Waffen aus Gaddafi-Ära bleiben eine Gefahr

Alarmierender Bericht internationaler Organisationen - Mehr Waffen als Einwohner in Misrata

Tripolis - Waffen aus den Arsenalen des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi gefährden weiterhin die Zivilbevölkerung des nordafrikanischen Landes. Wie eine am Donnerstag vorgelegte Studie der Harvard-Universität und der Nichtregierungsorganisation Civic zeigt, werden in Libyen unter anderem Granaten, Torpedos und Boden-Luft-Raketen unsachgemäß gelagert. "Die Gefahr, die von den liegengelassenen Waffen ausgeht, besteht fort", sagte die Studienleiterin Nicolette Boehland.

Die Waffen würden in Lagern von Milizen, in Museen, auf Feldern und sogar in Privatwohnungen aufbewahrt, sagte Boehland. Die Gefahr für Zivilisten liege in ungewollten Explosionen und in der unkontrollierbaren Weiterverbreitung der Waffen. In Dafnija im Westen des Landes habe eine Miliz Waffen in 22 Containern aufbewahrt. Steve Joubert von der Anti-Minen-Organisation JMACT sagte, in der drittgrößten libyschen Stadt Misrata (Misurata) gebe es derzeit mehr Waffen als Einwohner.

In einem monatelangen Volksaufstand hatten Gaddafi-Gegner im vergangenen Jahr den Sturz des langjährigen Machthabers herbeigeführt. Militärische Unterstützung erhielten die Rebellen von der NATO, die auf Basis einer UNO-Resolution in Libyen aus der Luft eingriff. Gaddafi wurde am 20. Oktober getötet. (APA, 2.8.2012)

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