Ai Weiwei legt Berufung ein

Klage des chinesischer Künstlers gegen Steuerstrafe in Millionenhöhe war Mitte Juli gescheitert

Peking - Der chinesische Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei hat Berufung gegen ein Gerichtsurteil eingelegt, das eine Millionenstrafe wegen angeblicher Steuerhinterziehung aufrecht erhält. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen neuen Prozess bekommen, ist nicht sehr groß, aber wir werden dafür kämpfen", sagte ein Anwalt des Künstlers am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in Peking. Demnach hat die Justiz 60 Tage Zeit, um über die Berufung zu entscheiden.

Vor zwei Wochen hatte ein Gericht in Peking einen Einspruch Ais gegen die gegen ihn verhängte Geldstrafe zurückgewiesen. Dem von Ai gegründeten Unternehmen Fake Cultural Development wird Steuerhinterziehung vorgeworfen, Ai soll nun 15 Millionen Yuan (knapp zwei Millionen Euro) an Nachzahlungen und Strafe leisten.

Ai bezeichnet die Vorwürfe als politisch motiviert. Sie sind ihm zufolge ein weiterer Versuch der chinesischen Behörden, ihn angesichts seiner Kritik an der Führung in Peking zum Schweigen zu bringen. Im April 2011 war Ai festgenommen und fast drei Monate ohne Anklage an einem unbekannten Ort festgehalten worden. Die chinesischen Behörden waren damals in Aufregung, dass es auch in der Volksrepublik zu Protesten nach dem Vorbild der arabischen Welt kommen könnte. Im Juni 2011 wurde Ai freigelassen - allerdings unter der Auflage, ein Jahr lang Peking nicht zu verlassen. Die Behörden stellten ihn zudem in seinem Haus unter Beobachtung. (APA, 3.8.2012)

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