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Umweltpolitische Revolutionen sehen anders aus. Mit der Ausweitung der deutschen Lkw-Maut auf zusätzliche 1100 Kilometer an Bundesstraßen werden gerade mal 100 Millionen Euro lukriert. Läppisch für einen Staat, der pro Jahr 300 Milliarden Euro an Staatsausgaben zu finanzieren hat. Der Schritt ist aber idealtypisch für die Debatte um die Belastung des Straßenverkehrs.
Die Schäden, die von Lkws verursacht werden, übersteigen in Europa bei weitem die Einnahmen aus den Mautsystemen. In Brüssel ist der Reformzug aber nur im Schneckentempo unterwegs. Ein Auszug aus dem Kompromiss der neuen Mautrichtlinie: Eine Zweckbindung der Einnahmen ist nicht vorgesehen. Die künftig möglichen Umweltaufschläge werden sich im Schnitt bei drei bis vier Cent pro Kilometer bewegen. Verpflichtend ist die Maut nur für Brummer über zwölf Tonnen. Zum Vergleich: Österreich setzt immerhin schon bei 3,5 Tonnen an.
Bei so erfolgreicher Lobbyingarbeit wird es wohl noch Jahrzehnte dauern, bis Kostenwahrheit herrscht. Und da man den einen nicht wehtun will, möchte man sich auch bei den anderen, den Pkw-Fahrern, nicht unbeliebt machen. Die Deutschen verzichten gänzlich auf eine Bemautung. Das Vignettensystem in Österreich liefert einen Anreiz, möglichst viel zu fahren. Die Kosten sind schließlich immer gleich hoch. Eine kilometerabhängige Pkw-Maut ist absolutes Tabu - wie so viele sinnvolle Maßnahmen. (Günther Oswald, DER STANDARD, 2.8.2012)
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Leistungsbezogene Bemautung von PKW´s ist vor allem ein soziales Problem. Ausgehend von der Art der Bemautung treffen solche Modelle jene überdurchschnittlich hart, die in strukturschwachen Gebieten leben und auf das Auto angewiesen sind. Dort, wo öffentliche Verkehrsmittel vorhanden sind und eine echte Alternative darstellen, werden sie auch angenommen. Gutes Beispiel sind die Pendlerzüge der Südbahn nach Wien, die werktags immer voll sind. Daher ist die Einführung von Maut für PKW´s nur dort sinnvoll, wo Öffi´s echte Alternativen bieten. Letztlich muss auch Angebot und Nachfrage stimmen. Man schimpft zwar ausgiebig über die Autopendler, aber wenn die alle plötzlich Bahn fahren wollten, wären sämtliche Öffis vollkommen überlastet.
Denn je teuer der Kilometer, umso konkurrenzfähiger werden lokale Produzenten, weil die ihr Zeugs nicht hunderte Kilometer spazieren führen. Das war doch immer die große Bedrohung des freien Warenverkehrs der EU, dass die kleinen heimischen Betriebe zusperren? Zumindest was den kommerziellen Verkehr betrifft, stützt eine hohe Maut die Regionalisierung.
Darüber hinaus kann der Mautbetreiber durch Peak/Off Peak Tarife die Anzahl der LKW´s zu Stosszeiten in einem gewissen Umfang steuern.
Ich verstehe das Argument, aber:
In vielen Fällen, wo eine Bundesstraße mehr oder weniger parallel zur Autobahn führt, erleichtert es die Entscheidung, die Autobahn zu nehmen und den Anrainern in den Ortschaften zumindest die Lärmbelästigung zu ersparen.
Es wird also Verkehr von den kleinen Straßen auf die großen Korridore verlegt. Dass deswegen jemand zusätzliche Wege macht, glaube ich nicht wirklich.
Herr Oswald, haben Sie eigentlich auch schon mal über das Herstellen von Kostenahrheit beim öffentlichen Verkehr nachgedacht? Nein, das find ich aber schade, weil auf die Autofahrer wird immer draufghaut, aber die Öffis sind heilig. Für jemanden wie mich (und viele Millionen anderer Österreicher), die am Land wohnen und so gut wie keine Öffis vor der Haustüre zur Verfügung haben, wäre eine kilometerabhängige PKW-Maut eine Katastrophe. Aber ich weiß schon, für die meisten Standard-Redakteure endet das Denken üblicherweise an der Wiener Stadtgrenze.
Haben Sie schon mal überlegt, dass Öffis ein lukratives Geschäft wären, wenn der Individualverkehr nicht so massiv subventioniert wäre?
Und dass die Infrastruktur am Land nur deswegen so bemitleidenswert ist, weil jeder wegen 10 Cent mit dem Auto zum nächsten Einkaufszentrum fährt?
Und davon abgesehen: wie geht denn Ihr Plan "Wohnen in A, arbeiten in B, Tennis spielen in C" auf, wenn der Treibstoff einmal 5 oder 10 Euro pro Liter kostet?
Und das wird kommen, und darauf hat in Österreich keiner Einfluss...
das was jetzt geschieht ist der Wahnsinn die Strassen werden weiter ausgebaut und die Oeffis z.T. verschlechtert.
Haben sie schon einmal darueber nachgedacht was ein starker Anstieg der Oelpreise (auf den Oesterreich keinen Einfluss hat) fuer sie bedeuten wird. Vorrausschauend waere die Oeffis auszubauen, zu schauen dass es wieder Nahversorger gibt usw.. Da die Oeffis wesentlich effizienter sind sowohl die Energie als auch den Platz betreffend, wird auch bei steigenden Oelpreis die Mobilitaet gewaehrleistet sein. Abgesehen davon sind die Jugendlichen in der derzeitigen Situation in ihrer Mobilitaet eingeschraenkt.
da fahren Züge durch die Gegend, wo die Lok 85 t wiegt - und so an die 250 Liter säuft (pro 100km).
Und dann sitzen 5 hanseln drin.
Da müssten rund um die Uhr 50 Passagiere drin sitzen im Schnitt um mit einem sparsamen PKW überhaupt mithalten zu können.
Oder: man will 100 PKW fahrten (von denen jeder 5-6 Liter braucht) durch 50 Busse ersetzen, von denen jeder ~40 Liter braucht.
Wo ist hier die Ersparnis ???
Weil Auslastung können Sie nie erreichen.
Abgesehen von den irren Kosten. Das Geld wäre 100x besser in erneuerbarer Energie als in Öffis angelegt.
Also: dümmer gehts nimmer !!!!!
Energiesparen mit Öffis am Land: völlig absurde Träumerei realitätsferner abgehobener Städter !!!
Am Land wird es nie ohne Auto gehen. Das ist doch Träumerei oder völlige Unwissenheit! Sie können nicht jedes Dorf ans Schienennetz anbinden und im 10 Minuten Takt einen Zug vorbeischicken. Abgesehen davon sind die Wege völlig individuell. Meine Freundin arbeitet in A, ich in B, wir haben Freunde in C, D, und E, einen Tennisplatz oder ein Freibad gibt es nur in F, größere Einkäufe kann man nur in der nächstgelegenen Stadt erledigen, usw., usf. Viel Spaß, wenn Sie das mit Öffis erledigen wollen!
Zum Öl gibt es leider noch wenig Alternativen. Trotzdem sehe ich in alternativen Antriebsarten die Zukunft.
Es gibt nun mal Stadt und Land, und Menschen die sich für das eine oder das andere entscheiden. Haben sie schon einmal darüber nachgedacht, ob sie sich das Wohnen in der Stadt noch leisten könnten, wenn alle jene, über die sie hier herziehen, in der Stadt wohnen wollten? Und wo kommt überhaupt ihr Essen her, bauen sie das am Balkon an, oder liefert das eh der Pizzaservice täglich zu ihnen heim?
Für kleine Dörfer mag das stimmen, aber ich z.B. lebe in einer NÖ Kleinstadt und auch da fahren die Leute jeden Meter mit dem Auto, und wenn sie nur die Kinder 300 Meter in die Schule bringen. Das verursacht Dreck, Lärm, ... und Krankheiten (Bewegungsmangel). Das sollte man sofort abstellen!
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