Kein Ende im Krimi um entführten Anwalt Rebasso

5. August 2012, 17:15

Am Sonntag meldete sich erstmals die Familie des Vermissten zu Wort

Wien - Der Wiener Wirtschaftsanwalt Erich Rebasso macht sich von seiner Kanzlei in der Wiener Innenstadt aus auf den Weg zu einem Termin nach Niederösterreich. Er geht zu seinem Mercedes, der wenige hundert Meter von der Kanzlei entfernt in einer Tiefgarage am Georg-Coch-Platz steht. Dort wird er niedergeschlagen und zumindest so schwer verletzt, dass später im Mercedes Blutspuren gefunden werden.

Ein Mann, so ist auf den unscharfen Bildern der Überwachungskameras zu sehen, fährt Rebassos Mercedes aus der Tiefgarage, der Vermisste ist nicht zu sehen. Ein weiterer Mann folgt dem Mercedes in einem Mietwagen, auch darin finden sich später Blutspuren. Dann endet die Spur der Polizei, nur der Mercedes taucht wenige Tage später auf einem Parkplatz in Simmering auf.

Zwei Beamte nach Moskau

Am Freitag vor einer Woche begann der Krimi um den Wiener Wirtschaftsanwalt. Wer die Männer auf den Bildern der Überwachungskameras sind, ist ungewiss, beim Mietwagenverleih gibt man zu Protokoll, dass sie sich mit russischen Pässen ausgewiesen haben. Wie Polizeisprecher Roman Hahslinger am Wochenende sagte, muss geklärt werden, ob die Dokumente echt sind. Zwei Beamte des Bundeskriminalamtes sind mittlerweile nach Moskau gereist.

Auf brauchbare Hinweise aus der Bevölkerung wartet man bei der Polizei bisher vergeblich. Auf dem Parkplatz in Simmering gibt es zwar Überwachungskameras, doch die Stelle, an der der Wagen stand, war nicht einsehbar.

Auch wenn es bisher keine Lösegeldforderung gibt, so dürfte das Motiv doch klar sein: Der Name des Wiener Wirtschaftsjuristen war, wie berichtet, vor einigen Jahren in einen Fall von Anlagebetrug in Russland verwickelt. Rebasso ging damals zur Polizei und gab an, dass sein Name missbräuchlich verwendet worden sei. Er erstattete Selbstanzeige, das Verfahren wurde eingestellt. Dennoch erhielt Rebasso Drohungen.

"Liquidator engagieren"

Wie der Kurier am Wochenende berichtete, wurde in russischen Internetforen darüber diskutiert, dass der Versuch, das Geld auf legalem Wege zurückzubekommen, wohl aussichtslos sei. Ein offenbar Geschädigter postete etwa, es gebe billigere Möglichkeiten als jahrelange Prozesse: "Zum Beispiel, einen Liquidator zu engagieren."

Gestern, Sonntag, meldete sich erstmals die Familie des Anwalts zu Wort: Rebassos Bruder Michael ersuchte "die Journalisten dieses Landes um den gebotenen Respekt gegenüber diesem Menschen, der sich (...) im Zustand der nicht enden wollenden Lebensbedrohung befindet." Insbesondere unter den Klienten habe die Nachricht von der Entführung "eine unglaubliche Welle an Sympathiebekundungen ausgelöst". (APA/red, DER STANDARD, 6.8.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 46
1 2
Insbesondere unter den Klienten habe die Nachricht von der Entführung "eine unglaubliche Welle an Sympathiebekundungen ausgelöst".

nachdem was man in anderen ö tageszeitungen so liest glaube ich gerne, dass viele froh darüber waren.

aber was weiß man schon wirklich? die leute regen sich schnell u gerne über anwälte auf ...

Ähm, meinen Anwalt such ich mir immer noch selbst aus. Wenn mir mein Wahlanwalt also unsympatisch ist, kann ich immer noch gehen, oder? Sie verstehen also, dass ich diesen Geschichten eher keinen Glauben schenke.

ich muss mal wieder den foromaten testen.

hoffentlich funktioniert es der einfachheit halber auch mit stichworten.
also:
"mafiageld investieren",
"schwarzes und blutig rotes geld weißwaschen",

und, achtung jetzt kommt der eigentliche hammer:
"SUV fahren in der innenstadt"

er wollt' weiterfahren nach Lilienfeld zum Zweitwohnsitz,

und in der Gegend kann man schon mal einen SUV brauchen, also regen'S sich ab, ok ?
Bitte Berichterstattung genau lesen, dann erspar'n'S sich die ganze Aufregung, ok ?
Gut.

ich weiß ganz genau

was da wie abläuft

hab ich nämlich selber erfahren, aus filmen und serien

Mit soetwas muss man rechnen, wenn man in Osteuropa Geschäfte macht.

Sie sprechen aus Erfahrung, ja ?

Das sind einfach Geschichten, die man von Leuten, die dort zu tun hatten, hört

Drohungen, Erpressungen und Korruption gehören dort zum geschäftlichen Alltag. Manchmal bleibt es eben nicht nur bei Drohungen...

natürlich

die Menschen in Osteuropa haben es offensichtlich weniger gern, als die Westler, wenn sie in Pyramidenspielen Geld verlieren

Nein, muss man offenbar nicht- sonst gäbe es ja öfter solche Fälle.

sonst gäbe es ja öfter solche Fälle. Dem ist aber nicht so.

Komische oder Tragische Geschichte?

Wenn er das nicht selbst inszeniert hat - um verschwinden zu koennen - dann braucht man sich keine Hoffnungen zu machen.
Oder vielleicht doch, dass er naemlich "schuldig" ist und weiss, wo das Geld ist. Falls er gleich auspackt, braucht er dann nicht lange leiden. Banden im russischen Umfeld sind oftmals Spezialisten aus dem Afghanistan- und Tschetschenien Krieg - mit entsprechender Erfahrung: Vielfach beinhalten Verhoere neben den ueblichen Methoden (Zaehne und Naegel) auch einen heissen Loetkolben in der hinteren Koerperoeffnung.
Wenn er allerdings nicht weiss, wo das Geld ist, dann hat er wirklich Pech gehabt: Bis sie ueberzeugt sind, dass er nichts weiss, wird es lang dauern.
Hoffnungen der Familie sind daher unrealisitisch.

wenn ers selbst inszeniert hätte, warum dann die Blutspuren?

und warum hat er dann 2 Helferleins. Die sich ja beim Verhör damit entlasten könnten. Stattdessen hüllen sie sich in Schweigen.

Filmfreak, wie ?

wer sich mit einem hund ins bett legt, wacht mit flöhen auf.

Insbesondere unter den Klienten habe die Nachricht von der Entführung "eine unglaubliche Welle an Sympathiebekundungen ausgelöst".

Sorry ich steh jetzt auf der leitung - pro mutmaßlichen entführern oder pro mutmaßlich entführtem?

zeitungsberichten habe ich entnommen, dass seine klienten fast ausschließlich aus russland kamen....

somit scheint klar, wo die sympathien liegen.

@"Der Name des Wiener Wirtschaftsjuristen war, wie berichtet, vor einigen Jahren in einen Fall von Anlagebetrug in Russland verwickelt. Rebasso ging damals zur Polizei und gab an, dass sein Name missbräuchlich verwendet worden sei. Er erstattete Selbstanzeige, das Verfahren wurde eingestellt. Dennoch erhielt Rebasso Drohungen"

Wieso erstattete er Selbstanzeige, wenn er unschuldig war? Kann man das etwas genauer ausformulieren?

Na wieso? Weil bei solchen Vorwürfen immer etwas hängen bleibt. Also erstattet man Selbstanzeige, leitet damit ein Ermittlungsverfahren ein - die Einstellung desselben ist dann die Bestätigung, dass an den Vorwürfen nichts dran ist.

Das Vorgehen ist überhaupt nicht bedenklich oder komisch.

Wieso erstattete er Selbstanzeige, wenn er unschuldig war? Kann man das etwas genauer ausformulieren?

Dass Sie diese Frage stellen, zeugt davon, dass wahrscheinlich gerade die Volksschule absolviert haben...

um ebendies im rahmen eines ordentlichen ermittlungsverfahrens unter beweis stellen zu können!

Waram keine Anzeige gegen "Unbekannt" wegen übler Nachrede oder dergleichen?

Weil "Üble Nachrede" ein Pimperldelikt ist und eine Anzeige gegen Unbekannt zugeklappt und eingestellt wird

wenn der "Unbekannt" nicht ermittelt werden kann. Die Polizei und StA hat schließlich genug mit namentlich bekannten Verdächtigen zu tun.

...mit russen was zu tun haben tut nicht gut,
da muss man sich entscheiden und das liebe gld spiel auch eine rolle. untem strich muss der RA es wissen ....

der tägliche bericht

das es nichts neues gibt?
tragische geschichte, sooo interessant ist das thema nun trotzdem nicht.

Posting 1 bis 25 von 46
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.