Hollande will 65.000 Jobs in Staatsdienst streichen

Verteidigungsministerium am stärksten vom Stellenabbau betroffen

Paris - Frankreichs Präsident Francois Hollande will mit dem Streichen von 65.000 Jobs im Staatsdienst Platz schaffen für die Neueinstellung von zehntausenden Lehrern und tausenden von Polizisten. In den kommenden fünf Jahren sollten jährlich 13.000 Stellen gestrichen werden, sagte ein Regierungsmitarbeiter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei der geplanten Gewichtsverschiebung im öffentlichen Dienst solle die Gesamtzahl der Staatsbediensteten unverändert bleiben. Nach den Angaben des Regierungsmitarbeiters sollen Entlassungen vermieden, dafür aber frei werdende Stellen nicht neu besetzt werden.

Hollande will zu seinem Wort stehen

Am stärksten vom Stellenabbau betroffen sei das Verteidigungsministerium, erklärte der Regierungsmitarbeiter. Dort sollten im kommenden Jahr 7500 Stellen wegfallen. Das Finanzministerium solle 2500 Stellen abschmelzen, das Umwelt- und Wohnungsbauministerium jeweils 1300 Stellen. Im Gegenzug sollen nach und nach 65.000 Lehrer-Stellen besetzt werden und 5000 neue Stellen bei der Polizei und Justiz. Hollande will damit Wahlversprechen erfüllen.

Nach Angaben des Regierungsmitarbeiters sollen die Staatsausgaben nicht stärker als die Inflationsrate anwachsen. Hollande hat zudem versprochen, die Neuverschuldung auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zurückzuführen. Dabei stehen noch relevante Ausgaben aus. Geplant ist ein Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Außerdem sollen Betriebe gefördert werden, die junge Arbeitskräfte einstellen ohne die alten zu kündigen.

Die Mittel für diese Pläne sollen vor allem durch Einsparungen beim Militär erbracht werden. Dort sollen als Teil einer allgemeine Verkleinerung der Streitkräfte bis 2017 rund 55.000 Stellen gestrichen werden. Diese Pläne erschweren allerdings das erklärte Ziel Hollandes, die Arbeitslosigkeit abzubauen. Diese hat in Frankreich momentan ein 13-Jahres-Hoch erreicht. (APA, 2.8.2012)

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16 Postings
Was M. Holland so veranstaltet, ist von einem konsequenten....

...Verhalten weit entfernt.

Der Titel ist etwas verwirrend...

Zunächst heißt es (im Titel): "Hollande will 65.000 Jobs im Staatsdienst streichen".

Im Text dann: "solle die Gesamtzahl der Staatsbediensteten unverändert bleiben"

D.h. "Jobs umschichten" wäre die bessere Bezeichnung.

Sozialdemokratie heute

Nicht schlecht:
Kündige in den Wahlen die Schaffung von Arbeitsplätzen an, dann wirst du zum wieder wählbaren Idealisten.

Schaffe, einmal gewählt, Arbeitsplätze AB, dann kannst du die Bevölkerung spalten und vielleicht sogar günstigenfalls den größeren Bevölkerungsteil der Neider und Boshaften auf deine Seite ziehen.

Kündige dann die Schaffung anderer Arbeitsplätze wieder an, dann bist du nicht wieder nur Idealist, sondern auch durchschlagskräftiger Macher!

Und bei allem: Unter'm Strich kommt es auf Null Komma Josef hinaus.

Und bei allem natürlich vorausgesetzt, man glaubt dir dein Pathos (es muss entsprechend vorgebracht werden).

sind daumen mal pi 2Mrd €
guter Ansatz

Hab Nachgerechnet
Frankreich gibt fast 70Mrd pro Jahr fürs Militär aus
vielleicht sollte man da sparen anfangen

"Am stärksten vom Stellenabbau betroffen sei das Verteidigungsministerium, erklärte der Regierungsmitarbeiter."

Und es wird sicher nicht dabei bleiben.

das erste mal, dass ich Hollande zustimme. Hoffentlich nicht das berühmt Korn......

Relativ vernünftig

Ein Grund für den eklatanten Unterschied bei der Kaufkraft ist -neben der nuklearen Sackgasse- der enorme Rüstungsetat Frankreichs.
(Hier sind es z.B., vorzugsweise bei Schöwetter, die Tiefflieger, die tonenweise Kerosin verheizen und über unser Haus donnern...)
Lehrer sind eine Investition in die Zukunft und weniger destruktif - eine Superentscheidung !

Das ist nicht relativ vernünftig, das ist absolut vernünftig.

Das mit der Kaufkraft hat aber nicht nur mit den Militärausgaben zu tun, wenn dies auch ein wichtiger Teil ist. Die frz. Ineffizienz und die Liebe zum >papier administratif< gehen bis teif in die Privatwirtschaft und das kostet Produktivität und eben auch Kaufkraft.

Sie wissen sicher selber, was es für ein Papierkrieg ist, eine Wohnung zu mieten, etwas zu versichern, oder was Banken in Frankreich für Umstandsmeier sind.

Und der grösste Kaufkraftkiller ist eindeutig der viel zu enge Wohnungsmarkt. Da verdienen sich ein paar Wohnungsbeistzer mit unvorstellbaren preisen auf Kosten der grossen Masse eine goldene Nase.

Wenn die Preise angeblich so hoch sind dann müssten doch sehr viele Leute bauen wollen? Oder werden diese Bauvorhaben wieder mit viel Bürokratie zunichte gemacht?

Ein freier (Wohnungs)markt strebt immer Gewinnoptimierung an. Diese Gewinnoptimierung setzt allerdings das Knapphalten der Ware Wohnung voraus. Drum wird nie soviel gebaut werden, wie notwendig wäre.

Schön langsam fragt man sich ja auch, wo gebaut werden soll. Paris und Umgebung sind etwa 4x so dicht besiedelt wie zb. der Ballungsraum Wien.

"Hollande will 65.000 Jobs in Staatsdienst streichen"

Wenn getitelt worden wäre:
"Hollande will 65.000 Jobs in Staatsdienst neu schaffen"
dann wäre der Wahrheitsgehalt genausogross wie bei dem vorhandenen Titel.
Das heisst, man hat einen Titel gewählt, der die Wahrheit im grösstmöglichen Ausmass verzerrt.

Eine Meisterleistung der Desinformation.

vermutlich liest der Standard die APA Artikel nicht einmal...

Ich sage nur drei Buchstaben APA

[Journalismus]

Die Überschrift wählt immer noch die jeweilige Zeitung selbst.

Ist das so?

Dann nehme ich meine Aussage natürrlich zurück.
Bzw. Pff! Standard!
:)

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