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Wenn ein Wirtshaus die Bezeichnung "Bräu" im Namen führt, dann liegt darin ein Versprechen.
Bei der 1516 Brewing Company weiß man, woran man ist: Der Name signalisiert, dass es sich um eine Brauerei handelt; um eine, die ein amerikanisches Themenkonzept verfolgt - der Code "1516" erinnert Kenner zudem an das Jahr des bayerischen Reinheitsgebots (auch wenn längst nicht alle Biere, die hinter der amerikanisch gestylten Bar vom deutschen Braumeister Jürgen Hübchen gebraut werden, dem Reinheitsgebot entsprechen). Aber man kann jedenfalls erkennen, dass man in einer Brauerei ist. So ähnlich ist es im Salm Bräu - dort darf man zu Recht erwarten, dass man die im Haus gebrauten Salm-Biere bekommt; so wie man im Döblinger Fischer-Bräu, im Innsbrucker Theresienbräu oder im Windischgarstener Kemmet-Bräu die Biere aus der jeweiligen hauseigenen Brauerei serviert.
Wenn ein Wirtshaus die Bezeichnung "Bräu" im Namen führt, dann liegt darin ein Versprechen: Hier besteht eine enge Verbindung zur Brauerei. Beim Kellerbräu in Ried im Innkreis geht das sogar so weit, dass eine eigene Ausschankleitung aus der Kellerbräu-Brauerei (einer der ältesten historisch belegten Braustätten Österreichs) in die Kellerbräu-Gaststätte jenseits des Brauereihofs führt. Auch beim Gösser-Bräu in Leoben ist die Nähe zur Brauerei augenscheinlich, bei den anderen Gösser-Bräus besteht zumindest ein enges, oft Jahrzehnte altes Geschäftsverhältnis.
Andere Bräus dagegen schmücken sich mit fremden Federn - da werden neue Lokale irgendwie "bierig" (oder was der Wirt eben für "bierig" hält) dekoriert - und man tut so, als könne man selber brauen. In einem Extremfall ging die Flunkerei sogar so weit, dass der Möchtegern-Bräu so lange bei seiner Behauptung blieb, bis sich der Steuerprüfer als solcher zu erkennen gab und Biersteuer einzutreiben versuchte. Nun wird vorsichtiger erzählt, dass das Hausbier bei einer größeren Brauerei "nach unserem Rezept" gebraut werde - als ob der Möchtegern-Bräu und sein Personal irgend eine Ahnung von Braurezepten hätte.
Glücklicherweise gibt es andere, die das ehrlicher machen. Sogar mit gewisser Bescheidenheit: Roland Reisinger vom Roten Hiasl schenkt zwar ab 3. August sein auf einer Labu-Anlage selbst gebrautes Märzenbier aus - kommendes Jahr soll auch noch ein Altbier dazukommen. Aber Bräu nennt sich der Rote Hiasl nicht - denn das Lokal gibt es unter dem bewährten Namen seit 150 Jahren. (Conrad Seidl, Rondo, DER STANDARD, 3.8.2012)
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angetan, dass Sie es nicht erwähnen? Dazu muss man noch sagen, dass nur 1516 und das 7Stern vom Bierpapst mit der Höchstwertung von 5 Krügeln bewertet werden. Ich finde beide großartig, und ihre Biere besser als jene die es im Supermarkt gibt. 7Stern ist gut bei mitteleuropäischen Lagerbieren(es gibt aber auch ein IPA), und die Brewing Company bei Ales(das helle Lager ist eher durchschnittlich). Ich war erst gestern dort, und habe das köstliche Witbier (und ein IPA)getrunken. Der spezifische Reiz der Brewing Compay beteht neben der hohen Qualität auch darin, dass es bei uns im Handel kaum Ales (IPAs schon gar nicht)zum kaufen gibt.
Mit pseudo Bräus habe ich keine Freude, weil ich lieber weiß von welcher Brauerei das Bier ist.
Nur der Vollständigkeit halber: Weder das Siebensternbräu, noch all die anderen ehrlichen und dennoch nicht erwähnten Bräus haben mir etwas angetan. Aber der Beitrag oben ist aus dem Rondo, wo es eine vorgegebene Textlänge gibt, in der ich nicht durch Name-Dropping vom Inhalt ablenken kann.
http://alturl.com/bsixh
vermutlichen kennen sie die adresse ohnehin, nur für den fall, dass nicht...
vermutlichen kennen sie diese adresse in der wiedner hauptstraße? ich erwähne sie zur sicherheit, bin selber IPA-fan:
http://www.ammersin.at/index.php... e-05l.html
Die schmecken auch gleich, was jeder jederzeit in Blindtests beweisen kann. Das deutsche Reinheitsgebot ist heute bloß eine folkloristische Dekoration. Frage: Wann wurde zuletzt ein Bier einer deutschen Großbrauerei bei einem internationalen Wettbewerb mit einer Goldmedaille geehrt?
in aller Bescheidenheit: Becks hat durch die Eigentümerstruktur mit Anheuser-Busch-Inbev den Marktführer im US-Markt und weltweit hinter sich. Das ist weder gut noch böse, sondern einfach Marktmacht. Ich erinnere mich an die Zeit, als Heineken sich (unwidersprochen) für das beste "deutsche" Bier in den USA halten ließ. Und an die Probleme, die sich seinerzeit Löwenbräu eingehandelt hat, als es versucht hat, den US-Markt zu erobern.
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