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New York - Tief im peruanischen Amazonasgebiet haben Wissenschafter Hinweise auf mögliche Tollwut-Resistenzen beim Menschen gefunden. "Unsere Ergebnisse deuten an, dass es eine Art natürliche Resistenz oder erhöhte Reaktion des Immunsystems in bestimmten Gemeinschaften geben könnte, die der Krankheit regelmäßig ausgesetzt sind", sagte Amy Gilbert vom US-Zentrum für Infektionskontrolle CDC. "Das heißt, es könnte Wege für eine effektive Behandlung in Gegenden geben, in denen Tollwut eine anhaltende Todesursache bleibt."
Nur Immunisierung schützt
Die US-Wissenschafter um Gilbert veröffentlichten ihre Forschungsergebnisse in der August-Ausgabe des "American Journals of Tropical Medicine and Hygiene". Tollwut ist eine Viruserkrankung, die eine fast immer tödlich ausgehende Gehirnentzündung verursacht. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jedes Jahr rund 55.000 Menschen daran. Die WHO empfiehlt, sich impfen zu lassen.
Während die Tollwut in Österreich ausgerottet werden konnte, ist diese im Infektionsfall immer tödlich verlaufende Erkrankung, gegen die es kein Mittel außer die Immunisierung gibt, vor allem in Entwicklungsländern noch immer ein erhebliches Problem.
Überträger: Vampirfledermäuse
In Peru wird das Virus den Wissenschaftern zufolge hauptsächlich durch Vampirfledermäuse übertragen. Für die Studie befragten und untersuchten die Forscher rund 90 Menschen im peruanischen Amazonasgebiet, von denen rund die Hälfte schon einmal von einer Vampirfledermaus gebissen worden war. Etwa jeder zehnte Befragte konnte einen körpereigenen Schutz gegen die Krankheit vorweisen, obwohl nur einer den Angaben nach geimpft worden war. (APA, 4.8.2012)
Link
American Journals of Tropical Medicine and Hygiene: "Evidence of Rabies Virus Exposure among Humans in the Peruvian Amazon"
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Wichtiger ist aber ein Tetanusschutz, die Gefahr ist hier bei weitem größer, als bei der seltenen Tollwut. Liegt hier kein Schutz vor, liegen sie die nächsten Wochen unter schweren Krämpfen im Krankenhaus und verlieren dabei meist ein Arm, Bein, je nachdem wo sie die Wunde hatten.
Während Tollwut in Österreich als ausgerottet gilt, in Deutschland seit 2000 keine Fälle mehr gibt und weltweit äußerst selten ist (55.000 Fälle), gibt es jedes Jahr in Deutschland 15 Fälle von Tetanus und eine Sterberate dabei von 25 % (weltweit wohl mehr als eine Million, die WHO schätzt für 2002 allein fast 200.000 tote Babies durch eine Tetanus-Vergiftung).
Also Tetanus impfen, Tollwut dann, wenn man in gefährdete Länder reist.
In wenigen asiatischen, afrikanischen und südamerkanischen Gegenden müssten sie aufpassen. 55.000 Tote gibt es jährlich, das ist nix, da ist die Chance an einer Wundvergiftung durch einen Tierbiss zu sterben höher. Aber wenn sie nicht Wildhüter in südamerikanischen Urwäldern sind, ist die Immunisiserung so sinnvoll wie das Impfen gegen marsianische Killerviren...
Es gibt übigens, abgesehen von den Hinweisen die im Artikel oben ausgeführt werden, nur einen bekannten Überlebensfall nach dem Ausbruch der Krankheit, wo nicht schwerste Hirnschäden zurück blieben. Die sind in der Regel so schwer, dass das weitere Leben nur noch ein dahinvegetieren ist.
Trotzdem ist die Chance an Tollwut zu sterben - weltweit - aäusserst minimalst.
Südasien ist auch ein Hotspot.
Das hat man sehr bitter 2005 (?) erfahren, als in DE eine Indienurlauberin als Organspenderin drei Menschen infizierte, die natürlich alle starben. Die Frau hatte sich Tollwut in Indien zugezogen und war noch in der nicht-symptomatischen Phase. Extremes Pech.
Ein vierter Organempfänger erkrankte nicht, hatte aber Antikörper im Blut. Das wurde damals so erklärt, daß er entweder eine natürlich Immunität hat oder (wahrscheinlicher) daß er als Forstarbeiter vor Jahren eine Impfung erhalten hatte, an die er sich selbst nicht mehr erinnerte.
Aber volle Zustimmung: Tetanus ist wesentlich wichtiger. Ich bin seit vier Jahren in Indien, ohne Tollwutimpfung (man merkt es ja, wenn der Köter beißt).
Nochmals: die Chance an Tollwut zu erkranken ist selbst in den Hotspot-Gebieten minimals, gegen zb eine Überreaktion durch einen ansich harmlosen Spinnenbiss. Es sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Komplikationen durch ansich harmlose Tierbisse, als durch Tollwut.
Das ist nicht ganz richtig.
Die Anzahl der Überlebenden der Tollwut bis2004 war tatsächlich unbedeutend, zumal alle schwer geschädigt blieben. Seither gibt es jedoch eine nicht ganz hoffnungslose Therapie mit Erfolgschancen von 10 bis 20% bei bereits ausgebrochener Tollwut:
http://en.wikipedia.org/wiki/Milw... e_protocol
Dazu wird man einfach dauernarkotsiert, damit das Gehirn offline geht und den Viren nicht soviel Angriffsfläche bietet; das verschafft dem Immunsystem länger Zeit, die Viren wegzuputzen. Mit anschließender Reha (ganz ohne Gehirnschädigung geht es eben doch nicht ab) hat man Chancen, wieder weitgehend hergestellt zu werden, nur die Feinmotorik wird vermutlich lebenslang etwas leiden.
nach auftreten der ersten Symptome und ohne Gegenbehandlung als tödlich - aber wie bei alle Absolutaussagen, gibt es Spontanheilungen, die sich unterschiedlichst erklären lassen - im Fall von Jeanna Giese, wo zuerst diese Therapie angewendet wurde, wird ein schwach pathogener Virenstamm angenommen und eben nicht diese Therapie.
Es gibt weitere Fälle wo diese Therapie nicht erfolgreich war und bis heute liegen so wenig Daten vor, dass von Zufallsereignissen ausgegangen werden muss und weitere Daten eingeholt werden müssen. Schön wärs, aber Heilung gibts nach bisherigen Kenntnisstand nicht - Tollwut gilt heute noch immer, als zu 100 % tödlich (ohne Behandlung und nach den ersten Symptomen), abgesehen von Einzelereignissen.
Das war sicher eine vernünftige Annahme, als es nur ein oder zwei Geheilte gab — mittlerweile gibt Wikipedia aber sechs an. Das ist schon eine ganz ordentliche Statistik.
Wie viele Spontanheilungen bei Tollwut sind denn vor Jeanna Giese aktenkundig geworden?
Es kann ja leicht sein, daß diese Therapie nur unter eng eingegrenzten Bedingungen funktioniert. Aber folgt daraus, daß diese Patienten auch ohne Therapie überlebt hätten? Wohl kaum, denn bei einer Spontanheilungsquote von >10% hätte man Tollwut wohl niemals als „absolut tödlich“ klassifiziert.
Nach meinem Wissensstand gab es vor Jeanna nur ca. fünf Überlebende, davon alle mit schweren Nervenschäden (d.h., Pflegefälle).
Was sollen sechs Fälle aussagen? Nichts. Gar nichts.
Sechs Fälle sind für eine statistische Fälle nichts. Vor allem gibt es auch Fälle, wo trotz der Therapie Menschen starben, man darf halt nicht nur die Erfolgsmeldungen rechnen.
Es gab immer wieder Spontanheilungen im Zufallsbereich - und nochmals sechs Fälle besitzen keine statistische Aussagekraft.
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