Waffen aus Gaddafi-Ära bleiben eine Gefahr

2. August 2012, 08:26

Alarmierender Bericht internationaler Organisationen - Mehr Waffen als Einwohner in Misrata

Tripolis - Waffen aus den Arsenalen des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi gefährden weiterhin die Zivilbevölkerung des nordafrikanischen Landes. Wie eine am Donnerstag vorgelegte Studie der Harvard-Universität und der Nichtregierungsorganisation Civic zeigt, werden in Libyen unter anderem Granaten, Torpedos und Boden-Luft-Raketen unsachgemäß gelagert. "Die Gefahr, die von den liegengelassenen Waffen ausgeht, besteht fort", sagte die Studienleiterin Nicolette Boehland.

Die Waffen würden in Lagern von Milizen, in Museen, auf Feldern und sogar in Privatwohnungen aufbewahrt, sagte Boehland. Die Gefahr für Zivilisten liege in ungewollten Explosionen und in der unkontrollierbaren Weiterverbreitung der Waffen. In Dafnija im Westen des Landes habe eine Miliz Waffen in 22 Containern aufbewahrt. Steve Joubert von der Anti-Minen-Organisation JMACT sagte, in der drittgrößten libyschen Stadt Misrata (Misurata) gebe es derzeit mehr Waffen als Einwohner.

In einem monatelangen Volksaufstand hatten Gaddafi-Gegner im vergangenen Jahr den Sturz des langjährigen Machthabers herbeigeführt. Militärische Unterstützung erhielten die Rebellen von der NATO, die auf Basis einer UNO-Resolution in Libyen aus der Luft eingriff. Gaddafi wurde am 20. Oktober getötet. (APA, 2.8.2012)

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Hr. Gaddafi wurde ermordet

Getoetet werden Menschen im Kampf etc. Der libyscher (Ex-)Diktator wurde jedoch, wie dies den diversen Aufnahmen zu ersehen war, offensichtlich ermordet.
Ein Prozess wurde jedenfalls nicht geführt, bzw. er wurde nicht der Gerichtsbarkeit zugeführt.

der sprengstoffanschlag in benghazi..

..bei dem niemand verletzt wurde, bleibt ein rätsel:

http://www.libyaherald.com/?p=11965

und heute ging eine Autobombe in Tripoli hoch

Families have have leaving Mizdah after an attack on a military base in the town on Friday which left five people dead.

http://www.libyaherald.com/?p=12215 [5.8.]

nachtrag:

http://www.france24.com/en/201208... al-tripoli [4.8.]

A car bomb exploded in Tripoli today [...] the blast near the offices of the military police slightly wounded a Tunisian national [...]

http://www.irishtimes.com/newspaper... ing11.html [4.8.]

During the two days of fighting [in Abu Isa, between Zawia and Sorman], which was at times intensive, at least two people were reported killed and five injured. Earlier reports said that four had been killed but there has been no confirmation of the figure.

http://www.libyaherald.com/?p=12110 [2.8.]

"There was a fight between youths [in Tripoli] over market space," [...] "They were shooting at each other and throwing gelatin," a readily available TNT-based explosive [...]

http://english.al-akhbar.com/content/m... shes-libya [4.8.]

bringt dies niemand zum nachdenken?

http://www.rt.com/news/kofi... envoy-704/

“I felt my life was in danger for the first 24 hours because no one knew where I was or what had happened to me,” [...] The Libyan Jew said men he identified as belonging to the muchabarat, or the preventive security, interrogated him daily.

http://www.jpost.com/JewishWor... ?id=279491 [31.1.]

-- möglich, dass die im vergangenen jahr kursierende geschichten wie die folgende ernst genommen haben; oder sie wollen einfach den rasend antizionistischen alten vergessen machen. bezeichnend immerhin. --

While Gaddafi’s grandmother converted to Islam when she married the sheikh, according to Jewish religious law (and common sense), she was ethnically still Jewish. And that makes Gaddafi's mother a Jewess. And if Gaddafi's mother is a Jewess, what does that make Gaddafi?

http://israelinsider.net/profiles/... ndma-and-a [22.2.11]

[...] some of the militias who fought Qaddafi resemble little more than criminal gangs today. Generally untouchable, they continue to swagger through Libya's towns

and cities, demanding special treatment as a reward for their role last year. Many of them are now technically integrated into the security services, but continue to operate with impunity.

http://www.csmonitor.com/World/Bac... s-in-Libya [1.8.]

fortsetzung von: es reicht mir

Die Verkehrspolizei dort war ‚Chimäre‘ klassisch nach Nestroy, nicht mehr als die ‚Parksherrifs‘ in Wien. Aber die Bilder gingen sofort um die Welt. 2 Tage danach sah man schon die ersten 4-lings Flack auf pick-ups durch die Stadt fahren, noch lang bevor die Kasernen der Regierung gestürmt wurden. Dazu mussten erst die ausländischen Firmen vom schweren Gerät wie Caterpillars, Silofahrzeuge ‚befreit‘ werden mit denen man die Mauern der Kasernen durchbrechen konnte. Alle Ausländer kamen dran, Halliburton allerdings nicht. Was dann folgte bezeichne ich heute als organisiertes Chaos.

n den Zeitungen tauchen die ersten ‚Bilder‘ auf; eines hatten sie gemeinsam: sie zeigten niemals den Hintergrund, hätten also buchstäblich von ‚überall‘ herkommen können und taten das aller Wahrscheinlichkeit nach auch, denn wenn man in ‚den Schiesserein‘ lebt und feststellt das mehr als jeder Schuss ein Treffer sein muss um auf die Opferzahlen zu kommen wird’s eindeutig. Aber die Medienmaschine setzte sich in Bewegung: twitter-Meldungen mit präzisen Strassennamen (ich hab 2 Jahre gebraucht um rauszufinden wie die Strasse hiess in der ich wohnte) und das zu Zeiten in der BBC als es weder Strom noch net-Verbindung gab. Als dann die NATO kam, war ich weg.

War dann aber paar Wochen danach nochmal in Benghazi weil ich einfach nur mit einem Rucksack von dort weg bin und alles andere zurückgelassen hatte. Viele Franzosen und Engländer wurden mir da plötzlich vorgestellt. AFP, BBC und reuters und vor allem anderen Al Jazeera waren dann schon die Quellen aus denen man die ‚Wahrheit‘ bezog. Und wie ich aus österreichischen Zeitungen sah wurden deren Standpunkt 1:1 kopiert. Nach meiner zweiten Rückkehr nach Österreich kontaktierte ich einen alten Bekannten von dem ich wusste das er in den Medien beheimatet ist und wir unterhielten uns kurz darüber wie eigenartig es ist das ‚alle das gleiche schreiben‘ nur nicht was wirklich passiert.

eine Kontaktaufnahme mit ehemaligen Kollegen ergab: die wollen nicht mal wissen was los ist, die wissen schon was sie schreiben. Daraufhin interessierte ich mich für das Pressegesetz im Land und auch EU weit. Hier gibt es einen Konsens: ich kann schreiben was ich will, kann lügen wie gedruckt, alles was ich brauch ist eine Quelle und ich darf niemanden persönlich beleidigen. Dann ist unserem Gesetz genüge getan und der Manipulation Tür und Tor geöffnet. Die nächste Sternstunde war dann ein Interview von französichen Journalisten mit dem Vertrteter für Menschenrechte Libyens bei den UN.

Er lebt auch heute noch in der Schweiz und hat Libyen seit vielen Jahren nicht mehr gesehen aber er liess sich dazu ‚überreden‘ innerhalb von 2 Tagen 17 Sitzungen von diversen Kommissionen gebildet aus verschiedenen NGOs zu durchlaufen und seinen Text zu verlesen der dann zu den beiden Resolutionen führte bevor jemand auf die Idee kam den Inhalt der ‚Vorlesung‘ zu prüfen.
Ich komm zum Schluss: wir leben in einem System das der Demokratie ferner ist denn je. Wir brauchen dringend die Revolution!

es reicht mir..

Das wird jetzt ein etwas längeres ‚Stück‘, weil‘s mir einfach reicht und mein Hals mittlerweile dick geworden ist. Bis Ende Feb, voriges Jahr lebte ich friedlich in Benghazi; nicht in einem Firmencamp sondern mitten unter den Menschen. Ich sah den twitter-Aufruf zum Tag des Zorns. Hab mit meinen ‚Leuten‘ viel darüber diskutiert, war ja 2 Wochen Zeit und niemand konnte mir damals schlüssig auch nur den Anflug von einer Revolution darlegen.

Als hingegen die Demo 2006 vor dem italienischen Konsulat stattfand wusste ich Bescheid und hatte Hinweise an dem Tag dort nicht vorbei zu gehen – das sie trotzdem ‚kippte‘ ist nur ebenfalls Zeugnis das auch schon zu dem Zeitpunkt, wie auch mittels der Aids Affaire, Bestrebungen im Gange waren die etablierte Regierung in Schwierigkeiten zu bringen. Am Tag des Zorns sah man vielleicht 20 maskierte Leute entlang den Hauptstrassen die Schilder in die Höhe hielten. Nichts weiter. Wer jetzt das soziale Leben der Leute kennt wundert sich dann das keine Autos bei diesen Leuten stehen bleiben sondern jeder einfach weiter fährt. Warum das?

Es ist so gut wie unmöglich in der ‚alten libyschen Familie‘ sich derart zu exponieren ohne das die Familie davon etwas mitbekommt. Innerhalb der Familie gibt (gab) es strenge Strukturen die sich nicht umgehen lassen (liessen). Wenn also ein Libyer dort steht und eine Tafel hochhält, dann passt seine Familie auch auf ihn auf damit nichts schief geht. Passiert das nicht (bleibt dort nicht von Zeit zu Zeit ein Auto stehen und spricht mit demjenigen) ist diese Person entweder nicht aus der Stadt oder wie eher wahrscheinlich, spricht nicht mal arabisch. Dann kamen die ersten Anschläge: die richteten sich gegen die Verkehrspolizei – Stützpunkte wurden nieder gebrannt.

Entwaffnung der Milizen war offenbar kein strategisches Ziel

damit lässt sich jederzeit eingreifen, um den "Frieden zu sichern".

die meisten dieser "gaddafigegner" haben inzwischen nen neuen job

gleich nebenan, als "assadgegner"...

"Militärische Unterstützung erhielten die Rebellen von der NATO, die auf Basis einer UNO-Resolution in Libyen aus der Luft eingriff."

Stimmt doch gar nicht.

Die UNO Resolution hat niemals den Angriffskrieg erlaubt.

nana,
net zweifeln, lesen und glauben ;)

“ Misrata (Misurata) gebe es derzeit mehr Waffen als Einwohner.“

Da haben der Westen und Katar ganze Arbeit geleistet. Erinnert mich an die Pressekonferenz mit moussa ibrahim, Regierungs Sprecher damals, als er belgische Gewehre präsentiert, die in einem Katarischen Boot vor Misrata aufgebracht wurden.

Letzter Irakkrieg..

.. dort warens auch so freundlich und haben die Ölfelder zuerst gesichert. Dann .. irgendwann .. mal sicherten sie die .. leeren .. Waffenlager.

.. und heute ist der Irak so friuedlich wie nie.

Ich würde die Waffen auch aufheben. Wer weiß wen die Nato noch beauftragt hat das Land zu befreien.

Die Damen und Herren der Harvard-Uni und der "Nichtregierungsorganisation" Dingsbums...

...sollten sich einfach mal die USA anschauen, wo Unmengen von Tötungsmaschinen "sogar in Privatwohnungen" aufbewahrt werden. Da passiert nämlich überhaupt nix. Denn wie wir alle wissen: "Nicht Waffen töten, sondern Menschen" (zit. Dr. Kalaschnikow).

Ah ja? Die US Bevölkerung hat Boden-Luft Raketen zuhause gehortet?

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