Fischdiebstähle an der March: "Die Staatsgrenze ist auch Reviergrenze"

Reportage | Adelheid Wölfl
5. August 2012, 17:49
  • Aus Andreas Kronabitters Hütte wurde nicht nur die Angelausrüstung, sondern auch ein Sechs-Kilo-Karpfen  gestohlen.
    foto: standard/wölfl

    Aus Andreas Kronabitters Hütte wurde nicht nur die Angelausrüstung, sondern auch ein Sechs-Kilo-Karpfen gestohlen.

An der March, durch die die Grenze zur Slowakei verläuft, wird seit einigen Wochen in Fischerhütten eingebrochen. Österreichische Fischer beklagen sich über Diebstähle von slowakischer Seite und die FPÖ warnt vor "Ostbanden"

Dürnkrut - Die March ist ein sanfter Fluss, fast grün im Ton, umrandet von dichten Auwäldern, voll von langen, schweren Karpfen und Hechten. An ihrem Ufer stehen hölzerne Hütten auf Pfählen. An Kränen hängen viereckige Fischernetze, die man mit einer Kurbel ins Wasser lassen kann. Beim "Daubelfischen" muss man sich nicht aus der Hütte wegbewegen, nur ab und zu das Netz hochkurbeln. "Am besten, wenn gerade ein Fisch darüber schwimmt", sagt Andreas Kronabitter.

"Wenn wir den Kerl erwischen, dann wird er auch hinauf- und hinuntergehoben", sagt einer der Fischer, die in der Hütte von Herrn Kronabitter sitzen. Es geht um einen Dieb, der angeblich aus dem slowakischen Dorf Suchohrad auf der anderen Seite der March kommt und in Fischerhütten einbricht. Ludwig Junker wurde eine Steige Bier, Zigaretten und eine Adidas-Jacke gestohlen. Herrn Kronabitter die Angelausrüstung und was noch viel schlimmer ist, ein Sechs-Kilo-Karpfen. "Als das Bundesheer hier noch Patrouille gegangen ist, da war Ruhe", sind sich die Männer einig.

"Gesetzloser Zustand"

Nicht nur die Fischer sind aufgebracht. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, auch Präsident des Arbeiterfischereiverbandes, spricht von einem "gesetzlosen Zustand im niederösterreichischen Grenzgebiet". "Waren seit Jahren vorerst organisierte grenzüberschreitende Fischdiebstähle zu beklagen, stehen nun Raubzüge und Überfälle von slowakischen Banden auf der Tagesordnung", ließ er per Aussendung wissen. Eine Art "Bürgerwehr" plane bereits Selbstjustiz.

Die March ist ein an sich unschuldiger Fluss, in dessen Mitte allerdings eine Staatsgrenze liegt. Deshalb ist sie umgeben von Geschichten über Leute von "drüben", die herüben etwas anstellen. "Die Staatsgrenze ist auch die Reviergrenze", sagt Johann Istvanek, Obmann des Fischereivereins Dürnkrut. Allerdings gelten in der Slowakei andere Gesetze. "Drüben" darf man mit lebenden Ködern fischen, und es gelten andere Schonzeiten. "Wir sind mit den Slowaken in Verhandlungen. Einer vom Fischereiverband hat sogar bestätigt, dass die herüber zu uns fahren, um zu fischen", sagt Istvanek. Kronabitter meint, die Slowaken sollten sich an die Schonzeit anpassen, "wenn sie zu uns gehören wollen".

"Richtige Raubzüge"

Auch Kräuter betont, dass "Fische klauen ein strafbares Delikt ist". Es ginge aber nicht nur um die Fische, sondern um richtige Raubzüge. Er will eine parlamentarische Anfrage stellen, damit Polizeiposten nachbesetzt werden. Die FPÖ fordert in einer Aussendung sogar die temporäre Aussetzung des Schengenabkommens. "Ost-Einbrecherbanden stoppen", schreiben die Blauen.

Im Westen der March, in der Hütte von Herrn Kronabitter glaubt man, dass es sich genau genommen um einen Mann handelt. Dieser wurde in Badehose mit einer großen Zange in der Hand von einer Wildtierkamera fotografiert. "Man weiß, wo er wohnt, man hat das Foto, aber es passiert nichts. Und das soll die EU sein? Das ist mir zu hoch!", sagt Junker. Und Kronabitter meint: "Man verliert den Glauben an den Rechtsstaat. Auch der Landeshauptmann rührt sich nicht."

Gute Kooperation

Der Dieb habe bereits in fünfzig Hütten eingebrochen, man sei zur Selbstverteidigung bereit, so die Fischer. Im Innenministerium betont man, dass die Festnahme eine "Frage der Zeit" sei. "Es gibt einen EU-Haftbefehl und verstärkten Polizeieinsatz", so der Sprecher Karl-Heinz Grundböck. Man kooperiere gut mit der Slowakei.

Die March ist ein sanfter Fluss, etwa 70 Meter breit. Zurzeit kann man sogar durchwaten. Es ist allerdings schwer, die March zu überqueren, ohne nass zu werden. 22 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gibt es an 91 Kilometern nur eine einspurige Autobrücke in Hohenau und eine Fähre in Angern, die man bei Hoch- und Niedrigwasser nicht benutzen kann. Zwei Drittel der Bürger in Angern sind zwar für eine Autobrücke, deren Bau wird aber seit Jahren verschoben.

Drüben auf der slowakischen Seite gibt es viel weniger Hütten und Fischer. Herr Junker hat offenbar Kontakt zu "drüben": "Die Fischer dort werden auch bestohlen", erzählt er. (Adelheid Wölfl, DER STANDARD, 6.8.2012)

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Wenn man sich das Thema Brückenbau über die March näher ansieht, dann wird klar, dass es die slowakische Seite ist, die möglichst wenig Kontakt mit den Österreichern haben will.

Bei der Brücke war es eher die fehlende Finanzkraft der auf slowakischer Seite, zumindest bei den Zuständigen.

Diesen Aspekt gibt es bei einer besseren Regelung der Fischerei in der March (einen Fluss da in der Mitte zu teilen ist ja ein Schildbürgerstreich).

FPÖ

die "Fischputzer" Österreichs

Die March ist ein sanfter Fluss und die dazugehörige Aulandschaft wunderschön.
Am besten bei Angern mit dem Fahrrad übersetzen und dann auf der slowakischen Seite nach Hohenau fahren.

FPÖ: Wir sind für die Fisch!

wunderbar...

die teilweise recht hämischen postings setzen den tenor des auch schon ein bissel sarkastischen artikels weiter fort. zwischen den zeilen kann man lesen, dass wölfl auch gerne noch etwas hämischer gewesen wäre.

nun, die schadenfreude über einzelschicksale sei euch vergönnt. ich weis aber darauf hin, dass es sich um sehr ärgerliche erfahrungen handelt, wenn man selber betroffen ist. sich über die dem hörensagen nach schon geplante selbstjustiz zu entrüsten, aber sonst nichts für die sicherheit zu tun, wird nicht reichen.

na, die fpö freut sich halt mal wieder.

weniger saufen!

na, zwar nicht die fpö, aber der grips freut sich dann mal wieder!

heuer gibt es offenbar dort keine gelsenplage aus dem osten

da muß halt was anderes her um das sommerloch zu stopfen.

Meine Güte, was für eine lahme Ausrede um sich über die Slowaken zu mockieren.

Ich warne vor Südbanden á la Scheuch, Dörfler und Konsorten. DA gehts ins Geld !!!

der klassische sturm im wasserglas :-)

ostbanden unter nführungszeichen??? is ja alles net wahr. die fischer unterliegen alle einer mystifikation- die armen slowakischen einbrecher gehören durch unsere g-menschen so gut wie möglich verteidigt...lol

"glaubt man, dass es sich genau genommen um einen Mann handelt."

tu felix austria

sind scheuch & co auch eine ostbande?

Das ist doch eine Balkanbande...

also ich wars nicht...

ich nehme nur herrenlose forellen aus gebirgsbächen mit...rofl...wie sich die tierchen freuen...wenn ich den ofen anwerfe und sie es endlich richtig warm haben

Vielleicht kann man die Kleingeister von "herüben" mit den Kollegen von "drüben" mal an einen Tisch bringen um ein Bier zu trinken!

Das könnte einen kulturellen Umschwung einläuten!

Warum sind die von herueben automatisch kleingeister?

weil die es gefälligst zu akzeptieren haben, dass Einbrüche normal sind - wo kommen wir da hin wenn wir uns noch um popelige Fischerhütten kümmern müssen? Außerdem hat das Ganze nichts mit der Osterweiterung zu tun, das hat es doch alles vorher auch schon gegeben!

weil

zB herueben eine buergewehr organisiert wird, von slowakischer Seite hoert man keinen solchen Unsinn.

weil soviel Österreicher rüber stehlen gehen? Wie sieht es eigentlich bei der Ukrainischen Grenze aus - wissen sie da auch wie es um die Meinung der slowakischen Bürger geht?

weil die von "herüben" ein problem damit haben, dass man sie als kleingeister bezeichnet, aber, offensichtlich, kein problem damit haben, dass man die "drüben" kleingeiter nennt.

Die einzige "Ostbande" die ich kenn´

ist die Wiener FPÖ rund um HC-Bumsti.

Das Marchproblem ist schnell gelöst, wenn man einfach nur einen Stacheldraht mittig durch die March zieht und um ganz sicher zu gehen, ein paar Schwimm-Minen auf österrecihischer Seite ins Wasser schmeißt. Ein paar blaune Bürgerwehrtaucher können das ganze dann noch zusätzlich absichern. Der Kickl darf dann als Kampfwels diese heroische Truppe an"führen". Rosenkranz und Co. könnten als Jubelführer, ähem cheer-leader mit ihren antierotischen Tänzen an den Ufern der March versuchen eventuelle Diebe abzuschrecken.
Es gibt also Lösungen für dieses weltbewegende Problem.
Man muss nur danach suchen.

system - Sie Glücklicher

da dürfte es Ihnen gelungen sein, in einem sehr dichten Kokon, der nur eine sehr gefilterte Außensicht zulässt, gefangen sein. Finde es nicht sehr hilfreich, wenn überall die F herangezogen wird.

Im Prinzip ist es auch egal, weil sie sind nicht an der Macht. Also, wenn es z.B. staut, sind auch nicht die F & Grünen sondern eher die für die Infrastruktur zuständigen Minister. Nehme mal an, für Sie gibt es auch kein Romaproblem sondern nur jenes, das der Einbildung von Millionen Österreichern.

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