"Iron Mike" wird zum Broadway-Liebling

1. August 2012, 17:59
  • "Unbestrittene Wahrheit" Mike Tyson und sein Regiesseur Spike Lee.
    foto: reuters/keith bedford

    "Unbestrittene Wahrheit" Mike Tyson und sein Regiesseur Spike Lee.

Im Ring oft gehasst, auf der Bühne gefeiert. Der frühere Box-Champion Mike Tyson hat am New Yorker Broadway ein umjubeltes Theater-Debüt gefeiert

New York/Berlin - Vom Bad Boy zum gefeierten Bühnen-Liebling: Der frühere Schwergewichts-Boxweltmeister Mike Tyson hat am New Yorker Broadway ein umjubeltes Theater-Debüt gefeiert. "Iron Mike" erntete am Dienstagabend mit der Ein-Mann-Show "Undisputed Truth" ("Unbestrittene Wahrheit") über sein schillerndes Leben im Longacre Theatre großen Applaus. Noch bis zum 5. August steht der Ex-Boxer auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

"Es war ein großartiger Abend. Ich fühle mich unbesiegbar", twitterte der 46-Jährige nach seiner Show voller Euphorie. Im weißen Sakko und mit dem riesigen Tattoo auf seinem Gesicht plauderte die Broadway-Entdeckung locker und unterhaltsam aus seinem prallen Leben voller Drogen, Gewalt und magischer Boxkämpfe. 1986 war Tyson mit nur 20 Jahren zum jüngsten Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten aufgestiegen.

Für Tyson dient die Show zum Selbstzweck. Er nutze den Theaterabend dazu, den Leuten die "wahre" Geschichte über sein Leben zu erzählen, erklärte der nur 1,80 m große Ex-Champion vor ausverkauftem Haus. Immer wieder hatte Tyson in seiner Karriere für negative Schlagzeilen gesorgt. Erst wurde er von einer Frau wegen sexueller Belästigung angeklagt, später erlitt er bei einer Schlägerei auf offener Straße einen Bruch der rechten Hand. Unrühmlicher Höhepunkt im Ring war zweifellos die Attacke gegen Evander Holyfield, dem er im Kampf am 28. Juni 1997 ein Stück des rechtes Ohres abgebissen hatte.

Tyson braucht nicht viel für den großen Auftritt. Die Bühne ist kärglich eingerichtet. Der Hauptdarsteller wird nur begleitet von etwas Musik und legt auch schon mal eine Tanzeinlage hin. Seine Biographie arbeitet er chronologisch auf. Er berichtet davon, dass er in frühen Jahren nur an Frauen, Sex, Geld und Drogen dachte. Mittlerweile wolle er jedoch ein guter Ehemann sein, der mit seiner Vergangenheit abgeschlossen habe.

Seitenhiebe teilt der einst gefürchtete Linksausleger, der in 58 Profikämpfen 50 Siege (44 durch K.o.) feierte, gegen seinen ehemaligen Promoter Don King aus. Dieser habe ihn betrogen und um viel Geld geprellt. Eine späte Abrechnung, die vielen Zuschauern unter die Haut ging. Am Ende gab es viel Applaus für den offenbar geläuterten Ex-Boxer und für das einfühlsame Stück, das von Tysons Ehefrau Kiki verfasst und vom Filmregisseur Spike Lee auf die Bühne gebracht wurde. (SID, 1.8.2012)

Kommentar posten
13 Postings

ich seh' da parallelen zu einem österreichischen boxer...

Meinen Sie Blecha oder den Patscherten?

Oder gar den Möchtegernliteraten Schneider?

ich dachte an den patscherten.

tyson hätt die klitschkos vermutlich gleichzeitig vernascht:

http://www.youtube.com/watch?v=uYZzMPsm6c4

wenn sie das genauer wissen wollen, würde ich einmal hrn. lennox lewis zu diesem thema befragen...

Ach, ich dachte schon, er spielt die Hauptrolle in "Dracula"

Tyson wird noch Kult. War schon in Hangover ganz witzig!

Und das unter "Boxen"?

Vielleicht wegen der "Seitenhiebe gegen Don King"?

Na und wieviele ...

gefeierte "Publikumslieblinge" hatten und haben wir hier - die ganz offensichtliche Flaschen sind/waren? ;-)

Vielumjubelt heißt genau nichts. Ein Freund von mir (ein absoluter Musikexperte) hat ein Musical mit David Hasselhoff am Broadway gesehen. Es war eine absolute Katastrophenleistung, aber Hoff wurde nach der Vorstellung mit Standing Ovations bejubelt...

You never mess with the Hoff!

Don't hassle the Hoff.

Nicht dass ich mir von Hasselhoff hochwertiges erwarte...

... aber das klingt nach:
"Verkehrsfunk: Achtung, ein Geisterfahrer auf der Autobahn - Was heißt da einer? Hundert!!!"

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.