Nur 16 Prozent der Lehrer bilden sich in den Sommerferien fort

  • Die Sommerferien werden von 18.700 Lehrern für die Fortbildung verwendet.
    foto: dpa/karl-josef hildenbrand

    Die Sommerferien werden von 18.700 Lehrern für die Fortbildung verwendet.

Unterrichtsministerin Schmied wünscht sich trotz eines Plus von sieben Prozent mehr Teilnehmer

Von rund 120.000 Lehrern und Lehrerinnen in Österreich haben sich in diesem Sommer 18.700 zu einem Weiterbildungskurs angemeldet. Das sind rund 15,6 Prozent. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) ist mit dieser Zahl nicht zufrieden. "Ich würde mir mehr wünschen", sagte die Ministerin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Rektor der niederösterreichischen Pädagogischen Hochschule (PH), Erwin Rauscher, am Donnerstag. Trotzdem sei es "erfreulich", dass die Anzahl der Kurse sowie der teilnehmenden Lehrer kontinuierlich steige, so die Ministerin.

Sieben Prozent mehr Teilnehmer

Im gesamten Schuljahr 2011/12 gab es insgesamt 437.343 Anmeldungen zu Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an den PHs. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 14 Prozent. Viele jener Lehrer, die sich fortbilden, belegen mehrere Kurse. Im Sommer 2012 waren 18.700 Lehrer angemeldet. Trotz dieser eher geringen Zahl gibt es aber auch hier eine Steigerung zu verzeichnen: Es haben sich sieben Prozent mehr Lehrer für Kurse angemeldet als im Sommer 2011. 

Meiste Anmeldungen in Oberösterreich

Im Bundesländer-Vergleich sind die Lehrer der großen Bundesländer Oberösterreich (rund 5.700 Anmeldungen) und Niederösterreich (5.500)  im Sommer am fortbildungswilligsten, gefolgt von den Tiroler Pädagogen (2.600). Wiener (1.300) und steirische (1.000) Lehrer werden sogar von den insgesamt zahlenmäßig unterlegenen Burgenländern (1.400) fortbildungstechnisch in den Schatten gestellt.

"Potenzial nach oben"

"Es gibt hier noch Potenzial nach oben", sagte Schmied bei der Präsentation der Zahlen. Die Schwerpunkte in der Fortbildung liegen laut der Unterrichtsministerin bei den "Regierungsprojekten" zur Schulreform. Als Beispiele nannte sie die Bildungsstandards, die neue Oberstufe und die Neue Mittelschule.

Das zeige, dass die Vernetzung zwischen dem Unterrichtsministerium und den Pädagogischen Hochschulen funktioniere. Es gebe eine enge Verbindung zwischen der Bildungspolitik und der Lehrerausbildung an den PHs. Die Unterrichtsministerin sprach sich deshalb erneut gegen jene Form der Automie an den PHs aus, wie sie an den Universitäten praktiziert wird.

Schmied kündigte an, dass die Fortbildungsangebote weiter ausgebaut werden sollen. Der Rektor der PH Niederösterreich betonte, dass die österreichischen Lehrer im EU-Vergleich sehr fortbildungsfreudig seien. Sehe man sich nämlich die Teilnahme an Weiterbildungskursen über das gesamte Jahr an, so nutzten 97 Prozent aller Lehrer das Angebot. Das gehe aus der OECD-Studie "TALIS" aus dem Jahr 2009 vor. (lis, derStandard.at, 2.8.2012)

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anscheinend gibt es fuer die frau minister nur fortbildungen an der PH.

Wenn ich jetzt als Englischlehrer 6 Wochen in GB verbringe, jeden Tag ausgiebigst mit den local people chatte, mir alle möglichen sights ansehe, englische Bücher verschlinge und vor der Heimreise nach No-Medal-Country noch (mit meinem Geld natürlich) allerneuestes Unterrichtsmaterial für meine Schülerinnen kaufe.....habe ich dann Fortbildung oder bloß Urlaub gemacht oder was?

Sie haben beides gemacht und sind in der glücklichen Lage, Ihr Hobby/privates Interesse zum Beruf gemacht zu haben -zumindest meiner Meinung nach.

Das macht Sie aber noch nicht zwingend zu einem guten Lehrer: Habe einige Leute erlebt, die sich zwar gut auskennen, aber das nicht gut vermitteln können. Will Ihnen aber nicht unterstellen, ein schlechter Lehrer zu sein!

Wenn ein Controller seinen Internetbankauszug ins Excell exportiert, und seine Monatsausgaben berechnet, darf er dann Überstunden schreiben?

Wenn sich eine Reisebürokauffrau nach Feierabend ein Hotel für den Städtetrip bucht, ist das dann Dienstzeit?

Wenn ein Koch am Sonntag Freunde zum Essen einlädt, kann er sich dann am Montag frei nehmen?

ja der koch kann das sicher, denn der stellt das essen in den kühlschrank und nimmt es am nächsten tag in die arbeit mit! also ihre vergleiche sind schon sagenhaft...

Moment, nur mal kurz verständnishalber nachgefragt:

Poster bluewhiteyellow (sinngemäß): "Wenn ich als Englischlehrer in den Ferien englische Bücher lese und auf englisch chatte, ist das ja berufliche Weiterbildung...." (... und daher hab ich keine Ferien, sondern verbringe Arbeitszeit)

Entgegnung Poster Stritzi (wörtlich): "Wenn ein Koch am Sonntag Freunde zum Essen einlädt, kann er sich dann am Montag frei nehmen?"

Ihre Antwort (wörtlich): "ja der koch kann das sicher, denn der stellt das essen in den kühlschrank und nimmt es am nächsten tag in die arbeit mit! also ihre vergleiche sind schon sagenhaft..."

Verständnishalber: Sie denken, der Koch kriegt das private Kochen am Sonntag auf die Dienstzeit angerechnet? Und liefert quasi das Essen im Gasthaus ab, und geht dann heim?

Na sicher doch....sagens blos, sie kannten diese Logik der Pädagogen nicht?

ich wollte nur ausdrücken, dass hier äpfel mit birnen verglichen werden.

zum englischen chatten - das ist keine fortbildung per se. literatur, fachliteratur, fachzeitschriften, reisen und kultur - das ist fortbildung!

Aha

Angenommen ein Controller liest in seiner Freizeit ein Controlling Fachbuch. Wird dann die Freizeit dadurch zu Arbeitszeit?

Oder wenn ein Lungenfacharzt im Urlaub etwas zu Raucherhusten liest, zählts dann nicht als Urlaub?

Oder wo ist der Unterschied zum Lehrer?

Und erlauben Sie mir vorauszuschicken (nach dem Lesen der ersten 5 Seiten hier): Wenn Sie vorzuhaben mir nur zu antworten, wie dumm ich doch sei (oder ähnliches, was Sie - hoffentlich nicht - für Ihre minderjährigen Schüler für geeignet halten, dann ist keine Antwort erforderlich.

Mich hätte nur der Hintergrund Ihrer Gedankengänge interessiert.

sie sind ja nicht auf attacke aus, sondern auf einen erstrebenswerten dialog, daher schreibe ich mit ihnen natürlich anders als mit strizi oder missy, die absichtlich nur provozierend geschrieben haben.

sie müssen zur fortbildung der lehrer bedenken, dass diese nicht wie in anderen jobs entlohnt wird. wenn ein lehrer ein seminar besucht, bekommt er dafür kein geld. in manch anderen jobs ist das auch so, das weiß ich, in manch anderen wird fortbildung aber wiederum bezahlt. da die lehrerfortbildung eine unbezahlte fortbildung ist, zählt sie auch nicht zur arbeitszeit. generell muss man fortbildung von arbeitszeit trennen, sofern diese nicht umgehend finanziell entlohnt wird.

Was meinen Sie mit "bekommt die Fortbildung nicht bezahlt"?

Der "Vorwurf" ist ja genau umgekehrt?

Also es geht doch gerade um die Frage, ob Lehrer monatelange bezahlte Freizeit haben, oder es sich eigentlich um Arbeitszeit handelt?

2 links funktionieren nicht teil 1

von 2 antworten, die sie mir geschrieben haben. deshalb antworte ich ihnen hier.

wegen den grünen und roten balken: da kann ich nichts finden, das auf ihre anschuldiugen zutrifft, mit einer ausnahme. allerdings haben wir da jeweils 2. demnach verstehe ich nicht, was genau sie über (alle) (denn es ist ja eine verallgemeinerung) lehrer gelernt haben.

das argument mit den stark schwankenden arbeitszeit und v.a. mit der jahresarbeitszeit, die dabei wichtig ist, habe ich bereits etliche male gebracht und wird oftmals einfach nicht geglaubt! daher greife ich auch auf andere argumente zurück.

2 links funktionieren nicht teil 2

zur bezhahlung: alle 10! monatsgehälter der lehrer werden addiert. juli und august zählen hierbei nicht zum dienst dazu, weil es sich hierbei um eine dienstfreistellung handelt. diese summe wird dann durch 12 dividiert, sodass ein wert für jedes monat herauskommt. dazu gibt es dann noch UB und WR. demnach haben auch lehrer 14 gehälter, wie alle anderen auch. allerdings werden de facto 2 monate nicht bezahlt.

ich finde auch, dass das der gesellschaft erklärt werden muss, wenn sie sich dafür interessieren, wie viel lehrer wirklich verdienen.

ich danke ihnen für die gute und v.a. sachliche diskussion und hoffe, bald wieder mit ihnen zu schreiben!

ich kann nur für korrekturarbeitsfächer sprechen. es gibt zeiten, da gibt es weniger zu tun. zeiten, da kann man fast nichts tun (sommerferien, aber deshalb bekommt man diese auch nicht bezahlt - sie postings weiter oben von mir zu diesem thema) und zeiten, da hat man eine 60h woche oder gar eine fast 80h woche! die arbeits- und freizeit fluktuiert sehr stark in diesem job, wie in manch anderen auch. man muss in jahresarbeitsstunden rechnen und da hab ich dieses jahr weit mehr als ein durchschnittlicher ASVGler "gearbeitet"

Der Koch nimmt das privat gekochte Essen am nächsten Tag in die Arbeit mit?

Und dann zählt die Freizeit als Arbeitszeit (weil darum gehts jetzt grad)?

Stellen Sie sich das wirklich so vor?

ist das eine ernstgemeinte frage?

Ich hoffe, Sie sind nicht wirklich Lehrer?

Das wäre ja erschreckend, wenn man befürchten müsste, sie verhalten sich in der Schule ähnlich?

Hauptsache, die anderen MÜSSEN !

Sie sind doch schon fort.
Wieso sollten sie sich dann auch noch fortbilden?
Als Ich-kann-Schule-Lehrer staune ich immer wieder, wieviele sich ihren Kopf über andere Leute zerbrechen.
Mit dieser Fortbildung ist es doch wie mit dem Lernen in der Schule: Kein Mensch interessiert sich dabei fürs LERNEN. Alle wollen nur, dass die anderen LERNEN MÜSSEN.
Solange wir noch nicht mal den Unterschied zwischen Lernen + Lernenmüssen erkennen und verstehen, wird damit eh kein Problem gelöst.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe

zusammenfassung des artikels:
a) lehrerfortbildung steigt!
b) in NÖ 97%
c) in den ferien etwa 15% der lehrer bei der lehrerfortbildung.

was liest man heraus?

die faulen lehrer...die bilden sich einfach nicht fort in den ferien, solche schmarotzer!

interessant, wenn man das herausliest...v.a. ohne zu wissen, dass die anzahl der fortbildungsseminare im sommer natürlich auch nicht ganz so üppig ausfällt und die seminarplätze verständlicherweise beschränkt sind, da man in kleineren gruppen mehr erreichen kann.

und zum thema fortbildung selbst: es gibt auch diverse fachdidaktik- oder wissenschaftszeitschriften, die man sich in den ferien durchlesen kann. ist das keine fortbildung? oder wenn man sich bücher zum job kauft...also bitte!

Haben Sie heuer

keinen Platz in einem Seminar bekommen? Welche waren schon ausgebucht?

Warum können die Lehrer dann im Sommer keine Ferienbetreuung übernehmen?

Als das die Grünen vor einem Jahr und die SPÖ vor 2 Jahren gefordert hatten, hieß es, die Lehrer würden einen Großteil der Ferien für Fortbildung verwenden, und daher keine Zeit für Ferienbetreuung haben.

Wenn das nicht der Fall ist, was spricht denn nun gegen Ferienbetreuung?

ach ja...und wegen der fortbildung:

das tolle an meinem beruf ist, dass ich mich selbst jederzeit weiterbilden kann ohne auf irgendein seminar zu fahren. die detaillierte literaturgeschichtesammlung von reclam kann ich mir zuhause auch zu gemüte führen. ich kann auch nach carnuntum fahren oder in museen, etc.

wenn ich das machen müsste, dann würde ich mehr geld verlangen! denn juli und august werden einem lehrer nicht bezahlt, sondern nur 10 monate arbeit, allerdings auf 12 monate aufgeteilt + UB und WR quartalsmäßig.

außerdem werden lehrer nicht für betreuung ausgebildet. mit den kindern müsste man da spielen und evtl. nur spielerisch lernen, denn
1. haben sich die kinder auch ferien verdient und die brauchen sie!
2. haben die kinder daher keine lust auf irgendeine stoffvermittlung
3. hat man als lehrer daher überhaupt keine "sanktionsmöglichkeiten"
und der wichtigste punkt nochmals: dafür wurden sie in keinster weise ausgebildet!

Sie kriegen 14 Gehälter wie alle anderen auch.

Das kann jeder nachlesen, jeder überprüfen - das ist völlig transparent.

Was bitte glauben Sie zu erreichen, wenn Sie hier ständig das Gschichterl mit 10 Gehältern im Jahr posten?
Wem wollen Sie das erzählen?

Glaubens, durch freches abstruses Belügen der Leute steigerns das Verständnis für Lehrer?

Also mein Fazit aus dem Gespräch mit Ihnen:
Sie gehen davon aus, Sie haben 14 Wochen Urlaub im Jahr, und wenn Sie behaupten, Sie würden weniger verdienen als die anderen, werden dies schon glauben.

Es ist nicht nur ein Gerücht, es ist einfach wahr: Ihr SEIT ein faules Pack, dass auf unsere Kosten lebt - und jeder der das behauptet, tut das offenbar aus gutem Grund.

Danke für die Erhellung "Bieranha"!

werte dame! sie meinen, ich lüge. dazu meine ich, lesen sie bitte genau, was ich schreibe. denken wäre dazu vorteilhaft! ebenso wie recherchieren! warum ich nun so schreibe, weil ich mich ungern der lüge bezichtigen lasse, und das schon gar nicht, wenn ich im recht bin. ich glaube, das hat nichts mit dem lehrerdasein zu tun, sondern ist nur menschlich!

auf ihre kosten leben?! ja genauso wie polizei, ärzte usw. wollen sie gute bildung, dann müssen sie dafür zahlen. ein faules pack?! ich muss sagen, dass das von ihnen für mich ein kompliment ist, da vollkommen ersichtlich ist, dass sie keine ahnung von der thematik haben...

übrigens: ihr SEID...denn SEIT bezieht sich auf eine ZEITangabe, so können sie sich das merken ,)

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