Beliebter Satiriker in Mogadischu erschossen

1. August 2012, 18:54

Künstler machte sich über islamistische Shabaab-Miliz lustig

Mogadischu - Unbekannte haben in der somalischen Hauptstadt Mogadischu einen beliebten Satirekünstler, der für seine Witze über die islamistische Shabaab-Miliz bekannt war, erschossen. Abdi Jeylani Malaq Marshale sei am Dienstagabend kurz nach Verlassen des Radiosenders Kulmiye von zwei Angreifern getötet worden, sagte ein Polizeioffizier am Mittwoch. Ein Kollege sprach von einem "schwarzen Tag für die gesamte Unterhaltungsbranche" und würdigte Marshale als einen der führenden Komiker Somalias.

Marshale war dafür bekannt, sich in seinen Sendungen auf Radio Kulmiye und im Fernsehsender Universal TV über die radikalislamische Shabaab-Miliz lustig zu machen. Zudem trat er vor Jugendlichen auf, um sie davon abzuhalten, sich den Islamisten anzuschließen. Marshale hatte wiederholt von Todesdrohungen berichtet. In dem ostafrikanischen Bürgerkriegsland gibt es immer wieder gezielte Angriffe auf kritische Journalisten. Im laufenden Jahr wurde bisher in jedem Monat mindestens ein Journalist getötet. (APA, 1.8.2012)

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