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Corinna Kuhnle (25), die zweifache Weltmeisterin aus Höflein an der Donau, wurde nach einem schweren Fehler im olympischen Wildwasserkanal nur Achte.

Die goldene Emilie Fer.
London - Ziehen ÖOC-Präsident Karl Stoss und sein Generalsekretär Peter Mennel am Freitag im Londoner Austria House Tirol, vulgo Trinity House, wie angekündigt eine olympische Halbzeitbilanz aus österreichischer Sicht, gibt es nichts, also tatsächlich einiges zu besprechen. Am Donnerstag ging nämlich im Lee Valley White Water Center die vermutlich beste Medaillenchance für Österreich wenn schon nicht baden, so doch recht spektakulär in die Binsen.
Doppelweltmeisterin Corinna Kuhnle, als Fünftbeste ins Finale der besten zehn Wildwasser-Kanutinnen eingezogen, verpatzte ihren Finallauf völlig und belegte schließlich den achten Rang - auf die Zeit der französischen Olympiasiegerin Emilie Fer, die sich knapp gegen die Australierin Jessica Fox durchsetzte, fehlten Kuhnle nach einem verpassten Tor und einer Torberührung schließlich 13,40, auf die Bronzene der Spanierin Maialen Chourraut immer noch 12,46 Sekunden.
Die 25-jährige Niederösterreicherin hatte auch international als Goldtipp gegolten, aber mit der Strecke im Nordosten Londons von Anfang an ihre liebe Not gehabt. Nach einem desaströsen ersten Lauf hatte sie sich am vergangenen Montag erst im zweiten Versuch, dann aber doch recht sicher, für das Semifinale qualifiziert.
Vor vier Jahren und in Peking hatte Violetta Oblinger-Peters im Wildwasser-Slalom Bronze und also eine von drei Medaillen für Österreich gewonnen. In der Qualifikation für London war Oblinger-Peters an Kuhnle gescheitert, Helmut Oblinger belegte im Lee Valley White Water Center wie die Konkurrentin seiner Gattin den achten Platz, hatte damit aber deutlich mehr Freude.
Die Resthoffnung Österreichs, eine Nullnummer, wie sie sich erst einmal, 1964 in Tokio ereignet hat, noch abzuwenden, liegt weiter auf dem Wasser. Das Paddelduo Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz wird ähnlich hoch gehandelt, wie Kuhnle gehandelt wurde.
Schon vor deren Versagen hatte sich der zuständige Sportminister höchst unzufrieden mit dem olympischen Abschneiden der Österreicher gezeigt. "Insgesamt bin ich schon etwas ernüchtert und auch enttäuscht. Nur zu Olympia zu fahren und die gute Atmosphäre zu genießen, das ist zu wenig. Olympiatourismus, das ist nicht das Ziel. Es ist schon das Ziel, auch Medaillen nach Österreich heimzubringen", sagte Norbert Darabos in einem Radiointerview dem ORF.
Abgesehen davon wird die olympische Wildwasserstrecke als erste Sportstätte der Spiele für die öffentliche Nutzung freigegeben. Sie wird bereits am 8. September und damit nur 33 Tage nach den letzten beiden Entscheidungen wiedereröffnet. Auf dem Wildwasser-Kanal sollen künftig sowohl Kanu- als auch Schlauchbootfahrten möglich sein. "Es ist fantastisch, dass jedermann die Chance bekommt, nur vier Wochen nach den Weltklasseathleten die gleichen Stromschnellen anzugehen", sagte Olympia-Chef Sebastian Coe. Corinna Kuhnle wird sich das sicher nicht geben. (lü - DER STANDARD, 3.8.2012)
ERGEBNIS Kanu - Damen, Kajak-Einer (Finale der Top Ten):
1. Emilie Fer (FRA) 105,90 Sek. - 2. Jessica Fox (AUS) 106,51 - 3. Maialen Chourraut (ESP) 106,87 - 4. Stepanka Hilgertova (CZE) 109,16 - 5. Jasmin Schornberg (GER) 110,97 - 6. Jana Dukatova (SVK) 111,60 - 7. Natalia Pacierpnik (POL) 115,08 - 8. Corinna Kuhnle (AUT) 119,30
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Dasselbe Problem wie bei den Beachvolleyballspielern.
Reine Nerverl. Sie hat sich genauso wie die beiden ganz alleine besiegt. Es muss nun weniger darum gehen den wenigen guten Sommersportlern die Mittel zu kürzen, sondern vielmehr darum sie mit anerkannten Mentaltrainern zu versorgen. Da sind einige dabei, die haben ihre Psyche nichtmal ansatzweise im Griff und besiegen sich daher ganz alleine.
und die gute Atmosphäre zu genießen, das ist zu wenig." - Da kann Darabos eigentlich nur von sich selbst gesprochen haben. Ansonsten hat er offensichtlich keine Ahnung davon, wieviel Kraft und Anstrengungen die Sportler - im Gegensatz zu ihm - in Olympia investiert haben.
Seine Aufgabe wäre eigentlich, den Sportlern für ihre größtenteils absolut passablen Leistungen Respekt zu zollen, und dann ernsthaft darüber nachzudenken, warum Österreich im Moment offensichtlich kein besonders guter Boden für Spitzensport ist.
Am persönlichen Einsatz der Sportler liegt es bestimmt nicht.
als frau kuhnle weltmeisterin wurde, gab es einen fünfzeiler in den Zeitungen. davor, dahinter, an allen tagen seitenweise österreichischen Fußball. die verdienen viel und können international nicht, überhaupt nicht, mithalten. frau kuhnle kann von einem fußballereinkommen nur träumen und wird jetzt verrissen, weil sie NUR achte der welt wurde?
und der darabos kann auch nichts und will sich mit fremden medailien schmücken. danke.
Ja, absolut richtig.
Und dass selbst ein Minister das nicht versteht, ist der größte Jammer an der ganzen Sache überhaupt.
Eine österreichische Fußballmannschaft findet sich auf Platz 60 der FIFA Reihung - jeder Sportler bei Olympia, der's nicht durch die Vorrunde geschafft hat, ist da mindestens genauso hoch oder höher einzuschätzen.
Und was war bei GAK, LASK, Vienna,... - hat da nicht der Steuerzahler auch für die Konkurse herhalten müssen?
Und zahlen wir Steuerzahler nicht sämtliche Fussballstadien in Österreich?
Wenn ich nur an die Kosten des sinnlosen Wörthersee-Stadions denke!
Und das alles für drittklassige Fussballer, die nichts leisten müssen und trotzdem bis zu zehnmal mehr verdienen als ein Durchschittsösterreicher (und von diesen meist auch noch unverständlicherweise bejubelt werden...).
Kajaksport erfordert dagegen beinhartes Training, die Trainingsmöglichkeiten sind begrenzt und werden immer weniger, weil wir unsere letzten Wildflüsse mit Kraftwerken zupflastern. Und das für eine Randnotiz in den Medien, wenn man Weltmeister wird..
zur jauche für unsere wassersportler.
(langsam, aber sicher werden wir zur olympischen nasenbohrernation, wobei ich aber nichts gegen das nasenbohren gesagt haben will, das höchst wichtig - und mein größtes hobby ist)
Es wäre wirklich dumm, wenn die Förderungsgelder für bestimmte Sportarten nach einem gescheiterten Wettkampf "als Strafe" entzogen würden. Genau das Gegenteil wäre viel sinvoller. Viele Menschen wissen kaum über die Leistung der Sportler von "Randsportarten" und wie viele Arbeit (mit wenigen öffentlichen Mitteln) dahinter steckt.
Und wozu sollen wir überhaupt für den Sport der anderen zahlen?
Auf der Donauinsel wird gerade ein Kanal gebaut...
Wie immer ein großer Fehler.
Keine Welle für Surfer z.B. obwohl es davon 1000x mehr in Wien gibt als Kajakfahrer. Und das sage ich obwohl ich auch Kajak fahre.
Der Kanal wird gepumpt...weil man zu deppert ist einen Kanal neben der Freudenau zu bauen und dort den Höhenunterschied zu nutzen...damit der Freudenau ja kein Wasser verlorengeht...
Effizient oder?
https://www.facebook.com/SurfwelleWien
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