Im Gefängnis sind noch Stellen frei

Michael Simoner, 3. August 2012, 05:30
  • Zusperren alleine ist zu wenig. Die Justiz muss auch für ärztliche, psychologische und sozialarbeiterische Betreuung der Häftlinge sorgen. Das Personal wird von einer Bundesagentur rekrutiert.
    foto: dapd

    Zusperren alleine ist zu wenig. Die Justiz muss auch für ärztliche, psychologische und sozialarbeiterische Betreuung der Häftlinge sorgen. Das Personal wird von einer Bundesagentur rekrutiert.

Die vor drei Jahren gegründete Agentur für Personalbeschaffung in der Justiz hat bereits 220 Angestellte, vergibt aber noch Jobs hinter Gittern oder bei Gericht. Auch ein Chefarztposten für den Strafvollzug ist offen.

Wien - Wer beruflich hinter Gittern zu tun hat, muss ein "hohes Maß an psychischer Belastbarkeit" und "Flexibilität im Umgang mit hierarchischen Strukturen" mitbringen. So steht es schon in der Ausschreibung für die offene Stelle als diplomierter Krankenpfleger in der Justizanstalt Wien-Josefstadt. In anderen Gefängnissen werden Psychologen und Sozialarbeiter gesucht, bald soll es außerdem eine landesweite Chefärztin oder einen Chefarzt für den Strafvollzug geben. Die Bewerbungsfrist für den 20-Wochenstunden-Job mit einem Bruttogehalt von 5000 Euro endet Mitte August.

Für das Betreuungspersonal abseits der Justizwache ist seit 2009 die Justizbeschaffungsagentur (JBA) zuständig. Sie ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, nicht gewinnorientiert und zu 100 Prozent im Eigentum der Republik. Derzeit hat die JBA rund 220 Angestellte. Vier Fünftel davon sind im Strafvollzug tätig, der Rest ist im Rahmen des Kinderbeistandes bei Gericht, der Familiengerichtshilfe und für Dolmetschaufgaben eingesetzt. "Außerdem verstärken wir die Korruptionsstaatsanwaltschaft mit Fachleuten", umreißt JBA-Geschäftsführer Jürgen Atzlsdorfer im Standard-Gespräch die Einsatzgebiete.

Die letzte Entscheidung in Personalfragen hat zwar nach wie vor das Justizministerium, bisher wurden aber die Vorschläge der JBA fast immer übernommen. Atzlsdorfer legt auch Wert auf den Umstand, dass gerade im Strafvollzug nichts über die Köpfe der Anstaltsleitungen entschieden wird. Was auch deswegen wichtig sei, weil die Gehälter für das Betreuungspersonal aus den Gefängnisbudgets bezahlt werden. Die Justizwache hingegen erhält ihr Geld direkt vom Bund.

Vielleicht auch deswegen ist das Verhältnis zwischen Justizwache und JBA nicht gerade das beste. Vor wenigen Tagen hatte Albin Simma, der Vorsitzende der Justizwachegewerkschaft von der VP-nahen FCG, im Standard die Agentur für eine "aufgeblasene Verwaltung" verantwortlich gemacht, die noch dazu teuer sei.

Was Agenturchef Atzlsdorfer überhaupt nicht nachvollziehen kann und zurückweist. "Erstens erhalten wir die Aufträge direkt vom Ministerium, zweitens hat sogar der Rechnungshof festgestellt, dass wir der Bundesverwaltung helfen, Kosten zu sparen."

Lob vom Rechnungshof

Konkret gemeint ist damit das 2010 eröffnete Forensische Zen trum Asten, wo etwa 90 geistig abnorme Rechtsbrecher von 64 Vollzeitfachkräften betreut werden. Der Rechnungshof hat ausgerechnet, dass das im Vergleich zum früher vom Bund finanzierten Maßnahmenvollzug jährlich 8,2 Millionen Euro im medizinischen Bereich einspart.

Für von der JBA vermitteltes Personal gilt der Kollektivvertrag für den privaten Gesundheits- und Sozialbereich (BAGS): Diplomierte Krankenpfleger erhalten für eine 38-Stunden-Woche 2300 Euro brutto monatlich. Für Allgemeinmediziner beträgt das Einstiegsgehalt rund 2500 Euro, dazu kommt eine Gefahrenzulage von 160 Euro und gegebenenfalls eine Funktionszulage von 845 Euro monatlich. (Michael Simoner, DER STANDARD, 3.8.2012)

WISSEN: 8900 Häftlinge in 27 Justizanstalten

In Österreich gibt es 27 Justizanstalten, zehn davon in Niederösterreich. Die Justizanstalt Schwarzau südlich von Wiener Neustadt ist die einzige für Frauen, in einer gesonderten Abteilung können dort aber auch 22 Männer im gelockerten Vollzug untergebracht werden. Das größte heimische Gefängnis ist die Justizanstalt Wien-Josefstadt mit rund 900 (aber fast immer überbelegten) Haftplätzen (Straf- und Untersuchungshaft). Knapp 8900 Personen sitzen derzeit hinter Gittern, rund 200 dürfen ihre Reststrafe mit einer elektronischen Fußfessel zu Hause absitzen. (simo)

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Gefängnis, das ist für solche die niemand etwas taten und mit 18 oder 20 versuchten bleibend ihren Zivildienst oder Grundwehrdienst zu entkommen.

Gefängnis haben Frauen in der Regel nicht nötig angedroht zu bekommen

Frauen sind freiwillig beim Roten Kreuz; Frauen sind sogar freiwillig beim Bundesheer !

anders da die Männer; Haben Wir in Österreich nicht Gefängnisse bereitstehen; und zwar mit Gefängisplätzen in ausreichender Zahl; dann würden diese nichtswürdigen Kreaturen ja nicht zu Zivildienst und Bundesheer kommen ihren Dienst tun; und das nahezu unentgeltlich; so weit geht es Uns hier ganz gut

Wir kommen nämlich ohne diese mittlerweile nicht mehr aus

Zahlen Hunderter pro Monat an Sozialversicherungen aber abholen tut Uns ein Armer, der sonst ins Gefängnis gesperrt wird

Geht es aber um das Trinkgeld, geht es auch freiwillig ?

thema verfehlt.

20-Wochenstunden-Job mit einem Bruttogehalt von 5000 Euro endet Mitte August.

Wie bitte? 5000 brutto für Teilzeit??

Die 5.000,- beziehen sich auf 38h !

Wo steht das?

mM

Ist ja auch kein Hungerlohn!

für mich ist das auch ein haufen kohle aber alles ist relativ:
netto bleiben ca. € 3000.- übrig und die "marktlage" ist privat so, dass sie für so einen verantwortungsvollen job d'runter kaum jemand dafür kriegen.
dazu wird ein spezialist mit erfahrung in ganz bestimmten bereichen gesucht, nicht "irgendein" arzt...

mind 6 Jahre Studium, 6-9 Jahre Facharztausbildung mit Turnus, einige Jahre Oberarzt Erfahrung und ziemlich sicher auch Erfahrung in leitenden Positionen.

Da frag ich mich eher wer mit solchen Qualifikationen und in dem entsprechendem Alter (45+) Teilzeit arbeiten geht!

die 20 stunden sind eher zuviel als zu wenig, zumindest ärzte die (auch) in der justiz arbeiten stoppeln sich gerne ihre vollauslastung zusammen.
eigene praxis, und dann hier und dort 5-15 wochenstunden.

welcher arzt gibt sich das?

hepatitis c, hiv, tbc, drogensüchtige, selbstmordversuche, depressive, sprachschwierigkeiten. kann nur ein idealist sein

Samstag Nacht macht ein Notarzt nichts anderes als sich mit "solchen" abzugeben ^^

Im Gefängnis sind noch PLÄTZE frei

lg aus Kärnten

jba

ist immer noch die justizbetreuungsagentur und nicht beschaffungsagentur....

bitte vielleicht a bisserl recherchieren vorm schreiben....

Vollkommen wurscht, wie diese neu geschaffenen Pseudo-PPP-Budgetkosmetik-Agenturen heißen.

Wieso musste schon wieder eine eigene Einrichtung geschaffen werden? Wozu gibt es die Personalabteilungen im Justizministerium und in der Vollzugsdirektion? Wozu gibt es die Job-Börse des Bundes? Wozu wurde die Bewährungshilfe privatisiert (Verein Neustart)?
Zwei Geschäftsführer (Rot und Schwarz, nehme ich mal an) und zig andere Doppelgleisigkeiten verschlingen mehr Geld und machen das ganze Justizwerkel noch träger, als es schon ist.
Dazu kommt die Ungerechtigkeit von zwei Gehaltsschemata: Bundesdienst und die jeweiligen Kollektivverträge.

5000 EURO für halbtags - nicht schlecht !

das sind netto ein bißl weniger...

Dafür gibt's noch ein paar Zulagen drauf

Was Sie nicht sagen !

Die werden nicht leicht einen Arzt finden der für so einen Hungerlohn morgens das Bett verläßt.

für weniger eld bin i gezwungen 60 h in der woche zu arbeiten.i verlasse dabei das bett...

Sind Sie Arzt?

Für einen Arzt sehr bescheiden.

Nicht im Angestelltenverhältnis !

Fragen Sie in den Spitäler unter Oberärzt/inn/en (ohne Zuschläge).

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