Nur 16 Prozent der Lehrer bilden sich in den Sommerferien fort

  • Die Sommerferien werden von 18.700 Lehrern für die Fortbildung verwendet.
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    Die Sommerferien werden von 18.700 Lehrern für die Fortbildung verwendet.

Unterrichtsministerin Schmied wünscht sich trotz eines Plus von sieben Prozent mehr Teilnehmer

Von rund 120.000 Lehrern und Lehrerinnen in Österreich haben sich in diesem Sommer 18.700 zu einem Weiterbildungskurs angemeldet. Das sind rund 15,6 Prozent. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) ist mit dieser Zahl nicht zufrieden. "Ich würde mir mehr wünschen", sagte die Ministerin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Rektor der niederösterreichischen Pädagogischen Hochschule (PH), Erwin Rauscher, am Donnerstag. Trotzdem sei es "erfreulich", dass die Anzahl der Kurse sowie der teilnehmenden Lehrer kontinuierlich steige, so die Ministerin.

Sieben Prozent mehr Teilnehmer

Im gesamten Schuljahr 2011/12 gab es insgesamt 437.343 Anmeldungen zu Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an den PHs. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 14 Prozent. Viele jener Lehrer, die sich fortbilden, belegen mehrere Kurse. Im Sommer 2012 waren 18.700 Lehrer angemeldet. Trotz dieser eher geringen Zahl gibt es aber auch hier eine Steigerung zu verzeichnen: Es haben sich sieben Prozent mehr Lehrer für Kurse angemeldet als im Sommer 2011. 

Meiste Anmeldungen in Oberösterreich

Im Bundesländer-Vergleich sind die Lehrer der großen Bundesländer Oberösterreich (rund 5.700 Anmeldungen) und Niederösterreich (5.500)  im Sommer am fortbildungswilligsten, gefolgt von den Tiroler Pädagogen (2.600). Wiener (1.300) und steirische (1.000) Lehrer werden sogar von den insgesamt zahlenmäßig unterlegenen Burgenländern (1.400) fortbildungstechnisch in den Schatten gestellt.

"Potenzial nach oben"

"Es gibt hier noch Potenzial nach oben", sagte Schmied bei der Präsentation der Zahlen. Die Schwerpunkte in der Fortbildung liegen laut der Unterrichtsministerin bei den "Regierungsprojekten" zur Schulreform. Als Beispiele nannte sie die Bildungsstandards, die neue Oberstufe und die Neue Mittelschule.

Das zeige, dass die Vernetzung zwischen dem Unterrichtsministerium und den Pädagogischen Hochschulen funktioniere. Es gebe eine enge Verbindung zwischen der Bildungspolitik und der Lehrerausbildung an den PHs. Die Unterrichtsministerin sprach sich deshalb erneut gegen jene Form der Automie an den PHs aus, wie sie an den Universitäten praktiziert wird.

Schmied kündigte an, dass die Fortbildungsangebote weiter ausgebaut werden sollen. Der Rektor der PH Niederösterreich betonte, dass die österreichischen Lehrer im EU-Vergleich sehr fortbildungsfreudig seien. Sehe man sich nämlich die Teilnahme an Weiterbildungskursen über das gesamte Jahr an, so nutzten 97 Prozent aller Lehrer das Angebot. Das gehe aus der OECD-Studie "TALIS" aus dem Jahr 2009 vor. (lis, derStandard.at, 2.8.2012)

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