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Der französische Soziologe Henri Lefévre beschreibt unsere Zeit als einen Raum der Gleichzeitigkeit, des Aneinanderreihens, des Nahen und Fernen, des Nebeneinander, des Zerstreuten. Eine Zeit von parallel stattfindenden Prozessen und Modellen, eine Zeit der Komplexität.
Kreative Kompetenz und innovatives Denken sind Instrumente die dieser Komplexität Ausdruck verleihen. Heimat kreativen und innovativen Denkens ist zweifelsohne das Feld der Kunst, präziser des künstlerischen Denkens und Handelns, wobei nichtlineare Denkprozesse und Methoden charakteristisch für künstlerische Arbeit sind. Die kreative Kernkompetenz von Künstlern ist die ständige Reflexion der Gesellschaft.
Diese Kompetenz macht Künstler zu einem Role-Model für die Wirtschaft, denn sie sind in der Lage, die Komplexität der Gesellschaft in Bildern zu erfassen, zu reflektieren, neu zu interpretieren und das von ihnen Kreierte allen zugänglich zu machen. Künstlerische Prozesse und Modelle im Kontext von Wirtschaft und Stadtentwicklung ermöglichen es, Urbanität zu kreieren.
Wien hat 13 Zielgebiete der Stadtentwicklung, von der zukünftigen Seestadt Aspern über Nord- und Hauptbahnhof bis Liesing. Nichtlineare Methoden erweitern das Repertoire der linearen Planungsprozesse zeitgenössischer Stadtentwicklung.
Das Ende der allgemeingültigen Rezepte der Stadtplanung fällt in eine wirtschaftlich schwierige Zeit. Die komplexen Probleme lassen sich jedoch nicht nur mit Geld lösen, sondern können über die immensen nichtmonetären kreativen Potenziale bewältigt werden.
Performance-Kunst kann ihre sensorischen Qualitäten im urbanen Umfeld bestens einsetzen. Sie kann jenseits von linearen Planungen Wissen über den Ort archivieren und kommunizieren. Indem Künstler Themen des Ortes kontrovers und kritisch erspüren und formulieren, aber auch lustvoll aufarbeiten und die Beteiligten - vom Bauarbeiter bis zum Stakeholder - vor Ort einbinden. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag und erzeugen damit den Mehrwert zur Findung und Schaffung von Identität.
Content Associates schafft seit 2011 im Auftrag der Aspern Development AG inmitten der Stadtbaustelle Raum für kulturelle Impulsnutzungen und verankert diese als konzeptionelles Instrument in die nachhaltige Stadtentwicklung. Noch vor der eigentlichen Besiedelung werden so exemplarisch Modelle für die Implementierung von Kultur im Gefüge einer Stadt geschaffen und ein öffentlicher Raum markiert.
Der Bogen der Aktivitäten spannt sich von Diskursformaten wie interdisziplinären Salons über performative Erkundungen des Areals, eine Kollaboration mit dem Literaturhaus bis zum Urban Gardening und Probewohnen in begrünten Mikrohäusern. Unlängst erst fand das vielbeachtete Festival Summerflame statt.
Branding, Marketing und PR sind für Wirtschaftsunternehmen und Politik Selbstverständlichkeiten. Demgegenüber ist es jedoch für dieselben Player oft fraglich und nahezu undenkbar, in gleichem Maße in Kultur als solche zu investieren, obwohl im Rahmen künstlerischer Projekte nachhaltig Aufmerksamkeit erzeugt werden kann.
Hier gilt es Modelle zu schaffen, die Künstler als wertgeschätzte Partner einbeziehen und nicht als Agenten von Werbestrategen missverstehen.
Künstler sind prozessorientiert und nachhaltig agierend. Die Kunst schreibt die Ergebnisse ihrer Arbeit sowohl in den sozialen als auch in den repräsentativen (Stadt-)Raum ein.
content associates arbeitet seit 2010 als interdisziplinäres Team an Modellen der Erweiterung urbaner Entwicklungsprozesse und an deren Umsetzungen. Derzeit Projekt Seestadt Aspern. Daniel Aschwanden ist Performer und Choreograf, Ute Burkhardt-Bodenwinkler ist Architektin, Susanne Kappeler-Niederwieser ist Kulturmanagerin. Anna-Vera Deinhammer ist Architekturwissenschafterin. (Daniel Aschwanden, Ute Burkhardt-Bodenwinkler, DER STANDARD, 4./5.8.2012)
Content Associates arbeitet seit 2010 als interdisziplinäres Team an Modellen der Erweiterung urbaner Entwicklungsprozesse und an deren Umsetzungen. Derzeit Projekt Seestadt Aspern. Daniel Aschwanden ist Performer und Choreograf, Ute Burkhardt-Bodenwinkler ist Architektin, Susanne Kappeler-Niederwieser ist Kulturmanagerin. Anna-Vera Deinhammer ist Architekturwissenschafterin.
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