Der beste Film

Einserkastl | Hans Rauscher
3. August 2012, 18:39
  • James Stewart und Kim Nova in "Vertigo".
    foto: dpa

    James Stewart und Kim Nova in "Vertigo".

Citizen wer? Vertigo wie? Ins Kino gehen hauptsächlich die Jungen

Citizen Kane ist nicht mehr der beste Film. Das ist jetzt "Vertigo". Citizen wer? Vertigo wie? Ins Kino gehen hauptsächlich die Jungen, und die haben mit Ausnahme von ein paar rührenden Arthouse-Süchtigen von diesem Geniestreich des jungen Orson Welles aus dem Jahr 1941 (!) und dem Spätwerk des reifen Alfred Hitchcock von 1958 noch nie was gehört und gesehen.

Lang her die Zeiten, wo so etwas im ORF wenigstens ganz spät (und in Originalsprache!) gesendet wurde. "Der beste Film". Das ist für jeden, dem Kino etwas bedeutet, wahrscheinlich der, der ihn in seiner Jugend am meisten beeindruckt oder erschüttert hat. Das wird man nie los, dieses Überwältigt werden durch ein Meisterwerk. Da ist es fast egal, ob der Film einen Platz ganz vorn verdient hat. "Citizen Kane" leidet darunter, dass er in Drehbuch, Schnitt, Kamera so prägend revolutionär war, dass seine Filmsprache längst ins Repertoire der jüngeren Regisseure ein gegangen ist und kaum einer mehr weiß, woher das kommt. Von "Vertigo" kann man sich in die meisterlich-langsame Schilderung einer sexuellen Obsession reinziehen lassen, "der Beste" ist er trotzdem nicht.

Oder doch? "Citizen Kane" und "Vertigo" sind US-Kino in Hochblüte. Heute kommt von dort nur noch Schrott. Oder etwa nicht? Das Zweitschönste nach dem Überwältigenlassen von ei nem großen cineastischen Kunstwerk ist das Reden und Streiten darüber. Also, was ist der beste Film? (Hans Rauscher, DER STANDARD, 24.7.2012)

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Der Dritte Mann

Für mich der beste Schwarzweiß-Film, gespielt in Wien. Sollte locker es in die Top 3 schaffen, wenn man mich fragt. Das Non-Plus-Ultra!!

Kindergarten

Diese Diskussion läuft sif der gleichen Ebene wie "wer pinkelt am weitesten?".
Wer solche Rangreihen aufstellt, an dem sind die darin befindlichen Filme vorbeigegangen, denn bei der Bezrachtung eines Kunstwerkes geht es doch darzm, was es im Betrachter auslöst und das ist nicht quantifizierbar!
P.S.
Es gibt so viele gute Filme, die man nicht kennt und die Beherrscher der Meinungen tun alles dazu, dass fas so bleibt.

best of the best:

Andrej Rubljow von Andrei Tarkowski

Heute auf ARTE: 20:15 Citizen Kane und dann um 22:10 Pulse von Kurosawa.

Herr Rauscher in ehren, aber

Ihre sonst recht scharfsinnigen bemerkungen sind in puncto Film nicht haltbar.
Schon mal was vom amerikanischen Independent Film gehört? Sundance Festival?
Übrigens ist es interessant zu sehen, dass alle poster ihre Kolumne zum Anlass genommen haben eigene Präferenzen anzubringen...

Womöglich liegt das daran, dass diese Kolumne mit einer Frage endet.

alles von bergman, das "siegel" voran

dann lange nichts, dann ein paar franzosen, dann lynch, dann haneke, von trier nur wegen seiner wunderbaren bildsprache, aja alles mit kinski
und dann kommen eh schon einzelnnennungen

Mein (ausgefallener) Lieblingsfilm: "Der Schwimmer"

Frank Perry 1966, mit Burt Lancaster.
Wie ich den Film sehe:
Der Schwimmer will alle Pools (Lebensstationen) der Nachbarschaft nach Hause durchschwimmen.
Unbeschwert und frisch am Morgen (Geburt), belastet zu Mittag, illusionslos und verdammt am (Lebens)abend. Beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue.

eine ganz passable verfilmung (dieses jahr mal im TV gesehen), aber ich finde die vorlage, eine kurzgeschichte von John Cheever, um einiges besser geschrieben als dies der film vermitteln kann.

Meine Top 10:

Brazil
Apocalypse Now
Das Siebente Siegel
La Voce della Luna
Kleine Morde
Good Fellas
Dawn Of The Dead (Original Kino-Cut 1978)
Schwarze Katze, weißer Kater
Uhrwerk Orange
Pat Garret jagt Billy The Kid

Brazil?

schon gut aber irgendwie nicht ganz gelungen....

Terry Gilliam scheitert als Regiesseur immer auf ganz hohem Niveau.

Hat "Die Kinder des Olymp" von Marcel Carné schon jemand erwähnt oder ist der inzwischen schon in Vergessenheit geraten?

Wenn mal die "Kinder des Olymp" in Vergessenheit gerät können wir die Erde zusperren ;) .

Vielleicht sollten wir uns bemühen, ihn wieder mehr ins Gedächtnis zu rufen!

Wir könnten den ORF dazu überreden dieses Meisterwerk wiedermal auszustrahlen.

- rau -
07
werde das weiterleiten

Wenn die sich überhapt durchringen können ihn zu senden, dann sicher nach Mitternacht und da wird er wieder nur das Fähnlein der sieben Aufrechten erreichen, die ihn sowieso kennen und lieben.

Wenn der seinen Bildungsauftrag ernst nehmen würde...

Den werd ich nie vergessen, allein schon Barraults wegen.
Vermutlich kennt den heute kaum noch einer von den Jungen.

Nicht nur Barrault, auch alle anderen haben eine hervorragende Rolle in dem Film gespielt! Das ist für mich einer der genialsten, poetischsten und philosophischsten Filme aller Zeiten (das wage ich zu sagen, obwohl ich kein großartiger Cineast bin)! Die verschiedenen Blickpunkte auf die Liebe hat, glaube ich, niemand mehr so poetsich und, ich wiederhole mich, philosophisch gezeigt.
Dachte ich mir doch, dass der auch Ihnen präsent ist!

Ich habe den Barrault deshalb so genau in Erinnerung, weil ich in meiner Jugend sehr für ihn geschwärmt habe. Auch nicht zu vergessen "Orphée" mit Jean Marais von Cocteau und "La belle et la bête".

Der beste Film ist Unsinn. Der beste Film in seiner Kategorie ist schon ein bisschen sinnvoller:
Komödie: The Big Lebowski
Krimi: North by Northwest
Blödelei: Die Naked-Gun-Filme
Meldodram: Gegen die Wand oder auch Jules et Jim
Kriegsfilm: Apocalypse Now
ein bisschen von allem: Pulp Fiction
Trashfilm: Machete
Musical: Singin' in the Rain
Philosophischer Koreakracher: Oldboy
usw.

grün für oldboy!

Was bitte soll an Pulp fiction so gut sein? Da kommt außer Gewalt eigentlich nur noch das Geblödel über Gewalt vor.

Danke, ich mag Pulp Fiction auch nicht.

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