"Bei Olympia muss man einfach dran glauben"

  • Werner Schlager und Chen Weixing hoffen im Teambewerb auf Edelmetall.
    foto: reuters/leonhard foeger

    Werner Schlager und Chen Weixing hoffen im Teambewerb auf Edelmetall.

Tischtennis-Team spekuliert mit einer Medaille, die nur zwei Siege weit entfernt ist - Herren-Einzel: Gold and Chinesen Zhang Jike

London - Für Österreichs Tischtennis-Crew geht es am Freitag in Teil zwei der London-Spiele. Nachdem Liu Jia, Li Qiangbing, Werner Schlager im Einzel in Runde drei und Chen Weixing im Achtelfinale ausgeschieden sind, soll es nun in den Mannschaftsbewerben besser klappen. Mit einem Sieg wäre der Viertelfinaleinzug fixiert und die Medaille gar nicht mehr so weit. Mit Ägypten bei den Herren und Hongkong bei den Damen ist der Aufstieg jedenfalls theoretisch erreichbar.

"Sie werden so viel Risiko nehmen, wie es geht", sagt Schlager über die ägyptischen Außenseiter. "Da ist für uns die Konzentrationsfähigkeit wichtig, die hängt mit der körperlichen Fitness zusammen." Der 39-Jährige ist da am meisten gefordert. Nach seinem Einzel-Out am Montag nahm sich der Weltmeister 2003 zwei Tage trainingsfrei, um zu regenerieren.

"Bei Olympia muss man einfach dran glauben. Vielleicht passieren einige schöne Dinge hier", meint Robert Gardos, der nur für den Teambewerb nominiert wurde. Dafür müsste nach Ägypten im Viertelfinale Deutschland oder Schweden ausgeschaltet werden. "Die Deutschen haben nominell die bessere Mannschaft", sagt Schlager. "Aber das Schöne ist, dass sich nicht immer das nominell bessere Team durchsetzt. Es könnte für eine Medaille reichen."

Eine Frage der Taktik

Ganz so viel Optimismus ist bei der österreichischen Damen-Equipe nicht angebracht. Mit Amelie Solja haben Liu und Li eine Kollegin bekommen, für die gebürtige Deutsche ist es der erste Auftritt für Österreich. "Hongkong als Los ist okay", findet Solja. Sie geht ohne negative Erfahrungen in die Begegnung. Bei Liu Jia und Li Qiangbing ist das anders. "Wir hatten gegen Hongkong oft unsere Chancen, aber immer knapp verloren", erinnert Li.

Gespielt wird jedes Match auf drei Gewinnsätze. Nach zwei Einzeln folgt ein Doppel und wenn nötig noch ein weiteres oder zwei weitere Einzel. Bei drei Siegpunkten eines Teams steht der Aufsteiger fest. Jeder der drei Aktiven einer Mannschaft darf nur in maximal zwei Partien eingesetzt werden. Die taktische Aufstellung hat hier also große Bedeutung.

Chinesische Dominanz unangetastet

Im Einzel holte sich am Donnerstag Zhang Jike Gold. Der 24-jährige Weltmeister und Weltranglisten-Erste aus China setzte sich im Finale in London gegen seinen Landsmann Wang Hao mit 4:1 (16,5,6,-10,11) durch. Für den vier Jahre älteren Wang bedeutete dies bereits die dritte Final-Niederlage bei Olympia in Folge. Bronze ging an den Deutschen Dimitrij Ovtcharov durch einen 4:2-Erfolg über Chuang Chih-Yuan aus Taiwan. Bei den Damen hatte Ding Ning triumphiert. Vor vier Jahren in Peking hatten die Chinesen sogar sämtliche sechs Einzel-Medaillen gewonnen. In London hätte es mit großer Wahrscheinlichkeit genauso geendet, wäre die Zahl der Teilnehmer pro Land und Geschlecht nicht von drei auf zwei reduziert worden. (apa; DER STANDARD, 3.8.2012)

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