Wahre Affenfreundschaft

  • Nicht nur bei Menschen, auch bei Schopfmakaken gibt es 
Freundschaftsdienste, die das (Über-)Leben erleichtern.
    foto: antje engelhardt

    Nicht nur bei Menschen, auch bei Schopfmakaken gibt es Freundschaftsdienste, die das (Über-)Leben erleichtern.

Drohen Feinde, erweisen sich Beziehungen als Vorteil - Primatenforscher spielen "Python" mit ahnungslosen Makaken

London/Wien - Mitunter dürften es Primatenforscher auch recht lustig haben. Zum Beispiel dann, wenn sie im indonesischen Dschungel mit Schopfmakaken "Python" spielen. Um herauszufinden, wie es um Freundschaftsbeziehungen bei den Affen bestellt ist, versteckten sich die Wissenschafter mit einem lebensgroßen Modell der Riesenschlange hinter einem Baum und erschreckten Affen mit ihrem vermeintlichen Todfeind.

Wie nicht weiter überraschend, stießen die Tiere sogenannte Rekrutierungsrufe aus, mit denen sie ihre Artgenossen alarmierten. Die Forscher zeichneten die Rufe auf, spielten sie dann verschiedenen anderen Mitgliedern der Schopfmakakengruppe vor und filmten dann mit Videokameras die jeweiligen Reaktionen. Einige Tiere waren mit dem Rufer gut befreundet, andere hatten keine nähere Beziehung zum Alarmisten.

Tatsächlich zeigte sich, dass es auch bei Affen so etwas wie wahre Freundschaft in der Not gibt: Je näher die soziale Beziehung der Affen zueinander war, desto schneller waren sie bereit, den Feind gemeinsam in die Flucht zu schlagen, wie die Forscher in den "Proceedings B" der Royal Society schreiben.

Die Verhaltensforscher schließen daraus, dass enge soziale Bindungen, die über Verwandtschaft hinausgehen, schon weit vor der Menschwerdung eine zentrale Rolle spielten. Der gemeinsamen Verteidigung gegen Raubfeinde kam dabei wohl eine besondere Bedeutung zu. (tasch/DER STANDARD, 2.8. 2012)

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