Die Ukraine nach der Euro: Spiel nach eigenen Regeln

Kommentar | Josef Kirchengast, 1. August 2012, 18:24

Oligarchen haben sich das Land aufgeteilt

Die Hochstimmung während der Fußball-EM, mit der die ukrainische Regierung nationale Einheit vorgaukeln wollte, ist verflogen. Geblieben sind: eine triste Wirtschaftslage, die durch die EURO-Milliardenschulden zusätzlich belastet ist; die Karikatur eines Rechtsstaats - und politische Zustände, die sich als Kombination von Putinisierung und Oligarchisierung charakterisieren lassen.

Der Fall der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko, die via Justiz für lange Zeit politisch kaltgestellt werden soll (am 5. August wird sie ein Jahr in Haft sein), hat im Ausland großes Aufsehen erregt und - erfolglose - Proteste ausgelöst. Die wahre Lage aber ist Eingeweihten zufolge weit schlimmer, als es der prominente Fall vermuten lässt.

Oligarchen haben sich das Land aufgeteilt. Die Korruption grassiert schlimmer denn je. Wer sich dem System, auf welcher Ebene auch immer, nicht unterordnet oder wem schlicht das nötige Kapital zum Mitspielen fehlt, der wird gnadenlos ausgeschaltet. Präsident Wiktor Janukowitsch ist in diesem System doppelt verankert: politisch als Staatschef und wirtschaftlich über seine beiden Söhne, die in der Oligarchenhierarchie schon sehr weit gekommen sind.

Da das Wahlgesetz den Verhältnissen angepasst wurde, ist von der Parlamentswahl im Oktober keine Veränderung zu erwarten. Den Trost, dass sich die Spieler gegenseitig in Schach halten und damit eine Machtbalance sichern, können ukrainische Normalbürger nur als Hohn empfinden. (Josef Kirchengast, DER STANDARD, 2.8.2012)

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Wenn man sich die Eigennamen im Artikel wegdenkt,

dann liest man einen erschreckenden Tatsachenbericht über die Zustände in Österreich.

ich glaube du kannst es dir nicht wirklich vorstellen

wie es in der Ukraine zugeht....

es ist schlimmer als das was hier geschrieben wird.

Empfehle mal einen Ausflug nach Kiev oder die ländliche Ukraine. Eine Verhöhnung der "Demokratie"..

Ich kenne die Ukraine recht gut,

da ich seit 1996 in der Ukraine und mit ukrainischen Partnern geschäftlich verbunden bin.

Ich weiß also schon, wovon ich spreche: und zwar nicht vom Hörensagen, sondern aus eigener, teils leidvoller, insgesamt aber durchaus positiver Erfahrung.

Und seien Sie versichert: ich kenne sowohl Kyiv ganz gut, als auch andere ukrainische Metropolen, únd sogar einige Kaffs in der tiefsten Provinz in allen möglichen Oblasts/Rayons.

Und ich lernte auch Wien und seine Mechanismen kennen; darum kam man als österreichische Geschäftsfrau halt leider nicht herum.

Wessen zwei Söhne in Österreich sind denn schon in der Hieararchie hierzulande weit gekommen? Die von Papa Scheuch?

Laura Rudas,

Niko Pelinka, Wolfgang Hesoun, Staribacher...

Es gibt mehr als genug Beispiele, wenn man hinschaut.

und ? bei uns sind es nicht oligarchen sondern großindustrielle, korrupte politiker haben wir en mass und die ungemütlichen tierschptzer werden mit hilfe der antiterrorparagraphen mundtotgemacht, also, sind wir eigentlich nicht so weit entfernt, oder ?

Genso so ist es

Ich erkläre meinen Ukrainischen Kollegen das immer So
Nordkorea
China
Österreich

Der einizige Unterschied wir sind "noch" ein Reiches Land und die Parteien haben seit ca 55 Übung ,..
Daher sieht es viel Eleganter aus
Die Solange 2x Jahr Urlaubsgeld kommt sind alle Österreicher zu faul was zu tun wozu auch. Nur keine Wellen ,.. Und auf Böse Ausländer Zeigen ist ja viel Einfacher ,.. versuch mal einen Druchschnittlichen Österreicher zur "mehrleistung" zu bewegen ,..

"also, sind wir eigentlich nicht so weit entfernt, oder ?" - dieser satz zeugt von großem unwissen.

...und wer von euch top analysten war schon jemals in der ukraine? keiner? komisch warum überrascht mich das jetzt nicht?!

hier im westen ist es nicht anders da haben halt die banken das sagen und vielleicht ein paar oligarchen auch und die politiker sind deren angeheuerten schauspieler.

janukowitsch söhne sind in der oligarchenhierarchie ungefähr so weit gekommen wie timoschenkos tochter oder expräsident juschtschenkos sohn.
das ist wohl das einzige, was blaue und orange in der ukraine verbindet: hemmungloser diebstahl am volk.
warum der orange diebstahl allerdings in die demokratie geführt hätte während der blaue in die diktatur führen soll, hat wohl damit zu tun, dass der westen beim orangen diebstahl "assistieren" durfte, während er beim blauen diebstahl nur zusehen darf. und das macht ihn unrund :)

Das Einzige, was am oragnenen Regime demokratischer war,

war, dass es eine reelle Meinungs- und Pressefreiheit gab. Wobei die Medien zwar frei waren, aber natürlich nicht unabhängig...

Aber immerhin.

Der Yanukovich-Staat driftet mehr und mehr in Richtung Weißrussisierung.

ich hab mich

aus ukraine geschäften weitgehend zurückgezogen, mir tun zwar die einfachen leute leid, aber die korruption ist nicht auszuhalten.
china ist zwar nicht ganz so arg, aber die sehen mich jetzt auch lange nicht mehr. rechtssicherheit ist anders.

Wenn Sie das Wiener Wirtschaftssystem gelernt hätten,

wären Sie in der Ukraine in Sachen Korruption ein Hecht im Karpfenteich.

beides probiert

glauben Sie mir, bei allen mängeln ist österreich diesbezüglich immer noch eine insel der beinahe rechtschaffenheit.

*applaus*

ja so ist es mit der ukraine und china (habe ähnliche erfahrungen).

in österreich ist nicht alles perfekt, aber einige sachen funktionieren doch besser (vor allem die, wo man als wiener nie glauben würde schmieren zu müssen :-)

Meine Wahrnehmung ist etwas anders:

Ich beteilige mich prinzipiell nicht an unseriösen oder gar "schmiergeldverzierten" Geschäften.

Während man in der Ukraine, bei entsprechender Hartnäckigkeit und - wo nötig mit bestimmtem Auftreten - auch ohne Bakshish ans Ziel kommen kann, kann es in Wien doch eher so sein, dass Projekte, bei welchen man die diskret und unauffällig kommunizierten Begehrlichkeiten "übersieht", üblicherweise erfolglos im Sand verlaufen. Ob Akten "verloren" gehen, Vorgänge abgestritten werden, man sinnlos im Kreis geschickt wird, vertröstet wird, usw....: es gibt mannigfache Tricks, mit denen in Wien die Verweigerung von "Kickbacks" (in welcher Form immer) geahndet werden.

welch ein verlust für die ukrainischen bürger, die ja so enorm von den geschäftemachern aus dem westen profitiert haben.

schon

immerhin hab ich aufträge für metallarbeiter gehab6, schlosser und schweißer.
was passt Ihnen daran nicht?

Merke: Im Standardforum

bedeutet Geschäfte = Kapitalismus = Böse ! Immer !

für ihn bist du ein pöser giftzahnkapitalist und steckst mit ostküste, cia westen und finanzindustrie unter eine bösen decke. :)

bleiben Sie im kindergarten. da können sie unter gleichen dabattieren.

genau, weil das niveau bei euch auf der bude so supadupa hoch ist....

jämmerlich.

wer insultiert

hat unrecht

Erinnere mich noch gut an manch hysterisches Poster

und Kommentar, wie erfolgreich die EM die Ukraine machen wird und wieviele Milliarden Nachnutzung das erbringen wird!
Dasselbe in Polen: 160 Milliarden Euro?!

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