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vergrößern 800x532Die Galerien aus dem Westen versuchen in Hongkong Fuß zu fassen: der Stand der Galerie Neugerriemschneider mit Himmelskörpern von Olafur Eliasson bei der Art HK 2012.
China hat, wie die European Fine Art Foundation im März feststellte, die USA als weltweit größter Markt für Kunst und Antiquitäten überholt. Als zentraler Umschlagplatz etablierte sich in den letzten Jahren Hongkong. Denn in der chinesischen Sonderwirtschaftszone entfallen bekanntlich Import- und Exportsteuer, es gibt, im Gegensatz zu Peking oder Schanghai, keine Zensur. Sotheby's und Christie's führen ihre Auktionen mit asiatischer Kunst längst in Hongkong durch: Die ehemalige britische Kronkolonie ist bereits, nach London und New York, der drittwichtigste Kunstmarkt.
Auch wenn die asiatischen Millionäre bis dato vor allem asiatische Kunst kaufen, versuchen immer mehr Galerien aus dem Westen, auf dem Inselterritorium an der Mündung des Perlflusses Fuß zu fassen: Gagosian (New York), White Cube (London) oder Perrotin (Paris) haben unlängst Dependancen eröffnet.
Und auch die Art Basel mischt am neuen Hotspot mit: Am 1. Juli 2011 übernahm die MCH Messe Schweiz AG, Trägerin der renommierten Kunstmesse, 60 Prozent der Asian Art Fairs Limited - samt Option auf die restlichen 40 Prozent im Jahr 2014. Der britische Messebetreiber organisiert seit 2008 die Hong Kong International Art Fair im Convention and Exhibition Centre beim Victoria-Hafen. Die diesjährige Ausgabe fand Mitte Mai noch unter dem ursprünglichen Namen, Art HK, statt; 266 Galerien aus 38 Ländern waren vertreten, man zählte 67.205 Besucher - und damit um etwa 2000 mehr als bei der Art Basel im Juni.
Entgegen früheren Überlegungen kommt es nicht zu einer Vorverlegung in den Februar und damit zu einer besseren zeitlichen Abstimmung mit der Art Basel und der vor einem Jahrzehnt gegründeten Art Basel Miami Beach (Anfang Dezember): Die Kunstmesse, die sich nun, um die Marke bestmöglich zu branden, Art Basel Hong Kong nennt, findet das nächste Mal von 23. bis 26. Mai 2013 statt. Die Hälfte der Galerien soll - wie bisher - aus Asien kommen, die andere Hälfte aus der übrigen Welt. Und Magnus Renfrew bleibt Direktor. Das Leitungsduo der Art Basel, Annette Schönholzer und Marc Spiegler, werden sich aber einbringen.
Ähnlich Basel wird es mehrere Sektoren geben: "Insights" präsentiert kuratierte Projekte von ausschließlich asiatischen Galerien mit asiatischen Künstlern, "Discoveries" ist eine Plattform für aufstrebende Künstler aus aller Welt. Und dann gibt es noch den Bereich "Encounters" für großformatige Skulpturen und Installationen. "The Galleries" wird 180 Galerien moderner und zeitgenössischer Kunst versammeln. Die Auswahl wird von einem Komitee getroffen, dem u. a. Emi Eu (Singapur), Zhang Wei (China), Shireen Gandhy (Indien), Suzie Kim (Korea), Maho Kubota (Japan), David Maupin (USA), Urs Meile (Schweiz), Massimo De Carlo (Italien) angehören.
Hauptsponsor ist die Deutsche Bank. Jener der ersten Art HK im Jahr 2008 war pikanterweise Lehman Brothers. Die Investmentbank ging Monate später pleite - mit weltweiten Folgen. (Thomas Trenkler, Album, DER STANDARD, 4./5.8.2012)
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