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Verheißung und Verdammnis liegen nahe beieinander in Madre de Dios im peruanischen Amazonas: Der Millionärsstrand grenzt an "das Labyrinth", das Paradies an die "kleine Hölle". Es sind Namen, die das Gold schrieb. Seit Jahrhunderten hat sich der feine, glitzernde Staub im Sand der Amazonasflüsse angesammelt. Aus den Eingeweiden der Anden herausgewaschen von kristallklaren Flüssen, über halsbrecherische Wasserfälle und durch Schluchten hinabgerissen bis ins tropische Tiefland, wo sich die wilden, eisigen Fluten in träge, schlammige Tropenflüsse verwandeln. Die das Gold ablegen im schweren, dunklen Sand, zermahlen zu Pulver. Nirgendwo sonst gibt es so feines reines Gold wie hier. Niemals war der Goldpreis so hoch wie jetzt. Und das ist die Tragödie von Madre de Dios.
Stellenweise hat sich der artenreiche Regenwald in Sandwüsten verwandelt, in eine Mondlandschaft, durchlöchert von Kratern und flankiert von Baumskeletten. Mittendrin Ansammlungen ärm licher Holzhütten, abgedichtet ge- gen den Regen mit blauen Plastikplanen: Goldgräbercamps, Nomadensiedlungen auf Abruf. Es gibt kein Trinkwasser, keinen Strom, keine Schulen und keine Straßen - aber improvisierte Supermärkte, Apotheken, Tankstellen, Bars und Bordelle. Und wer mag, kann sich das überteuerte Angebot gegen Gold aufwiegen lassen.
Knietief steht Adán Quispe (Name auf Wunsch geändert, Anm.) in einem Krater aus Sand, zehn Meter tief, 80 Meter Durchmesser. Schweiß rinnt seinen nackten Oberkörper herunter. Er ist von Moskitos zerstochen, einige Wunden sind entzündet. An die klirrende Kälte des Andenhochlands ist er gewöhnt, die brütende Hitze des Dschungels zehrt. Doch das zählt jetzt nicht. Konzentriert saugt der Goldsucher mit einem Schlauch unter dem ohrenbetäubenden Lärm des Dieselgenerators feuchten Sand in einen Trichter.
Dort wird der Sand mit Wasser versetzt und rieselt ein paar Meter dahinter auf eine Rutsche, belegt mit faserigem Teppich. "Chupadera", der Schlucker, heißt die hier erfundene Maschine unter den Goldschürfern. Was darin hängen bleibt, ist "Arenilla", der Sand, in dem sich der Goldstaub versteckt. Mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Nur manchmal zaubert die Sonne ein verführerisches, flüchtiges Glitzern.
Der Sand wird mit Besen aus dem Teppich herausgelöst und in Eimern mit Quecksilber versetzt, um das Gold zu binden. Ungeduldig rührt Adán mit bloßer Hand in dem kleinen Sieb aus Naturfasern, um den Prozess zu beschleunigen. Die Klumpen erhitzt er anschließend mit einer Art Bunsenbrenner, um das Quecksilber wieder zu verdampfen. Das ist der magische Moment, in dem alle innehalten. So viele Hoffnungen ruhen auf dem unförmigen gelben Etwas, einmal so klein wie eine Kaffeebohne, dann wieder so groß wie ein Wachtelei. Der Traum vom eigenen Haus, von einem Auto, vom Studium für die Kinder. Aber mancher Traum dauerte nur wenige Stunden, so mancher Reichtum wurde ebenso schnell verspielt, versoffen, verhurt oder gewaltsam entrissen. So manche Leiche wurde namenlos in einem der vielen Krater verscharrt. Ein Tribut an die Götter, glauben die Goldsucher. Damit Mutter Erde sich weiterhin großzügig zeigt.
Das Edelmetall zieht alle in den Bann: Arme Schlucker aus dem Hochland, entlaufene Schwerverbrecher, die Drogenmafia, asiatische Triaden-Bosse und sogar die Ureinwohner des Amazonas, die auf ihrem Stammesgebiet schürfen. Auch multinationale Bergbaukonzerne sollen das illegale Gold aufkaufen - und dann legal exportieren, klagen Umweltschützer. Bis zu 600 Soles, rund 180 Euro, kann Adán mit seiner Schufterei am Tag verdienen. Mehr als ein Richter oder ein Minister verdient. Und in Peru liegt viel Gold: 2,5 Milliarden Dollar haben die Exporte im Vorjahr eingebracht; das Andenland ist der sechstgrößte Goldproduzent weltweit.
Im Zuge des Goldrauschs ist die Provinzstadt Puerto Maldonado in nur fünf Jahren um 40 Prozent gewachsen. Importeure von Baggern und Lastwagen wie Yamaha und Caterpillar machen in dem Urwaldnest, in das bis vor einem Jahr keine geteerte Straße führte, Millionenumsätze. Mehr als 50.000 Bauern und Tagelöhner kamen in die grüne Hölle des Amazonas. Verzweifelte Familienväter und skrupellose Abenteurer, die nichts zu verlieren haben.
So wie Adán. Für ihn ist Zeit Gold. Der 25-Jährige rackert auf Kommission in 24-Stunden-Schichten. Findet er etwas, bekommt er 25 Prozent, der Rest geht an den Besitzer der Konzession, der Maschinen wartet, Treibstoff und Essen bereitstellt. Acht Gramm findet Adán an guten Tagen. Manchmal ein halbes Kilo - oder auch gar nichts. Die Flussbetten sind tückisch und ändern von Jahr zu Jahr ihren Lauf. Wo heute Urwald ist, war vor 50 Jahren vielleicht ein Fluss. Um das herauszufinden, muss man die Bäume fällen und die Erde aufwühlen.
32.000 Hektar Urwald wurden in der Region bereits abgeholzt, "Fische gibt es kaum noch, und die wenigen sind wegen der Schwermetallbelastung ungenießbar", sagt César Ipenza von der Umweltschutzorganisation SPDA: "Das Gold aus dem Amazonas trägt Ausbeutung, Habgier, Korruption und Umweltzerstörung in sich."
Mittlerweile stehen die Gold sucher vor den Toren des größten Naturparks in Madre de Dios, die Regierung hat endlich die Alarmrufe erhört. Er packe "den Stier bei den Hörnern", verkündete Präsident Ollanta Humala. In den vergangenen Monaten zerstörte das Militär Dutzende Maschinen, rationierte die Spritversorgung, verbot den Kauf von Gold und räumte die Camps. Es gab Proteste, drei Tote und einige Erkenntnisse über die illegalen Geschäfte und ihre Verzweigungen bis nach Europa - vor allem, als Zwischenhändler wie Oro Fino und UMT unter die Lupe genommen wurden.
Noch im Vorjahr habe UMT illegal und am Fiskus vorbei über die Airline KLM mehr als 19 Tonnen Gold im Wert von 900 Millionen Dollar in die Schweiz geflogen und der Firma MKS Finance in Genf übergeben, berichtete die Zeitung El Comercio unter Berufung auf Dokumente der Staatsanwaltschaft. Oro Fino habe unter dem Namen AS Peru & Cia 2011 vier Tonnen illegales Gold in die Schweiz geliefert, Empfänger sei die Firma Pamp in Genf gewesen. Perus Exporteuren drohen nun acht Jahre Haft wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Zu den Schweizer Importeuren äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. (Sandra Weiss, DER STANDARD, 5.8.2012)
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und genau das ist das Problem: Viele von uns haben mittlerweile eine Menge Informationen, WIE unsere Konsumgüter von Importlebensmittel, Kleidung etc. bis hin zu Hi-Tec und Handys zu Stande kommen, warum wir so viel Energie brauchen, die wiederum die Errichtung von immer mehr und immer größeren Kraftwerken, egal welcher Art nach sich ziehen;
Und? Wer tut was dagegen? .. ein paar Journalisten, ein paar so genannte Alternative, ein paar passive Konsumverweigerer ...
Und das Ausbeutungskarussell fährt praktisch ungebremst und immer schneller weiter.
So sieht das also die Mehrheit hier im Forum: Macht eine Firma in Genf krumme Geschäfte, wird die gesamte Schweizer Bevölkerung in Sippenhaft genommen.
Von was leben eigentlich die Österreicher? Von Red Bull? Die Zuckermafia lässt grüssen.
Der Regenwald wird vor allem abgeholzt, weil die Menschen billige Schnitzel auf dem Teller haben wollen. Rinder, Soja, Mais...
Ich finde es schrecklich einfältig, mit der Moralkeule draufzuhauen. Kleiner Tipp: http://slaveryfootprint.org/
also wenns tresorgold ist, das im besitz privater aus der halben welt ist, dann ist das weniger gut.
wenn s nicht die schweiz einbunkert, machens die chinesen oder inder, aber die sind sowieso unten durch.
wenn das gold in pc und handy verarbeitet wird, dann ist das super, das neue iphone ....
machstdusachen - wer konnte DAS denn ahnen, daß die moral flöten geht sobald der profit winkt?
aber wenigstens winkt uns die liebe, alte, deutsche omi, die dann die profite auf ihren kanalinseln blütenweiß wäscht regelmäßig aus allen medien entgegen - die ist ja soooo lieb
das ist ja wieder mal typisch schweiz. schämen die sich denn überhaupt nicht mehr? pfui!!! hoffentlich drehts euch bald mal auf. who knows wieviel geld von kriminellen bei euch gelagert ist...
verkauft wird, CH ist doch seit eh und jeh weltweit der groesste Schmelzer. Gold hat auch noch den Vorteil das es kein Mascherl hat und die Herkunft sich nicht bestimmen laesst. Ich sage mal das auch das sog. Konfliktgold(Blutgold) aus dem Kongo in der Schweiz geschmolzen wird. Wird halt ueber Mali ausgefuehrt ... Die Papiere die der Schweizer Schmelzer prueft geben sicher ein anderes Herkunftsland an ... und wie oben gesagt pures Gold hat kein Mascherl (das Amazonas Gold ist uebrigens nicht reiner als irgend ein anderes ... das ist Unfug im Artikel ... Gold ist immer Gold es mit anderen Chem. Elementen zu mischen bzw. verunreinigen ist eine schwierige Aufgabe)
allein die russische mafia verdient im jahr an die 30 milliarden euro. um dieses schmutzige geld zu waschen, werden undurchsichtige firmenkonglomerate geschaffen die im großen stil in europa investieren. die europäische politik freut sich dann ganz besonders über die neuen reichen investoren aus dem osten (in den usa aus dem süden) besonders dann, wenn marode, kurz vor der insolvenz stehende betriebe gerettet werden. und die wichtigen arbeitsplätze erhalten werden.
waren noch nie zimperlich, wenn's ums Geld ging. Über Jahrhunderte waren sie für ihre Söldnerdienste berühmt. Mit der Zeit lernten sie, wie man sich weniger direkt die Finger schmutzig macht. Diskret im Hintergrund halten die Schweizer nach wie vor die Hand auf, decken zu und pflegen ein Saubermannimage. Ohne den Unsummen an Schwarz- und Blutgeld, welches zum Schweizer Wohlstand beiträgt, wären sie aufgrund des ausgeprägten Föderalismus ein fleißiger aber zerstrittener bzw. schon lange zerfallener Haufen.
Das Söldnerwesen im Mittelalter war eine der wenigen Möglichkeiten, der bitteren Armut zu entkommen. War in ganz Europa verbreitet. Also ganz klar keine Schweizer Spezialität. Die Schweizer Söldner waren deshalb so begehrt, weil sie sich zumeist 100 % loyal gegenüber ihren Kriegsherren verhielten. Und auch der Umstand, dass sie sich gegen übermächtige Heere in "Unabhängigkeitskriegen" bewährt hatten, trug viel zu ihrem Ruhm bei. Vielleicht waren da die österreichischen "Weicheier" etwas im Nachteil. Die Habsburger stammen ja ursprünglich auch aus der Schweiz. Doch das alles ist lange her und hat wenig mit dem heutigen Wohlstand in der Schweiz zu tun. Aber die Österreicher, die zehren doch noch heute von ihrer gloriosen Vegangenheit?
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