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Joachim Meyer, Zentraleuropachef des Chemiekonzern, warnt vor einem Rückfall zu nationalen Währungen.
STANDARD: Europa ist derzeit mit nichts weniger befasst, als seine Währung zu retten. Was hieße es für BASF, den weltgrößten Chemiekonzern, würde dies misslingen?
Meyer: Schwer zu sagen. Selbst Experten haben zu möglichen Konsequenzen unterschiedliche Meinungen. Für uns als multinationaler Konzern mit einer starken Präsenz in Europa ist es von Vorteil, dass es den Euro gibt. Wir bauen darauf, dass uns die Gemeinschaftswährung erhalten bleibt.
STANDARD: Eine Rückkehr zu nationalen Währungen ...
Meyer: ... wäre mit schwer abschätzbaren Risiken verbunden. Und mit hohen Kosten. Diese hätten die Nationalstaaten zu tragen, aber auch die Unternehmen in den Nationalstaaten.
STANDARD: Seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 ist die Finanzkrise das bestimmende Thema. Das BASF-Geschäft scheint nicht zu leiden?
Meyer: Ich klopfe auf Holz. Die Ergebnisse zum Halbjahr waren gut. Die Prognosen für das Restjahr sind wegen Unwägbarkeiten am Finanzmarkt verhaltener. Die Chemie ist eine Basisindustrie, die viele andere Indus trien beliefert, von Bau über Automobil, Ernährung, Kosmetik, Fasern bis zu Kunststoffen. Wir empfangen unterschiedliche Signale.
STANDARD: Welche denn?
Meyer: In der Region Zentraleuropa, für die wir in Wien verantwortlich sind, läuft beispielsweise das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln sehr gut. Seit etwa zwei Jahren werden höhere Preise für Agro-Commodities erzielt, mit der Folge, dass die Bauern wieder über mehr Liquidität verfügen. Das führt zu höheren Absatzmöglichkeiten in der Landwirtschaft.
STANDARD: Gibt es Sektoren, wo die Finanzkrise stärker abfärbt?
Meyer: Dazu gehört der Bau. Da spürt man das Spardiktat öffentlicher Kassen. Aber auch von privater Seite kommen kaum Impulse. Papier ist auch ein schwieriger Bereich. Als Lieferant von dafür notwendigen Chemikalien spüren wir das. Noch verhältnismäßig gut läuft in Zentraleuropa die Autoproduktion. Dort ist BASF mit verschiedenen Produkten vertreten - etwa Lacke oder innovative Autositze, die wir zwar nicht selbst liefern, der Sitzproduzent aber von uns das Vorprodukt bezieht.
STANDARD: Es gibt andere Großbaustellen - Stichwort Energiewende.
Meyer: Der BASF-Konzern ist selbst einer der größten Energieverbraucher in Deutschland. Energie ist Teil unserer Produktionskosten, war folglich schon immer ein Optimierungsthema, lange bevor über CO2 oder Ähnliches diskutiert wurde. Wir liefern aber auch Produkte, die helfen, Energie zu sparen - von Dämmstoffen bis zu Leichtbauteilen für Autos, die damit den Treibstoffverbrauch indirekt senken helfen. Wir erwirtschafteten 2011 neun Prozent unseres Umsatzes mit Klimaschutzprodukten.
STANDARD: Was müsste der Gesetzgeber tun, damit der Übergang auf erneuerbare Energien gelingt?
Meyer: Stabile, vorhersehbare Rahmenbedingungen schaffen. Zudem müsste sichergestellt sein, dass die Kilowattstunde Strom weiter zu einem wirtschaftlich vernünftigen Preis zu haben ist. Eine der Grundsatzfragen, die es zu beantworten gilt, ist, wie viel produzierende Industrie sich Europa leisten kann und will.
STANDARD: Wie viel soll sich Europa leisten?
Meyer: Länder wie Deutschland oder Österreich, die ein noch einigermaßen vernünftiges Wachstum zeigen, kommen auf eine Industrieproduktionsrate von etwa 30 Prozent vom BIP. In England sind es etwa 14 Prozent. Die haben auf New Economy und Finanzdienstleistungen gesetzt. Das rächt sich jetzt. Es zeigt sich, dass eine solide Fertigungsindustrie in der heutigen Zeit eine stabile wirtschaftliche Basis bietet.
STANDARD: Europa wäre also gut beraten, Industriebetriebe zu halten?
Meyer: Auf jeden Fall. Erst das schafft die Möglichkeit, Produkte zu exportieren, was wiederum gut für die Handelsbilanz ist. Man muss mit Augenmaß vorgehen, die Konkurrenzfähigkeit nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Wenn nur Europa eine CO2-Abgabe verlangt, andere aber nicht mitziehen, ist das gefährlich. Denn weltweit hat das Klima keinen Vorteil, ob das Auto in Deutschland gebaut wird oder zu günstigeren Bedingungen in Asien, wo keine CO2-Abgabe anfällt. (Günther Strobl, DER STANDARD, 6.8.2012)
Joachim Meyer (56) leitet seit 1. Mai 2010 von Wien aus die Region Europe Central (15 Länder) des Chemiekonzerns BASF. Der studierte Biologe ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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würde ich mich nicht alleine auf die wirtschaft bzw. konsum verlassen!
geht es dem einzelnen bürger schlecht, geht es der wirtschaft bzw. konsum schlecht!
der ganze export, wo die gewinne nur ausgelagert werden nützt den bürgern in europa ja nichts zur verbesserung!
es gehören anreize geschaffen die bürger wieder zur mitarbeit zu animieren durch höhere löhne, bessere arbeitsbedingungen und beteiligungen an den firmen, um sich selber etwas schaffen, aufbauen zu können!
sonst wird nur noch pfusch und unmoralische zustände (korruption z.b.) wie jetzt herrschen!
Um die "Masse der Bürger " zu beschäftigen, braucht man eben Industriearbeitsplätze. In Bereichen, die am Weltmarkt wettbewerbsfähig sind. Diese Exportindustrien bestimmen die "Terms of Trade" dh in welchem Verhältnis die Arbeitsleistungen zwischen Wirtschaftsräumen getauscht werden. Ohne VWs etc würde der Euro einen Sinkflug sondergleichen hinlegen, Importpreise für Rohstoffe würden sich vervielfachen und somit würden auch Einkommen im Dienstleistungsbereich nur noch einen Bruchteil der bisherigen Kaufkraft haben. Ein österr. Friseur verdient dank unserer Exportindustrie ocker 10 x mehr als ein Afrikanischer. Bei gleicher Leistung.
er bringt große Vorteile im In- und Export.
Leider wird gerade von großen Wirtschaftstreibenden zuwenig wahrgenommen, dass der Euro die Kaufkraft des Volkes schädigt. Er ist für den Norden zu weich und für den Süden zu hart. Ergebnis: Die Teuerung ist deutlich höher als im früheren D-Mark-Block, die Leute verlieren Kaufkraft; Im Süden sind sie überhaupt pleite.
Wer soll dann die Produkte der Industrie kaufen? Bei den Autoverkäufen sehen wir ja schon, dass es kracht.
Was für internationale Konzerne gut ist, bedeutet noch lange nicht, dass davon die Steuerzahler profitieren.
http://regionaut.meinbezirk.at/schoenkir... 28001.html
spricht unfreiwillig aus, was sache ist
der euro ist eine super sache für konzerne wie seinen
aber die zeche zahlt der kleine steuerzahler.... nicht basf
weil die wirtschaft darf keine belastungen kriegen,,,,
gehts der wirtschaft gut, gehts UNS alles andere als gut.
klar dass der auf privatisieren der gewinne und sozialisieren der verluste steht....
ein -wenn auch nicht so geplantes- entlarvendes interview, deshalb
volksabstimmung über den euro JETZT
(allein, dass die grünen für euro esm unsw sind, sollte uns sehr zu denken geben). euro ist nur für nichtauskenner, mitläufer, ja sager, abkassierer.
wetten dass in den nettozahler ländern ein grexit rauskäme?
das schauer szenario ausstieg ist nur propaganda.
Wenn diese $ orientierten Rating Firmen die gerne einzelne Staaten der EU angreifen ehrlich wären und die EU als ganzes bewerten würden, kämen sie darauf, dass die amerikanische Wirtschaft inklusive $ noch viel schlechter dasteht.
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