"Vertigo" entthront "Citizen Kane" als bester Film aller Zeiten

  • James Stewart und Kim Novak in Alfred Hitchcocks "Vertigo", der bei einer aktuellen Umfrage der Zeitschrift "Sight & Sound" als bester Film aller Zeiten ermittelt wurde.
    foto: dpa

    James Stewart und Kim Novak in Alfred Hitchcocks "Vertigo", der bei einer aktuellen Umfrage der Zeitschrift "Sight & Sound" als bester Film aller Zeiten ermittelt wurde.

Nach 50 Jahren an der Spitze muss Orson Welles' Debütfilm Alfred Hitchcocks erst spät wiederentdecktem Meisterwerk Platz machen

London - Als Alfred Hitchcocks "Vertigo" 1958 in die Kinos kam, erntete der Film mit Kim Novak und James Stewart in den Hauptrollen nur gemischte Kritiken. Nun hat der Film, der von Hitchcock selbst 1973 aus dem Verleih genommen wurde und erst ab den 80er Jahren eine Neueinschätzung erfuhr, "Citizen Kane" als bester Film aller Zeiten im Ranking der renommierten britischen Filmzeitschrift "Sight & Sound" abgelöst. Orson Welles' 1941 entstandener Debütfilm hatte seine Spitzenposition 50 Jahre halten können.


Der Trailer von "Vertigo", dem laut "Sight & Sound"-Ranking "besten Film aller Zeiten".

Das von "Sight & Sound" ermittelte Ranking "The Greatest Films of All Time" wird alle zehn Jahre erstellt. Das Magazin des British Film Institute führt dafür eine Umfrage ausschließlich unter Kritikern, Filmwissenschaftlern, Verleihern und anderen Vertretern der Filmbranche durch. Beim aktuellen Voting entfielen 191 von 846 abgegebenen Stimmen auf "Vertigo", 157 auf "Citizen Kane". "Vertigo" hatte es erstmals 1982 unter die Top Ten geschafft und ist seither sukzessive weiter vorgerückt.

"Tokyo Story" auf Platz drei

Von Platz fünf auf drei geschafft hat es im aktuellen Poll "Tokyo Story" (1953) des japanischen Meisterregisseurs Yasujirō Ozu. Eine Position zurückgefallen ist Jean Renoirs "La Règle du jeu" (1939), während F. W. Murnaus Stummfilmmeisterwerk "Sunrise: A Song of Two Humans" (1927) nun Platz fünf belegt.

Ebenfalls unter den Top Ten befinden sich Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey", John Fords "The Searchers", Dziga Vertovs "Der Mann mit der Kamera", Carl Theodor Dreyers "La Passion de Jeanne d'Arc" und Federico Fellinis "8½".

Filme des 21. Jahrhunderts finden sich unter den Top 50 übrigens nur zwei: Wong Kar-Wais "In the Mood for Love" aus dem Jahr 2000 auf Platz 24 und David Lynchs ein Jahr später veröffentlichter Film "Mullholland Dr." an 28. Stelle. "La Jetée", der aus einer Fotoserie bestehende Science-Fiction-Film des vor kurzem verstorbenen französischen Filmemachers Chris Marker, findet sich an 50. Stelle. (glicka, derStandard.at, 2.8.2012)

Share if you care