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St. Johann in Tirol - Der Holzkonzern Egger mit Stammsitz in St. Johann in Tirol hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mit rund 1,963 Mrd. Euro den höchsten Umsatz seiner Unternehmensgeschichte erzielt und damit den Rekordwert von rund 1,77 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2010/11 um elf Prozent übertroffen. Der Vorsteuergewinn der Unternehmensgruppe wurde von 42 Mio. Euro im Jahr zuvor auf nunmehr 72 Mio. Euro gesteigert. Dies entspreche einem Anstieg von 71 Prozent, erklärte Thomas Leissing, der Leiter für Finanzen, Verwaltung und Logistik der Egger-Gruppe, am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in St. Johann.
Kritik an hohen Rail-Cargo-Preisen
Für das laufende Jahr gehe man insgesamt trotz einer "Eintrübung der wirtschaftlichen Situation" von einem "moderaten Wachstum" aus. "Wir glauben, dass in unserer Branche keine schlechten Voraussetzungen gegeben sind. Die für uns sehr wichtige Entwicklung auf dem Immobilienmarkt ist beispielsweise positiv", meinte der Finanz-Chef. Die Investitionen werde man nach dem Rekordjahr 2011/12 jedoch wieder auf rund 100 Mio. Euro zurückfahren. Zudem sei kein weiterer Kapazitätsausbau vorgesehen. Die angespannte Situation in den Euro-Krisenländern Griechenland, Spanien und Italien treffe Egger nicht so sehr, weil man in diesen Ländern keine eigenen Produktionsstätten halte.
Scharfe Kritik übte das Egger-Management an den Verantwortlichen in der Politik und bei den ÖBB. "Wir werden von der Bahn und der Politik vergessen", kritisierte Leissing. So habe etwa die Rail Cargo Austria die Preise in den vergangenen Jahren um rund 30 Prozent erhöht und gleichzeitig den Einzelwaggonverkehr drastisch reduziert. Das Unternehmen müsse deshalb den Transport zunehmend auf die Straße verlagern, dies bedeute bis zu 88.000 zusätzliche LKW-Transporte auf der Straße, meinte der Logistik-Chef. Auch die 25 Prozent-Mauterhöhungen auf der Inntalautobahn würde laut Leissing die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe verringern. "Die Politik verdrängt das Problem und die Bahn-Spitze hört uns kaum mehr an", bemängelte der Manager.
400 Millionen investiert
Der Nettogewinn (Ergebnis nach Steuern) stieg ebenfalls ein wenig an, von 46 Mio. Euro im Jahr 2010/11 auf 49 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (ebitda) lag 2011/12 laut Leissing mit 262 Mio. Euro um fünfzehn Prozent über dem Vorjahreswert von 229 Mio. Euro. Zudem habe man mit Investitionen in der Höhe von 406 Mio. Euro einen Höchststand in der Geschichte des Unternehmens erreicht. "Wir sind dabei, sowohl an unsere finanziellen, als auch an unsere personellen Grenzen zu stoßen", erklärte Walter Schiegl, Leiter für Produktion und Technik.
Zu den größten Posten gehörte laut den Verantwortlichen die Übernahme und der Ausbau des Spanplattenwerkes in Gagarin, dem zweiten Egger-Werk in Russland. Gagarin habe aber auch überdurchschnittlich zur Steigerung des operativen Ergebnisses beigetragen, meinte Leissing.
Die Anzahl der Mitarbeiter des Tiroler Holzwerkstofferzeugers, der mit 17 Produktionsstandorten in sieben Ländern Europas tätig ist, sei im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter nach oben gegangen, von 6.500 auf rund 7.000 Beschäftigte. "In keinem unserer Werke hat es eine Reduktion der Mitarbeiter gegeben", erklärte Leissing. (APA, 2.8.2012)
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