratiepaket. Die Abschaffung des Proporzes ist für mich nur vorstellbar, wenn es gleichzeitig die Direktwahl des Landeshauptmannes gibt.
STANDARD: Da gibt es schon weitgehend Konsens mit den anderen Parteien. Wie oft will die FPK das Auszugstheater aus dem Landtag noch durchziehen?
Dörfler: Kommende Woche wird es Gespräche mit SPÖ, ÖVP und Grünen geben. Ich denke, da werden wir auch einen Konsens über einen Neuwahltermin finden. Jetzt müssen wir wieder herausfinden aus dem Trillerpfeifenkonzert und zur sachlichen Diskussion zurückkehren. Ich präferiere den März 2013.
STANDARD: Schließen Sie Neuwahlen noch in diesem Herbst aus?
Dörfler: Ich schließe gar nichts aus. Aber es müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Bürger gegeben sein. In Kärnten eine politische Krise herbeizu fabulieren, ist völlig deplatziert. Wir haben eine politische Stimmungskrise, es ist einiges aufzuklären, aber es gibt keine Landeskrise.
STANDARD: Fast die gesamte FPK-Spitze ist doch wegen Untreue, Korruption, Geldwäsche hoch belastet und muss sich vor der Justiz verantworten.
Dörfler: Auch der SPÖ wird es nicht gelingen, vor ihren Machenschaften davonzulaufen. Da wird es noch weitere Anzeigen geben. Dann werden die, die uns heute auspfeifen, gegen sich selbst pfeifen müssen.
STANDARD: Auch bei Ihnen in der Landesregierung gab es eine Hausdurchsuchung.
Dörfler: Es ist schon interessant, dass man von einer Hausdurchsuchung spricht. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat in der Landesregierung nur Belege gesichtet. Die Staatsanwaltschaft hat in einer Aussendung selbst darauf hingewiesen, dass es sich um keine Hausdurchsuchung gehandelt hat. Ich habe die Beamten in mein Zimmer eingeladen. Da sieht man, wie die Tatsachen medial verdreht werden.
STANDARD: Schließen Sie aus, dass es auch bei Ihnen im Zusammenhang mit illegaler Parteienfinanzierung bei einer Wahlbroschüre aus dem Jahr 2009 zu einer Anklage kommen könnte? Immerhin waren Sie damals Parteikassier.
Dörfler: Ausschließen kann man gar nichts. Aber ich bin zuversichtlich, dass es nicht zu einer Anklage kommen wird. Der Parteikassier ist eine reine Papierfunktion, für die Abwicklung der Geschäfte ist der Geschäftsführer verantwortlich.
STANDARD: Auf Uwe folgte Kurt Scheuch. Hofübergabe in der Familie sozusagen. Ist das ein Signal der Erneuerung bei den Kärntner Freiheitlichen?
Dörfler: Grundsätzlich lehne ich jede Sippenhaftung ab. Es gibt viele politische Familien, den Huber-Clan etwa, die Familie Ausserwinkler, ich will nicht unbedingt auch noch die Kennedy-Brüder bemühen. Man soll Kurt Scheuch danach messen, was er in der Landesregierung leistet.
STANDARD: Warum sind Sie nicht selbst Parteichef geworden?
Dörfler: Ich habe das für mich immer ausgeschlossen. Meine Auffassung von Politik ist so, dass ich für das ganze Land arbeiten will und nicht nur für eine Partei.
STANDARD: Ihr neuer Chef Kurt Scheuch ist für Verbalinjurien bekannt: Den Erstrichter seines Bruders bezeichnete er als "Kröte", demonstrierende Bürger als "armselige Lichterlträger" und "Gesindel". Finden Sie das in Ordnung?
Dörfler: Jeder ist lernfähig. Das gilt auch für Kurt Scheuch. Wir - Politik und Medien - brauchen wieder eine Abrüstung der Emotionen und Worte. Es findet ja nur der schrillste Sager Gehör. Da sollte wieder ein neuer Stil in der Politik einkehren.
STANDARD: Uwe Scheuch hat bei seiner Rücktritts-Pressekonferenz einen Pressefotografen aus dem Klub geworfen. Sie saßen daneben. Sieht so die Pressefreiheit der FPK aus?
Dörfler: Ich halte fest, dass ich jede Meinung ernst nehme, auch eine kritische. Wie es andere halten, müssen diese selbst entscheiden. Das war eine sehr schwierige Situation für den Uwe. Dass ein solcher emotionaler Stress zu Fehlverhalten führen kann, verstehe ich. Sagen wir es so: Seine Reaktion war menschlich verständlich, politisch aber nicht klug. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, 6.8.2012)
Gerhard Dörfler (57) ist seit Jörg Haiders Tod Landeshauptmann. 2009 fuhr er für die Kärntner Freiheitlichen 44,9 Prozent ein.
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Dörfler ist das beste Beispiel für meine Forderung nach einem Berufsbefähigungsnachweis für Politiker in Form eines abgeschlossenen Jus-oder Politikwissenschaftsstudiums.
Solche dummen Menschen, die nicht einmal in der Lage sind, einen Gesetzestext zu verstehen, gehören einfach nicht an die Spiotze eines (Bundes)Landes!
Überraschend clever zeigt sich LH Dörfler bei diesem Interview und spielt darin den verständnisvollen Landesvater im eröffneten Kärntner Wahlkampf. Die gestellten Fragen wären besser vom Parteichef oder Klubobmann der FPK einzufordern gewesen und nicht vom untergeordneten Spitzenkandidaten auf Stimmentour. Übrigens ist Dörfler der einzige LH in Österreich, der nicht gleichzeitig auch gewählter Landesparteiobmann ist. Warum wohl?
Gut,
der Mann ist zwar (hoffentlich nur noch) Landeshauptmann.
Bei dem, was in Kärnten vor sich ging und geht und bei dem, was der Herr schon zum Thema abgesondert hat,
würde eine verantwortungsbewusste Qualitätszeitung keine Interview mehr mit einem solchen Typen abdrucken.
aber für die Zuständigkeit der Finanzen (es gibt ja zb. auch ein BMF in der Bundesregierung) eben der Parteikassier. Und das ist freilich der undankbarste Job, das weis Dörfler wahrscheinlich ziemlich gut;-((
Wieso werden Politiker nicht auf ihren Geisteszustand hin untersucht?
Für eine Waffe braucht man einen Waffenschein, für einen Hund jetzt sogar einen Hundeführerschein - aber jeder - und sei er noch so inkompetent und/oder charakterschwach kann Politiker werden.
...und es gibt noch immer welche die sich an Dörfler - oder noch schlimmer an die Scheuchbrüder klammern. Das ist ja absoluter Realitätsverlust.
Diese Sorte hat allerdings nicht wirklich was mit
Zitat des Ursprungsposts
"Dörfler - oder noch schlimmer ... Scheuchbrüder"
am Hut.
Die gibt es wie sie selbst sagen überall dort wo es darum geht linke Führer zu wählen.
Weder Dörfler noch Scheuch haben das Format und Charisma, geschweige denn die Volksnähe (Disco-Inlokalbesuche und ähnliches) um bei den von Ihnen erwähnten Typen punkten zu können.
Einem auf "lieber Onkel" machenden Holzknecht und einem selbstherrlichen Herrenbauern fehlen nahezu alle Vorraussetzungen um Linkswähler zu begeistern.
Einzig und allein Abhängigkeit und grenzenlose Naivität sind Kriterien um diese Typen noch immer zu wählen zu wollen.
Die von Ihnen gemeinten sind LinkswählerInnen, zum Großteil jüngere Menschen und wählen modisch gestylte Leitfiguren, welche sich mit ihnen in Discos und sonstigen Unterhaltungsschuppen rumtreiben.
Weder Dörfler noch Scheuch sind solche Leitfiguren.
Deren (Noch)WählerInnen sind Abhängige, grenzenlose Naivlinge und vielleicht noch einige rettungslos verwirrte Figuren.
Es wird sich früher oder später zeigen wie viele es davon in Kärnten nun tatsächlich gibt.
Die Post wird noch zugestellt und die Kirchtagssuppe war auch ganz gut. Aber eine Landeshauptmannkrise gibt es auf jeden Fall. Ich geniere mich jedesmal in Grund und Boden, wenn der den Mund aufmacht und hoffe, dass es wenigstens jetzt einer klaren Mehrheit von Landsleuten auch so geht. Wenn noch immer nicht, hätten wir wirklich eine Landeskrise.
Intelligenzkrise.
Die Wahl 2009 war von A-Z auf Haider ausgerichtet.
Somit haben 44,9 % einem Toten ihre Stimme gegeben und dadurch einer Truppe von größenwahnsinnigen, demokratieverachtenden Dumpfbacken, Heuchlern und Lügner die Regierungsübernahme des Landes ermöglicht.
Daß so etwas schwerwiegende, negative Folgen hat ist völlig logisch.
Pedro Amena
Ein Exilkärntner
Im Übrigen gibt es die Intelligenzkrise in Kärnten schon länger; ansonsten wäre es nämlich für Haider unmöglich gewesen einen derart hohen Stellenwert zu erzielen.
Viele meiner Landsleute sind zwar liebe Menschen, doch leider sehr schlicht und daher leicht zu täuschen.
Die Sauereien des FPK-Gesindels haben sie sich zwar selbst eingebrockt, doch verdient haben sie sich diese dummdreisten Ganoven sicher nicht.
Daß es in Österreich gestattet worden ist,
mit einem Toten zu einer Wahl anzutreten,
sowie diese auch noch durchzuführen
ist mehr als absurd und lächerlich.
Eine Bundesregierung,
welche nicht dazu im Stande ist eine Landtagswahl für einen Toten als ungültig zu erklären,
ist aus meiner Sicht genauso entbehrlich und unfähig wie das FPK-Gesindel.
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