Mateschitz sortiert Red Bulls Medien neu

Firmen konzentriert - Servus setzte 2,4 Millionen Euro um, 61 Millionen Euro "übrige Erträge"

Wien - Die Servus TV FernsehgesmbH existiert seit wenigen Wochen nicht mehr. Martin Blank führt weiterhin den Sender, als Geschäftsführer scheint er nicht mehr auf. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat seine Medienaktivitäten neu und übersichtlicher geordnet - jedenfalls gesellschaftsrechtlich.

Das Red Bull Media House hat nun nur noch drei Töchter: Die Doku-Produktionsfirma Terra Mater, das Red Bull Media House Publishing und die Red Bull Media House TV. Mit der haben nun auch die Servus-Mitarbeiter ihre Verträge. Auch die Verlagsaktivitäten wie das Erfolgsmagazin Servus in Stadt und Land, das neu gestarte Terra Mater, Seitenblicke und das Konzernweltprojekt Red Bulletin sind damit neu geordnet.

126,9 "übrige" Millionen

Geschäftsführer des Media House sind Mateschitz selbst, sein langjähriger Manager Christoph Reindl und Andreas Gall, früher ORF-Direktor für Technik.

Die letzte Bilanz der Servus TV Fernsehgesellschaft über das Jahr 2011 weist dem Sender einen Jahresumsatz von eher bescheidenen 2,38 Millionen Euro aus. 2010 waren es 1,1 Millionen. Umso ansehnlicher, was die Gewinn- und Verlustrechnung der Servus-Gesellschaft unter "übrige" in der Rubrik "sonstige betriebliche Erträge" verbucht: 60,98 Millionen Euro für 2011, im Jahr davor 51,25 Millionen. Einen wesentlichen Teil davon dürften die Zuwendungen der Mutter Red Bull (Media House) ausmachen.

Auch für die Mutter Red Bull Media House findet sich im Firmenbuch inzwischen eine Bilanz für 2011. Die Dimension der im Vorjahr ausgewiesenen Umsätze überrascht mit 6,07 Millionen Euro nach 3,9 Millionen Euro im Jahr 2010. Als übrige Erträge weist das Media House 126,89 Millionen für 2011 und 71,16 Millionen Euro für 2010 aus.

Für die neue Firmenstruktur sollen intern steuerliche Gründe genannt worden sein. Aus dem Konzern verlautete als Zweck der neuen Struktur: "Um in der Zukunft den Anforderungen an ein internationales Medienunternehmen gerecht zu werden, wurden die Firmen ServusTV Fernsehgesellschaft m.b.H sowie Red Bulletin GmbH mit ihrer Muttergesellschaft, der Red Bull Media House GmbH verschmolzen." Aber: "ServusTV sowie alle anderen Produkte des Red Bull Media House bleiben als Marken als auch als Geschäftsbereiche innerhalb des Red Bull Media House erhalten. Die bisherigen Verantwortlichkeiten bleiben unverändert."

Fiktionaler Programmchef

Blank bekommt bei Servus TV wieder einen Programmdirektor zur Seite, wie vor wenigen Tagen verlautete: Klaus Bassiner, seit 26 Jahren beim ZDF. Dass der 56-Jährige dort zuletzt die Serienproduktion verantwortete, dürfte auf Servus-Eigenproduktionen im fiktionalen Bereich - einem eher teuren Genre des Fernsehgeschäfts - hindeuten. (fid, DER STANDARD, 2.8.2012)

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